Auf den ersten Blick mag die Initiative der Regierung zur Förderung junger Firmen sinnvoll erscheinen. 88 Mio. Euro nimmt sie in die Hand, um Gründern unter die Arme zu greifen. Ist doch nicht so schlecht, kreativen Geistern bei der Verwirklichung ihrer Ideen zu helfen. Oder?
Auf den zweiten Blick wird schnell klar: Da haben Frau Fekter und Herr Mitterlehner wieder einmal eine Initiative vorgestellt, die ihnen Schlagzeilen bringen mag, am Kern des Problems aber vorbeigeht. An der Finanzierung einer guten Idee scheitert es hierzulande nur selten. Vielmehr sind die hohen Steuern das Problem. Das zeigt sich am „Doing Business“-Report der Weltbank. In der Kategorie „Verfügbarkeit von Krediten“ für Firmen nimmt Österreich den passablen 24.Platz ein. Bei der Steuerbelastung liegt das Land auf Rang 82, die Schweiz beispielsweise auf Position zwölf.
Dem könnte die Politik entgegenwirken, indem sie nicht länger 53Prozent der Firmengewinne einkassierte. Stattdessen zieht sie weiter den Selbstständigen das Geld aus der Tasche, um es über Umwege an Jungunternehmer zu verteilen. Daran ändert auch das Argument nichts, wonach die Förderung aus Dividenden der Staatsbeteiligungen finanziert werde. Geld hat schließlich kein Mascherl. Einen „Run“ in die Selbstständigkeit wird man so nicht generieren. Dafür wird der Plan Wählerstimmen bringen. Auf den ersten Blick schaut die Idee schließlich gut aus.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.07.2012)















