Eine Investition in die Zukunft ist grundsätzlich einmal positiv. Insofern darf man dem Land Niederösterreich und seiner Landeshauptstadt zum Mut gratulieren, eine neue Arena für den SKN St.Pölten aus dem Boden zu stampfen. Mit einer Kapazität von 8000 Zuschauern, die bei Bedarf auf 13.000 erweitert werden kann, liegt man in der zweithöchsten Liga des Landes – die unverständlicherweise Erste Liga heißt – im Mittelfeld, weit hinter Linz mit 25.000, Kapfenberg mit 10.000 und Lustenau bzw. Altach mit rund 8500 Plätzen.
Und doch darf man zweifeln, dass eine solche Anlage die Größe hat, die der Relevanz des ansässigen Klubs angemessen ist. Denn bei den bisherigen Spielen des SKN St.Pölten war schon etwa bei der Hälfte, also rund 3500 bis 4000 Zuschauern, die obere Latte erreicht. Um das Interesse anzukurbeln, damit der Verein nicht regelmäßig vor halb leeren Rängen spielt, wäre langfristig der Aufstieg in die Bundesliga – oder zumindest die Chance darauf – nötig.
Auf der anderen Seite muss man fast schon dankbar sein, dass Landesvater Erwin Pröll in diesem Fall nicht komplett dem Größenwahn erlegen ist, und so wie einst Jörg Haider in Klagenfurt eine 32.000-Zuschauer-Arena auf die Wiese gestellt hat. Und auch, dass er sich nicht am niederösterreichischen Weg beim Bau von Spitälern orientiert hat – sonst hätte St.Pölten jetzt vermutlich zwei neue Stadien. Eines für Heim- und eines für Auswärtsspiele...
("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.07.2012)















