Das Problem mit Endlosdiskussionen ist, dass sie irgendwann ziemlich langweilig werden: Die Pro-Argumente sind hinlänglich bekannt, die Kontras detto, keiner rückt von seinem Standpunkt ab, die Sache bewegt sich im Kreis.
Die Diskussion um die Sonntagsöffnung ist anders. Da gibt es gottlob immer wieder skurrile Einlagen, womit das Thema recht unterhaltsam bleibt. Zum Beispiel: Das Wiener Marktamt (das offenbar das Privileg der Sonntagsruhe nicht genießen darf) will mit einer „Aktion scharf“ verhindern, dass kleine Lebensmittelhändler am Sonntag ihre Ware verkaufen. Wie ORF online berichtet, handelt es sich bei den bösen Händlern meist um solche mit Migrationshintergrund. Kleine Familienunternehmen also, die sich rücksichtsloserweise selbst ausbeuten. Und nicht den Sonntag genießen – im trauten Heim etwa oder auf einer feinen Landpartie.
Klar: Sie verstoßen gegen das Gesetz. Andererseits: Wie sinnvoll ist ein Gesetz, das ganz offensichtlich den Interessen „freier“ Unternehmer widerspricht? Unternehmer, die keine Angestellten an Sonntagen „zwangsverpflichten“. Unternehmer, die offensichtlich keinen gesteigerten Wert auf „Sonntagsruhe“ legen – aus welchen Gründen auch immer. Unternehmer, die ganz einfach ein offenes Ohr für die Bedürfnisse ihrer Kunden haben. Unternehmer, die ein gutes Gespür fürs Geschäft haben.
Aber damit sind wir wieder in der Endlosdiskussion. Die bringt nichts. Und das macht echt keinen Spaß.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.07.2012)















