25.05.2013 22:59 Merkliste 0

Beim Parkplatz endet der Spaß

ANDREAS WETZ (Die Presse)

Nimmst du mir meinen, nehm ich dir deinen. Die politische Debatte um Wiens Stellplätze sinkt auf Vorschulniveau.

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Jetzt geht's ans Eingemachte. In bester Populistenmanier hat die rot-grüne Wiener Stadtregierung Autos, deren Kennzeichen mit Kürzeln wie WU, TU oder MD beginnen, als die Bösewichte entlarvt, die den leidgeplagten Wienern Schlaf und Parkplätze rauben. Auch die Opposition beteiligte sich an der medialen Jagd auf Pendler. Der Schlachtruf lautete: An ihren Nummerntafeln sollt ihr sie erkennen! Logische Konsequenz war die Ausweitung der Kurzparkzone.

Nun schießt die Provinz zurück. Nach Michael Häupls Parteifreunden aus dem Burgenland, Niederösterreich und Salzburg(!) führt Madeleine Petrovic (Grüne Niederösterreich) die schärfste Klinge. Nach dem Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ sollen künftig Wiener, die mit ihren Autos in Niederösterreich die schöne Aussicht verstellen, ebenfalls zahlen, fordert sie.

Was wie ein Streit zwischen Vorschülern aussieht, hat einen ernsten Hintergrund. Das Niveau der Debatte gefährdet nämlich ernsthaft die bisher vorhandene Basissolidarität zwischen Bürgern und Ländern. Was kommt als Nächstes? Einreiseverbot für Wiener in Kärnten, weil der Landesvater in der Hauptstadt keinen Parkplatz bekommen hat?


andreas.wetz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2012)

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20 Kommentare

da gehts aber durchaus um reale interessenskonflikte...

während in der "provinz" eine ständige steigerung des autoverkehrs das allheilmittel zu sein scheint - als neuestes beispiel siehe das "gerasdorf shopping ressort" (http://www.g3-shopping.at/lage.de.4.htm), ist es in der stadt das gegenteil.

Gast: AlterKämpfer
20.07.2012 19:15
4 0

Bundesstaat

Wo kommen wir denn da hin?
Schon einmal etwas vom Gleichheitsgrundsatz gehört? Jeder (Österreicher) zahlt Bundessteuern für sein KfZ und ist daher im gesamten Bundesgebiet gleich zu behandeln!

Gast: Hanno von Wenen
20.07.2012 18:18
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Ja, wir Wiener haben ein Problem mit 350.000 NÖ-Autos

die täglich nach Wien einfahren. Das ist unsere Stadt, unsere Luft und - auch unsere Pakrplätze. Und wenn wir Wiener in jeder NÖ-Kleinstadt für ads Parken in der allgemein üblichen Kurzparkzone zahlen müssen - dann auch die Niederösterreicher in Wien.

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Re: Ja, wir Wiener haben ein Problem mit 350.000 NÖ-Autos

Richtig! Und aufs Topfi gehn wir auch nur zuhause.

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Seien Sie ein bisschen kreativ...

Sehen Sies mal positiv: Bisher haben die Länder durch ihre Packelei viel zu großen Einfluss ausgeübt, einen Einfluss, der über den ihnen verfassungsrechtlich zugedachten Horizont weit hinausging. Wenn sie sich jetzt zerstreiten zerfällt möglicherweise die Basis, die ihnen bisher so große Macht gegeben hat. Österreich würds nicht schaden...

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Vorschulstreit?

HALLO? Gehts noch?!?
ICH fahre nicht ZUM SPASS nach Wien!!!
Die Wiener fahren aber schon zum SPASS nach Wien! Spaß kostete schon immer Geld, also ZAHLEN liebe Wiener!!!

Antworten Gast: Hanno von Wenen
20.07.2012 18:19
4 0

Ist ja schon der Fall.

Jede NÖ-Stadt hat eine ausgeweitete Kurzparkzone und wir Wiener zahlen. So what?

0 3

Re: Vorschulstreit?

Achso Sorry, die Wiener fahren selbstverständlich zum Spaß nach Niederösterreich und nicht wie ich geschrieben habe "nach Wien"! :-)

eine billige populistische retourkutsche.

mich wundert, dass solch ein blödsinn überhaupt BERICHTET wird anstatt ihn zu ignorieren.

2 elementare voraussetzungen sind nämlich grundverschieden:
1. parkraum ist in den meisten nö-gegenden nicht knapp.
2. der ausbau der öffis in nö ist in keiner weise mit dem in wien vergleichbar. und somit gibt es keinerlei alternative!

