23.05.2013 17:53 Merkliste 0

Der Staat wird's nicht richten

STEFAN RIECHER (Die Presse)

Eine Reduktion der Steuerlast würde Firmen mehr helfen als zweifelhafte Fördergelder.

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Auf den ersten Blick mag die Initiative der Regierung zur Förderung junger Firmen sinnvoll erscheinen. 88 Mio. Euro nimmt sie in die Hand, um Gründern unter die Arme zu greifen. Ist doch nicht so schlecht, kreativen Geistern bei der Verwirklichung ihrer Ideen zu helfen. Oder?

Auf den zweiten Blick wird schnell klar: Da haben Frau Fekter und Herr Mitterlehner wieder einmal eine Initiative vorgestellt, die ihnen Schlagzeilen bringen mag, am Kern des Problems aber vorbeigeht. An der Finanzierung einer guten Idee scheitert es hierzulande nur selten. Vielmehr sind die hohen Steuern das Problem. Das zeigt sich am „Doing Business“-Report der Weltbank. In der Kategorie „Verfügbarkeit von Krediten“ für Firmen nimmt Österreich den passablen 24.Platz ein. Bei der Steuerbelastung liegt das Land auf Rang 82, die Schweiz beispielsweise auf Position zwölf.

Dem könnte die Politik entgegenwirken, indem sie nicht länger 53Prozent der Firmengewinne einkassierte. Stattdessen zieht sie weiter den Selbstständigen das Geld aus der Tasche, um es über Umwege an Jungunternehmer zu verteilen. Daran ändert auch das Argument nichts, wonach die Förderung aus Dividenden der Staatsbeteiligungen finanziert werde. Geld hat schließlich kein Mascherl. Einen „Run“ in die Selbstständigkeit wird man so nicht generieren. Dafür wird der Plan Wählerstimmen bringen. Auf den ersten Blick schaut die Idee schließlich gut aus.

 

stefan.riecher@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.07.2012)

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15 Kommentare

Genaus so ist es

Leider liegen der ÖVP nicht die Unternehmer sondern die Kämmerer am Herzen.

Ansosnten würde einer wie Leitl der nur für mehr Abgaben (und mehr Polit-Subventionen) steht nicht mehr Wirtschaftsbund-Obmann sein.

Gast: auswandernhilft
18.07.2012 13:09
0 0

Steuern sind nur ein Teil des Problems

Natürlich, die Steuern sind prohibitiv hoch. Aber dazu kommt noch, dass Selbständige in Österreich Zwangsabgaben leisten müssen, für die sie keine brauchbare Gegenleistung erhalten. Ein paar Beispiele gefällig?
- Zwangsmitgliedschaft bei der WKÖ
- Zwangsinserat in der Wiener Zeitung bei Firmengründung
- Zwangsabgabe in Tourismusgemeinden (als "Interessentengebühr" getarnt
- Usw.

Ein Buckel vor der Presse Klientel...

...is ja auch okay.

Re: Ein Buckel vor der Presse Klientel...?

komme aus einer Arbeiterfamilie und gerade hier sind hohe steuern ein Hindernis, wenn man es mal wagen möchte aus der Abhängigkeit von Chefs zu kommen, die einen nur blockieren. Wenn man seien Arbeit gern hat und nicht nur funktionieren möchte, bleibt oft nur Selbständigkeit....

senkt die unternehmenssteuern und schon wird die wirtschaft brummen...

was für ein märchen das ist, haben reagan und bush jr. ja in der realität eindrucksvoll nachgewiesen.
massive steuersenkungen für unternehmen und reiche haben deren vermögen vermehrt, doch für die volkswirtschaft ausser negativen auswüchsen genau gar nichts gebracht.


Ja deshalb haben die USA ja keine innovativen Unternehmen


Re: senkt die unternehmenssteuern und schon wird die wirtschaft brummen...

Deswegen gehts Unternehmern in den USA im Vergleich zu Europa auch so schlecht.

....Moment....

Ich vermute, Sie wollten - wieder einmal - einfach nur die bösen, unsozialen Amis kritisieren. Das ist hier aber eine klare Themenverfehlung, da es hier ausnahmsweise einmal ausschließlich um das Klima für UNTERNEHMEN geht, nicht um die soziale Verträglichkeit von bestimmten Steuerstrukturen.

