22.05.2013 14:02 Merkliste 0

Intransparenz als Maxime

DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

Wer hat Neu Marx finanziert?

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Compliance, Code of Conduct... Die Wirtschaft hat aus Korruption, Spekulation und Skandalen aller Art gelernt. Vermeintliche Selbstverständlichkeiten wie Moral, Anstand und gewissenhaftes kaufmännisches Handeln werden in, auch was den Umfang betrifft, teilweise ansehnliche Regelwerke gegossen. Deren Einhaltung (im Idealfall) überprüft und sanktioniert wird. Die Politik hat diese Entwicklung bisher auffällig unauffällig ignoriert.

Transparenz ist auch nach dem Transparenzgesetz in vielen Bereichen ein Fremdwort geblieben. Neu Marx, das ohne ORF eher klein geratene Medienquartier auf den Gründen des ehemaligen Schlachthofs, ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der durch Legionen von Beteiligungen und Firmenverflechtungen unübersehbaren Materie. Die Stadt Wien will sich nicht in die Bücher schauen lassen, mit welchem (womöglich aus dubiosen Quellen stammenden oder/und aus dubiosen Gründen investierten?) Geld sie das Gebiet entwickelt hat. Man muss kein Freiheitlicher sein, um das zumindest seltsam zu finden.

 

dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.07.2012)

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8 Kommentare

in wien immer

"business as usual".
wenn es um stadtentwicklung geht, wird zuerst geschaut, was die stadt daran verdienen kann (umwidmung). dagegen ist ja nichts einzuwenden, sofern der gewinn wieder der allgemeinheit zu gute kommt.
aber gleichzeitig schielt die in wien dominierende partei immer wieder auf den eigenen vorteil und den treuer und gut vernetzter habererpartien.
und natürlich auf lukrative posten.
und wenn es mal nicht so klappt, dann wird getrickst, verschoben, in verzweiflung auf dubiose quellen vertraut;
man will ja nicht - schliesslich hat man mit getöse die werbetrommel geschlagen, inklusive parteipolitischem eigenlob - als versager und doddelpartie dastehen.
und wenn nichts mehr geht, dann wird gemauert. da ist die chinesische ein podesterl dagegen.

in wien immer

"business as usual".
wenn es um stadtentwicklung geht, wird zuerst geschaut, was die stadt daran verdienen kann (umwidmung). dagegen ist ja nichts einzuwenden, sofern der gewinn wieder der allgemeinheit zu gute kommt.
aber gleichzeitig schielt die in wien dominierende partei immer wieder auf den eigenen vorteil und den treuer und gut vernetzter habererpartien.
und natürlich auf lukrative posten.
und wenn es mal nicht so klappt, dann wird getrickst, verschoben, in verzweiflung auf dubiose quellen vertraut;
man will ja nicht - schliesslich hat man mit getöse die werbetrommel geschlagen, inklusive parteipolitischem eigenlob - als versager und doddelpartie dastehen.
und wenn nichts mehr geht, dann wird gemauert. da ist die chinesische ein podesterl dagegen.

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Na klar lassen die sich nicht in die Bücher schauen.

Anstand ist der Wiener-SPÖ ja ein Fremdwort und so lange sie nicht dazu gezwungen werden können.

Nachdem schwarz-blau ja gerade so hervorragend im Schussfeld steht, wäre es ja blöd von den Sozialdemokratten, irgendetwas zu veröffentlichen, dass den Bürgern zeigt das die SPÖ bei weitem die größten Bücher in Ö sind.

Ach wären die in der Staats(Stadt-)führung doch genau so kompetent und bemüht wie bei der vorfeldorganisationsgestützten Unterwanderung sämtlicher politischer Gremien und Institutionen.

Gast: UKW
05.07.2012 20:13
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Warum schreiben Journalisten immer von der "Stadt Wien", wenn die SPÖ meinen?

Angst vor Inseratenboykott? Angst von SPÖ-Politikern kein Interview oder keine Infos mehr zu bekommen? Ein bisserl kritisieren wird ja von den Genossen toleriert und erzeugt auch beim Leser den Schein von Objektivität. Aber nur ja nicht die SPÖ ernsthaft kritisieren.

