Tiere haben ein Bewusstsein und somit Grundrechte auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit. Biologisch ist der Übergang zwischen Mensch und Tier kontinuierlich und jede Abtrennung künstlich und willkürlich. Von dieser These geht der Tierschützer Martin Balluch aus und hat für sich daraus konsequente Schlüsse gezogen: Eine rationale Ethik könne das Leben eines Menschen nicht höher bewerten, als beispielsweise das Leben eines Schweines. Logische Folge ist eine vegane Lebensführung, also eine, die ohne die Verwendung von Tieren und Tierprodukten auskommt.
Martin Balluch hat Physik und Philosophie studiert, seit Jahren widmet er sich aber nur noch der Tierschutzbewegung. Als Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) setzt er auf spektakuläre Aktionen: „Befreiung“ von Hühnern aus einer Legebatterie, Befreiung von Zuchtfasanen oder der Versuch, einen Schimpansen als juristische Person anzuerkennen.
Die Handelskette Peek & Cloppenburg hat sich nach Dauer-Demonstrationen des VGT vor ihren Geschäften aus dem Pelzhandel zurückgezogen. Jetzt wird Ähnliches bei Kleiderbauer versucht. Neben legalen Aktionen ist es aber immer wieder auch zu Sachbeschädigungen gekommen, wofür die Justiz nun Balluch und seine Mitstreiter verantwortlich macht und ihnen die Bildung einer kriminellen Organisation vorwirft. Die Grünen sehen darin einen Willkürakt und treten aktiv für den Tierschützer ein. maf
ZUR PERSONName: Martin Balluch
Geboren am: 12. Oktober 1964
Ausbildung: Studium Physik, Philosophie
Funktion: Obmann des Vereins gegen Tierfabriken [vgt]
("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.09.2008)

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