20.05.2013 10:31 Merkliste 0

Gefährliches Spiel in Wien

DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

Wiens Parteichef Juraczka will doch an Verhandlungen über die Ausweitung der Parkpickerlzonen teilnehmen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Endgültig sei das Nein der Wiener VP zu weiteren Verhandlungen über die Ausweitung von Parkpickerlzonen. Hat er gesagt. Landeschef Manfred Juraczka noch Anfang dieser Woche. Was will man mehr? Ein paar Tage hat die Aussage Gültigkeit gehabt. Ende derselben Woche ist alles wieder anders. Tja, so rasch können sich Rahmenbedingungen in der Politik ändern.

Bis vor Kurzem war die Wiener ÖVP gleich bedeutend wie die SPÖ in Niederösterreich. Also gar nicht. Mit dem Erfolg beim Sammeln von Unterschriften gegen die Parkpickerlausweitung kommt die Kleinpartei plötzlich wieder in den Genuss von Beachtung. Und dass ungefähr vier Mal so viele Unterschriften gesammelt wurden wie durch die erfolgsverwöhnte FPÖ, hat bei Rot-Grün für Anerkennung (und Häme wegen des großen blauen Plakat- und Postwurfeinsatzes) gesorgt. Der VP-Erfolg könnte aber zum Pyrrhussieg für Juraczka werden. Wenn die Partei ihr Ja-Nein-Ja-Ringelspiel bei Gesprächen mit der Regierung fortsetzt, läuft sie Gefahr, Glaubwürdigkeit, Linie und die letzten Wähler zu verlieren. Aber auch Rot und Grün bewegen sich auf interessantem Terrain. Kann die VP notfalls per Höchstgericht eine Volksbefragung erzwingen, könnte diese zur Vertrauensabstimmung über die für Österreich neue Regierungsform umfunktioniert werden. Und das im Jahr von Nationalratswahlen. Die Löwelstraße sollte alarmiert sein.

 

dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

13 Kommentare
Gast: moos
10.07.2012 21:37
0 0

Abzocke

fahr zwar kein auto und besitze auch keins (zu teuer), aber ich bin gegen das pickerl! die wollen doch einfach für alles dem armen bürger das geld aus der tasche ziehen! es können nunmal nicht alle mit den öffis fahren. soll etwa eine großfamilie ihren großeinkauf mit dem vollen bus transportieren?
außerdem werden dadurch nicht mehr parkplätze wie pilze aus dem boden sprießen!! wie wäre es mal mit parkhäusern oder ähnlichem? und was macht man mit besuch, der nicht aus wien kommt? soll der sich nen jahrespickerl kaufen, für 2 tage oder wie soll das gehen??

Gast: jajajjaja
07.07.2012 18:35
0 0

Wiens Parteichef Juraczka

liebe presse, wer soll das sein? jemand von der övp? oder ist die övp in der presse so standard, dass man das nicht mehr erklären muss. dann bitte nur mehr nachrichten als zentralorgan der övp.

Gast: soisned
07.07.2012 18:02
0 0

Vergleich

Der Vergleich mit der SPÖ Niederösterreich hinkt, weil die doppelt so viele Stimmen wie die ÖVP Wien hat.

Gast: hihihaha
07.07.2012 15:01
0 0

juraczka, der 'volkstribun'

HAHAHAHAHAHAHA Fail

Gast: UKW
07.07.2012 13:25
0 0

Guter Ratschlag an Herrn Jurackzkczka, das ist auch mein Eindruck

Dieses Ja-Nein-Ja-Ringelspiel hat bei den Schwarzen aber leider Tradition.

eigentlich seltsam

wie eine minderheit (wiener autobesitzer) die mehrheit am nasenring vorführen kann. und sich von der mehrheit die hälfte der verursachten kosten finanzieren lässt...

gratuliere - sie hams verbockt...

die volksbefragung zum parkpickerl wird kommen. und sie wird - wie erwartet - mit "nein" ausgehen. wie bei der citymaut sind die vorteile sehr abstrakt. im zweifelsfall gewinnt immer freibier. danke övp und danke spö (wegen der sinnlosen befragung über die citymaut).

Antworten Gast: Gast: Leser
07.07.2012 13:29
0 0

Re: gratuliere - sie hams verbockt...

Nur sind diesmal die Grünen dabei, die bekannlich demokratische Entscheidungen nur dann akzeptieren, wenn sie sich mit ihren Grundsätzen vereinbaren lassen. Ein "Nein" bei der Volksbefragung heißt in diesem Fall daher noch lange nicht, dass das Parkpickerl - vielleicht in leicht abgeänderer Form - nicht kommt.

Re: Re: gratuliere - sie hams verbockt...

also wenn so eine befragung mit hoher beteiligung eindeutig ausgeht, beispielsweise wie in währing, dann werden sie es akzeptieren. was ich sagen wollte: es gibt fragestellungen, da bekommt man immer ein "nein". alles andere wäre ein politisches wunder. wenn man über solche fragen abstimmen lässt, dann hat man schon verloren.

Gefährlicher Kuhhandel

Wenn sich die Wiener Schwarzen von Rot/Grün über den Tisch ziehen lassen ist der neue Obmann bald schon ein "ex". Wie hieß doch schnell seine Vorgängerin? Schon vergessen. Könnte Juraczka auch passieren....

Gast: ja nein ja
06.07.2012 21:04
1 1

der neue geist ?

Kennt die ÖVP ihre Mitglieder, ihre Sympatisanten? Weiss diese Partei, was sie derzeit will? Kann man drüber nur in der Tageszeitung lesen?
Schon mal etwas über neue Kommunikations-kanäle gehört?
Oder fehlt der Partei inzwischen die Routine für das politische Alltagsgeschäft?

2 0

Re: der neue geist ?

Es ist anzunehmen, dass Juraczka zwischenzeitlich einen Anruf von seinen Oberen erhalten hat.
Ich tippe einmal auf Pröll und/oder Leitl....

Antworten Antworten Gast: UKW
07.07.2012 13:06
0 0

Re: Re: der neue geist ?

Da könnten Sie durchaus richtig liegen.

Mehr Kommentare:

Top-News