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Planlos im Osten

MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Wien, Niederösterreich und das Burgenland wollen nun eng zusammenarbeiten. Echt?

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Die beiden verstehen sich. Landeshauptmann Erwin Pröll macht einen kleinen Scherz, Bürgermeister Michael Häupl legt nach. Die Ankündigung einer engen Zusammenarbeit in der sogenannten „Stadtregion+“ (Wien, östliches Niederösterreich und nördliches Burgenland) ist eine Demonstration der guten Achse Pröll-Häupl.

Nicht lustig, sondern skurril ist die Ankündigung einer besseren Zusammenarbeit in der Ostregion. Im April 1978 wurde die „Planungsgemeinschaft Ost“ gegründet, damit die drei Bundesländer eng kooperieren. Rund 35 Jahre später erklären Häupl, Pröll und Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl, man werde künftig eng kooperieren. Aha.

Politische Optimisten (solche soll es in Österreich sogar noch geben) hoffen nach 35Jahren auf einen Startschuss der Kooperation im Osten, um die gemeinsamen Probleme (Zersiedelung, Verkehr, Wirtschaft) zu lösen. Denn die Frage, wie eng die drei Bundesländer in den vergangenen Jahrzehnten kooperiert haben, lässt sich in der Praxis einfach beantworten: fast gar nicht.

Ein gutes Beispiel für die Nichtkooperation der vergangenen Jahre ist der Verkehrsbereich. Dass eine U-Bahn (z.B. die U6 im Süden über die SCS) die Stadtgrenze verlässt, geht nicht. Auch gibt es zwischen Niederösterreich und Wien keine effektive Kooperation bei der Ansiedelung von Betrieben, also Arbeitsplätzen, in der Region. Aber wenigsten verstehen sich Pröll und Häupl gut.

 

martin.stuhlpfarrer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2012)

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9 Kommentare

kooperation? eher destruktive konkurrenz...

niederösterreich versucht schon seit längerem, eine mit viel erdöl und beton verdünnte konkurrenzstadt zu errichten. mit bundesgeldern wurden und werden massenhaft autobahnen und schnellstrassen gebaut, um die ausdehnung des suburbanen speckgürtels zu maximieren. rein aus standort-egoismus und klientelpolitik ist das durchaus verständlich - die ländliche bauwirtschaft und die landwirte als grundstücksverkäufer gehören schließlich zum klassischen kern-klientel der övp.

Gast: fulca
12.07.2012 11:00
0 0

Der Verschwender

35 Jahre nahezu keine Kooperation zwischen Wien und NÖ verwundern nicht, sind die Investitionen für Verkehr etc in NÖ vor allem in die Totgeburt Landeshauptstadt St. Pölten gelaufen. Aber nicht, um diese vielleicht bequem und schnell erreichen zu können (aus W. Neustadt bist immer noch 2 h + unterwegs) sondern um sich mit diversen PR-Aktionen udn Geldvernichtungsaktionen mit Fototermin möglichst oft in den verpflichteten Medien zu präsentieren.
Abschaffen von Landeshauptmann, Landesregierung und Landesverwaltung spart jährlich zig Milliarden!

wien jammert über die einpendler die sogar

mit pkws kommen !
na wenn ich die u-bahn erst in der mitte der aussenbezirke u1favoriten,u4hütteldorf+heiligenstadt,u6floridsdorf,u3simmering
erreiche, wie soll das denn gehen mit 3x umsteigen ???
in hütteldorf gäbs kein park- und damit -pickerl- problem führe die u4 bis auhof und dort wäre ein parkhaus - nicht erst auf der tangente.
die zwei sollten wegen nachweislicher unfähigkeit sofort in die unverdiente frühpension verschwinden(vielleicht wähnen sie sich ja schon dort).

Gast: total crash
12.07.2012 06:53
2 0

... Ankündigung einer engen Zusammenarbeit[...],

klingt für mich wie eine gefährliche Drohung;o)

Antworten Gast: TT1
12.07.2012 08:57
2 0

Re: ... Ankündigung einer engen Zusammenarbeit[...],

gabs und gibts: Flughafen Schwechat: beteiligt daran: nö und Wien. Eine korruptionshochburg

Gast: gäst
12.07.2012 02:05
0 1

Übersehen?

"Dass eine U-Bahn (z.B. die U6 im Süden über die SCS) die Stadtgrenze verlässt, geht nicht. "
Zurecht.

Im Endeffekt kooperieren die Bundesländer doch eh gut, nur in die völlig falsche Richtung. Die angesprochene U Bahn ist ein System, dass oft schon außerhalb des Gürtels nur mäßig Sinn macht, von NÖ ganz zu schweigen. Die von Pröll wiederum geforderten Schnellstraßen zerstören in Wien ganze Bezirksteile. Es wäre nicht zu erkennen, dass Wien sein U Bahn System für ein das Umland inkludierendes S Bahnsystem aufgeben würde oder dass ein Pröll auf die S x verzichtete, dafür aber die Ortskerne durch bessere ÖV Vernetzung miteinander verbindet.
Doppelgleisigkeiten etc. mag es geben, aber die lassen sich in derartigen Hierarchien nie ganz ausmerzen.

hr. stuhlpfarrer darf es natürlich

nicht in gebotener deutlichkeit schreiben; es ist eigentlich eine verarschung der menschen.
die pgo war immer nur nützlich, wenn es darum ging in pressekonferenzen "aktivität" zu signalisieren. danach wieder stillstand.
als obere verwaltungsebene genügen in österreich die regionen ost (wien, nö, bgld), mitte (stm, kärnten, oö), west (sbg, tirol, vlbg).
dazu müsste man aber zwecks verfassungsänderung die landeshauptleutekonferenz bei wasser und brot in geiselhaft nehmen.
häupl würde da als erster weich.

Dem

ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

1 0

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