Gast: Der Steuerzahler
20.07.2012 10:05
2 0

Die Presseartikel sind bereits beim Volksschulniveau angekommen

"Wien: Das Elend mit den Parkplätzen" wäre so ein Beispiel.

Auch Volksschulniveau, Herr Wetz!


6 0

Die Arbeitnehmen

müssen mobiler werden, wir immer wieder von den "Verantwortlichen" verlangt.
Für die nötigen Parkplätze oder Öffis sorgen sie aber nicht.
Das ist Österreich.

Gast: ökono-mist
19.07.2012 23:56
4 0

Scheinwerfer um Scheinwerfer; Getriebezahn um Getriebezahn...


Um strenge Grenz- und Paßkontrollen an der Wiener Stadt-Außengrenze wird man jedenfalls in Zukunft nicht herumkommen. Auch die Einführung einer Visumpflicht ist anzudenken.

P. S.: Fahrgemeinschaften von Wachauer Heurigenbesuchern mögen ein entsprechendes getürktes Einladungsschreiben beim niederösterreichischen Außenministerium einreichen. Vielleicht verkauft man ihnen dort ja jene Visa, die man in Wien nach dem Auffliegen des schwunghaften Visahandels in der großen weiten Welt nicht mehr an den Mann, äh, pardon, Botschafter, gebracht hat; und eine Grippeschutzmaske (gegen die frei erfundenen Westnil-Gelsen) noch dazu...

Gast: ubu roi
19.07.2012 21:09
3 6

stimmt teilweise

Kindergartenniveau: ja, leider. aber: herr wetz, beim durchlesen der presse-kommentare zum thema (incl Ihrer eigenen) werden Sie feststellen: "Die Presse" ist höchstens krabbelstube. selten so bescheuerte mein-parkplatz-vor-der-haustür-ist-ein-menschenrecht-ideologie reinsten wassers gelesen wie im reaktionären kampfblattl "presse". bisher kein einziges brauchbares argument gegen die ausweitung der pickerlzone gelesen. immer nur ein beleidigtes "die rot-grünen sind so gemein" in verschiedenen schattierungen. erbärmliches niveau, in der tat.

Re: stimmt teilweise

So ist es. Sie können sich sicher sein, Sie müssen nur einen Beitrag schreiben, wie dringend Sie ihr Auto ja "beruflich" innerhalb von Wien brauchen, und die grünen Stricherl schießen nach oben, so schnell können Sie gar nicht schauen.

Komisch nur, wie das andere Städte - wie Kopenhagen - schaffen. Die leben ein paar Jahrhunderte in der Zukunft, weil dort jeder mitm Rad fährt.

Wer jetzt einwendet, dass in Wien die Radwegsituation eine Katastrophe ist, hat Recht: nur - dann sollte man aber bitteschön bessere Radwege fordern und nicht Parkplätze, oder?

Bitte zu Pizzicato verschieben :D !


Gast: Gast: Leser
19.07.2012 19:29
2 5

Logisch

Finde ich gar nicht so unlogisch: wenn man die Pendler aus N.Ö. zwingen will, ihre Autos auf den - nicht vorhandenen! - P+R-Parkplätzen an den Endstellen der U-Bahn am Rande von Wien abzustellen, sollten die Wiener ruhig ihre Autos auch dort abstellen müssen, wenn sie in den Wienerwald oder sonstwohin nach N.Ö. fahren wollen. Die Wiener können sich dann bei Vassilakou + Häupl dafür bedanken.

Antworten Gast: Paul Z.
20.07.2012 08:36
3 1

Re: Logisch

Es gibt genug P&R-Plätze, nur kosten die halt 3€ am Tag, da stehen die Leut lieber illegal (zB im Kreuzungsbereich, schräg statt längs...) in der Nähe der Anlagen.

Gast: Be-obachter
19.07.2012 19:29
4 3

Die Zahnluckerte

will keinen Niederösterreicher mehr in Wien parken lassen.
Folglich werden wir dieselbe Klinge gegen die Wiener führen.
Weil nämlich viel mehr Wiener nach Niederösterreich kommen als umgekehrt.

Antworten Gast: HvW
20.07.2012 18:21
3 0

Nein, Sie sollen

in Wien fürs Parken zahlen. Genauso wie Wiener in den vielen Kurzparkzonen in NÖ zahlen müssen. Von Wr. Neustadt bis Tulln, von Waidhofen bis Gänserndorf muss man fürs Parken zahlen oder man parkt ausserhalb. GENAU DASSELBE SOLL IN WIEN GELTEN.

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