Re: Re: senkt die unternehmenssteuern und schon wird die wirtschaft brummen...

themenverfehlung ihrerseits.
es geht weder um das klima für unternehmn noch um irgendeine soziale verträglichkeit.

es geht einzig und allein um die volkswirtschaftlichen auswirkungen.

beide steuergeschenke haben keinerlei statistisch relevante auswirkungen auf bip oder andere messzahlen gehabt.
die als argument gebrauchte push-funktion ist eine theorie, die in der realität widerlegt wurde.

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Re: senkt die unternehmenssteuern und schon wird die wirtschaft brummen...

Macht ja immer Sinn Österreich und die USA zu vergleichen - fast gleich groß, gleiche Steuerstruktur, gleiche Unternehmensstruktur, etc., etc.

Antworten Gast: Matze
18.07.2012 11:51
2 0

Re: senkt die unternehmenssteuern und schon wird die wirtschaft brummen...

Man mag die Wirtschaftspolitik der USA kritisieren, sie hat auch viele Fehler. Aber das unternehmerfreundliche Kima gehört sicher nicht dazu. Oder glauben Sie, dass es Zufall ist, dass in den USA viele der erfolgreichsten Unternehmen der Welt sitzen und jährlich dutzende dazukommen?

Re: senkt die unternehmenssteuern und schon wird die wirtschaft brummen...

massive besteuerung der "reichen" hat ja, wie jedes kleinkind weiß, in der vergangenheit immer zu immerwährendem wohlstand für alle geführt...

fragen sie die kulaken.

Wahlplakat

Wäre das nicht eine Idee für ein Wahlplakat?

"Bei der Steuerbelastung liegt das Land auf Rang 82, die Schweiz beispielsweise auf Position zwölf."

Wobei hoppala, ich hab da doch glatt vergessen, dass 95% der Österreicher mit "Daham statt Islam" oder einem grinsenden Faymann, der Geld mit der Gieskanne an das dankbare Volk verschenkt, mehr anfangen können.

Man muss es immer wieder betonen: die Politiker geben uns nur das, was die Mehrheit der Wähler von ihnen fordert. Wäre der Großteil der Menschen nicht so - tschuldigung - "sauhackldeppad", dann würden die Politiker ziemlich sicher die ein oder andere stumpfsinnige Maßnahme weniger und dafür die ein oder andere sinnvolle Maßnahme mehr setzen.

Antworten Gast: Vogel Strauss
18.07.2012 12:18
1 0

Re: Wahlplakat

Leider richtig - Ö hat die Politiker, die es verdient. Wenn die Leute ein bisserl weniger abhängig vom Staat wären - sowohl finanziell als auch geistig - hätten wir auch vernünftiger Politiker und nicht nur das letzte Aufgebot!

Überhaupt spielt der Staat eine viel zu grosse Rolle

Von der Geburt bis in den wirtschaftlichen (wenn auch nicht tatsächlichen) Tod ist immer der Staat voll dabei. Was sind das bitte für elendige Betriebe. Ich habe meine Firma damals allein mit meinen Partnern aus dem Boden gestampft. Keine Subventionen, keine Staatshilfen. Wird haben eng kalkuliert, Investoren gesucht und gefunden, 10 Euro aus jedem Euro gemacht die wir hatten und einfach bescheiden gelebt. Keine Traumgagen fürs Management oder Dienstautos.

Heute sind wir im über 100 Mitarbeiter Bereich, haben noch niemals rote Zahlen geschreiben, unsere Mitarbeiter sind unser Stolz und wir haben auch sehr, sehr wenig Mitarbeiterverlust durch Abwerben und das ohne auch nur einen einzigen EURO Steuergeld.

Wer das nicht kann soll gar nicht erst entstehen (oder schnell sterben).

Re: Überhaupt spielt der Staat eine viel zu grosse Rolle

pflichte ihnen voll und ganz bei. Wenn wir nicht verstehen wollen, dass Unternehmertum eine Grundhaltung ist, werden wir das auch mit noch so hohen Geldförderungen nicht in den Griff bekommen. Der Staat sollte dazu vor allem Bildungs- und Gesellschaftspolitische Beiträge leisten, aber da hab ich mehr als Zweifel.

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