Wenn ein 12-Jähriger in der Schule so einen Satz schreibt, bekommt er in Deutsch einen Fünfer und muss die Klasse wiederholen:

"Die Stadt Wien will sich nicht in die Bücher schauen lassen"

Die Stadt will nicht? Und was ist mit dem Küniglberg? Will der vielleicht auch nicht objektiv berichten? Böser, böser Berg. Böse, böse Stadt.

Re: Warum schreiben Journalisten immer von der "Stadt Wien", wenn die SPÖ meinen?

Glauben Sie die Stadtentwicklung wurde aus der Parteikasse der SPÖ gezahlt?
Da ist schon die Stadt gemeint, nicht die Partei. Dass die handelnden Personen größtenteils ident sind weiß ohnehin jeder Presse-Leser. Dass aber deswegen Stadt und Partei ein und dasselbe wären ist ein Irrglaube der SPÖ-Wien, den man nicht auch noch fördern muss.

Antworten Antworten Gast: UKW
05.07.2012 23:48
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Re: Re: Warum schreiben Journalisten immer von der "Stadt Wien", wenn die SPÖ meinen?

"Die Stadt Wien will sich nicht in die Bücher schauen lassen"

Lesen Sie den Satz 10 mal durch, vielleicht hilft es und es geht Ihnen in ein paar Monaten der Knopf auf. Bis es soweit ist, können Sie ja die Faust im Sack ballen und für die Erhöhung der Müll-, Wasser-, Park- und sonstiger Gebühren weiter "die Stadt" verantwortlich machen. Böse, böse Stadt. Der Häupl freut sich sicher über eine solche Kommunikation, dass nicht er, die SPÖ und die grünen Steigbügelhalter für die Erhöhung verantwortlich sind, sondern "die anonyme Stadt". Falls Sie ein Partei-Poster sind, gratuliere ich Ihrer Partei zur Einstellung des "genialen" Strategen, wie Sie es sind. Ihr Verein hat wirklich einen "Glücksgriff" gemacht. Darf ich raten? ÖVP?

Re: Re: Re: Warum schreiben Journalisten immer von der "Stadt Wien", wenn die SPÖ meinen?

Haben Sie meine Antwort überhaupt gelesen?
Die "Stadt Wien" ist nicht anonymer als "die SPÖ Wien", die handelnden Personen sind ja bekannt. Natürlich ist Häupl schuld.
Aber es sind nun einmal die Bücher der Stadt um die es geht. Die Entscheidung dazu treffen die jeweiligen Personen in ihrer Funktion als Bürgermeister bzw. Stadträte, und NICHT als Parteifunktionäre.
Dass sie damit im Interesse der Partei arbeiten ist eine Sauerei, ändert aber nichts daran, dass sie eben als Vertreter der Stadt handeln.

Der Satz "die SPÖ Wien will sich nicht in die Bücher schauen lassen" wäre schlichtweg falsch.
Würde Häupl hier nur mit Parteigeldern um sich werfen statt mit Steuergeldern der Wiener wäre die ganze Sache nämlich garnicht so problematisch.

Genauso gut könnten Sie sich darüber beschweren wenn die Presse schreibt die Bank Austria würde Quartalgewinne bekannt geben oder die VÖST Mitarbeiter entlassen. Natürlich sind da immer reale Personen als Akteure dahinter, aber das sagt kein Mensch extra jedes Mal dazu.
Vor allem hier wäre das unnötig, weil - anders als bei BA und VÖST - jeder Presseleser WEISS welche Akteure in Wien das Sagen haben.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: UKW
06.07.2012 20:44
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Re: Re: Re: Re: Warum schreiben Journalisten immer von der "Stadt Wien", wenn die SPÖ meinen?

"Der Satz "die SPÖ Wien will sich nicht in die Bücher schauen lassen" wäre schlichtweg falsch"

Dieser Satz stammt ja auch von Ihnen und nicht von mir! Gleichzeitig prangern Sie an, dass Sie diesen Satz für falsch halten. Sie werden verstehen, wenn ich die Konversation mit Ihnen jetzt beende, weil ich keine Ausbildung als Sonderschullehrer habe. Ich könnte Ihnen jetzt noch eine korrekte Formulierung bringen, aber es wäre absolut zwecklos.

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