Der Ire, der Kanada besser macht

John Furlong wird in Kanada als „Herr der Ringe“ tituliert. Er ist der organisatorische Mastermind hinter den Olympischen Spielen.

Nur um die Dimension zu verdeutlichen: John Furlong, Cheforganisator der Olympischen Spiele in Vancouver, ist in Kanada so bekannt wie der Frontmann der Fußball-WM 2006 in Deutschland – Franz Beckenbauer. Sehr bekannt also. Sonst aber scheinen die beiden wenig gemeinsam zu haben. So erspart es Furlong den Kanadiern, mit seinen Kommentaren der Schnittlauch auf allen Suppen zu sein. Er gilt vielmehr als zurückhaltend. Und als Teamplayer.

Der 59-Jährige leitete nicht nur die Olympiabewerbung, er steht auch für den Ablauf gerade, genauso wie für jenen der Paralympics, der Spiele der Körperbehinderten, die im Anschluss stattfinden. Und er ist es auch, der den Kanadiern erklärt, warum es okay ist, dass die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen alle Voranschläge deutlich übertreffen.

Am 1. April 2010 könne der Zusammenbruch kommen, sagte Furlong einmal; wenn nach zehn Jahren Aufbauarbeit der Zauber vorüber sei. Doch dann wird er sich an einen Satz erinnern: Mit „Willkommen in Kanada – machen Sie uns besser“ hat ihn ein Beamter der Einwanderungsbehörde 1974 begrüßt. Ein Ansporn, der ihn seither begleitet. Furlong hat Irland verlassen, nachdem eine Kusine Opfer eines Bombenattentats geworden war. Der Emigrant, fünffacher Familien- und neunfacher Großvater, machte sich als Touristiker und als Macher einen Namen – mehrmals organisierte er die Canada Games. In der vergangenen Nacht lebt er als Redner bei der Eröffnungsfeier den Traum aus, der ihn seit den Spielen 1964 in Tokio begleitet: „sein“ Olympia organisiert zu haben. mhk

ZUR PERSON

Name: John Furlong

Tätigkeit: Cheforganisator der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver [EPA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2010)

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