19.05.2013 06:53 Merkliste 0

Blutiger Aufruf zur Desertion

HELMAR DUMBS (Die Presse)

Der Anschlag vom Mittwoch zeigt Syriens Diktator: Es kann jeden treffen, auch ihn selbst.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Sollte Syriens Machthaber, Bashar al-Assad, entfernt in Erwägung gezogen haben, dass dieser Aufstand einen für ihn ungünstigen Ausgang nehmen könnte, ließ er sich das bisher nicht anmerken. Spätestens mit dem Anschlag vom Mittwoch dürfte es mit seiner inneren Ruhe vorbei sein: Ob es ein Selbstmordattentäter aus den Reihen der Leibgarde war oder nicht, die Botschaft ist eindeutig: Es kann jeden treffen, jederzeit. Auch Assad. Eine Warnung, an Dringlichkeit dem warmen Brot vergleichbar, das die mittelalterlichen Assassinen ihren Opfern aufs Laken legten.

Es ist aber auch eine Botschaft an die zweite und dritte Reihe, vom Regime abzufallen. Auch wenn der Erosionsprozess in Syrien ungleich langsamer abläuft als in Libyen: Er ist im Gang, und er wird sich beschleunigen. Es mag angesichts der vielen zivilen Opfer hartherzig klingen, aber letztlich kann das Assad-Regime nur von innen beseitigt werden. Eine ausländische Intervention – notwendigerweise mit Bodentruppen – würde das Land nur zum nächsten Aufmarschgebiet im Kampf al-Qaidas gegen den Westen machen. Eine Interventionsarmee, die sich in einen konfessionellen Bürgerkrieg mit unübersichtlichen Fronten verstrickt, hilft niemandem.

 

helmar.dumbs@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

5 Kommentare
Gast: philantrop1
19.07.2012 13:57
0 0

ich bin dafür...

die desateure sollen sich der "freien syrischen (sunnitischen) armee" anschließen und anschließend greueltaten verüben....


0 0

Kommentare unerwünscht?


1 0

Re: Kommentare unerwünscht?

Scheinbar, wenn der hier durchgeht...

Aber es ist nun einmal so, Syrien IST bereits Aufmarschgebiet der Al Quaida. Hat der Kommentator wohl verschlafen... Den Lösungsvorschlag, Waffenlieferungen an die Terroristen einzustellen, wollte man hier wohl auch nicht lesen...

1 0

Hö?

Syrien ist doch schon längst Aufmarschgebiet von Al-Quaida und Konsorten, hat der Kommentator die letzten Wochen und Monate verschlafen? Tatsächlich gibt es nur eine Möglichkeit, Syrien den Weg zu ersparen den zB Libyen gehen musste: Einstellung der Waffenhilfe für die Terroristen und Unterstützung Assads.

Gast: Lawrence of Arabia
19.07.2012 09:26
1 0

In freudiger Erwartung

Ich freue mich schon heute auf die Kommentare der Redaktionen nach dem Sturz Assads, wenn in Syrien dann die harmonischste aller Demokratien entstanden ist. Friede, Freude, Eierkuchen. Wir haben es immer schon gewusst.

Mehr Kommentare:

Top-News