19.06.2013 22:26 Merkliste 0

Auf ewig provisorisch

RAINER NOWAK (Die Presse)

Alois Stöger moderiert den Ärztemangel. Karlheinz Töchterle mutiert schön langsam zum Politiker.

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Was macht ein österreichischer Politiker, wenn es kompliziert wird? Das Problem wird an eine neue Kommission delegiert und dazu eine Studie in Auftrag gegeben. (In Wien setzen überforderte Stadträte neuerdings auch noch „Themenkoordinatoren“, aber das funktioniert nur bedingt.)

Karlheinz Töchterle ist noch nicht so lange Politiker und hat die Studie geerbt, die nun in Brüssel vor der Europäischen Kommission als Argument für die Verlängerung der „Medizinerquote“ dienen soll. Nach intensiver Vorbereitung und langer Schubladenreifung wurde sie am Freitag präsentiert. Die Überraschung der Studie: Sollte die Regelung nicht verlängert werden, würde das den Ärztemangel in Österreich drastisch verschärfen. 2500 Allgemeinmediziner und 5200 Fachärzte könnten so 2030 fehlen. Nicht zuletzt deswegen, weil viele Mediziner – etwa aus Deutschland – nach Studium, WG und Doktor wieder heim zu Mutti wollen. Brüssel hat freundlicherweise signalisiert, das Provisorium der Österreicherquote zu verlängern. Aber bis 2016 müsse eine echte Lösung her.

Gesundheitsminister Alois Stöger rechnet offenbar nicht damit, dann noch das Ressort führen zu müssen, und murmelte bei der Präsentation etwas von Attraktivierung des Medizinerjobs in Österreich. Das kann nie schaden. Auch Töchterle hat leider keine neue Lösung für das Problem parat. Er verschiebt es einfach nur. Und beweist, dass er recht schnell Politiker geworden ist.

 

rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.07.2012)

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7 Kommentare

Unkenntnis der Lage:

Die bei uns ausgebildeten deutschen Ärzte wollen nicht "heim zur Mutti", sondern sie wollen einen Abrbeitsplatz, an dem sie wertgeschätzt werden und sich das auch finanziell niederschlägt. Für die vielen österreichischen Ärzte, die nach Deutschland oder in die Schweiz gehen, trifft das genauso zu.

Re: Unkenntnis der Lage:

So ist es. Ein guter Bekannter von mir, ist nach dem Studium ab nach....NORWEGEN!

Er berichtet von tollen Arbeitsbedingungen, überdurchschnittlich guter Bezahlung auch für Anfänger, sehr guten Weiterbildungsmöglichkeiten (gut, die gibts in Ö auch) und sehr guter aktiver Förderung seitens der Vorgesetzten diesbezüglich (die gibts in Ö überhaupt nicht).

Es geht nicht darum, dass alle Deutschen "heimwollen" - es geht darum, dass alle und damit AUCH die Deutschen dort hingehen, wo sich Arzt sein am meisten rentiert! In Ö ist man viele, viele Jahre lang ein Trottl für alles. Bis die Leute in Ö ihre Fachausbildung abgeschlossen haben, sind sie woanders schon halber Oberarzt.

Der Turnus gehört DRINGEND in die Facharztausbildung integriert, es gibt keine sachliche Rechtfertigung dafür, dass JEDER - ganz egal ob er Landarzt oder Neurochirurg werden will - erst 3 Jahre lang Infusionen aufhängen muss.

Re: Re: Unkenntnis der Lage:

Zur Vermeidung einer zu starken Spezialisierung hätte der Turnus ev. seine Berechtigung, wenn er nicht aus dem von Ihnen erwähnten Infusionen-Anhängen bestünde.

Re: Re: Re: Unkenntnis der Lage:

Ich gebe Ihnen zwar Recht, was die Problematik der "zu starken Spezialisierung" betrifft - dies ist aber auch nur dadurch bedingt, dass Allgemeinmediziner völlig zu Unrecht als "die können alles a bissl aber nix gscheit" verschrien sind.

Auch der Beruf des Allgemeinmediziners ist nach meinem Dafürhalten (und nach dem von immer mehr Experten) eine "Spezialisierung" in dem Sinn, dass sie eine eigene, gesonderte Ausbildung erfordert.

Wichtig wäre nun aber, die Leute, die sich auf bestimmte Fächer ausrichten wollen, nicht 3 Jahre lang mit allgemeinem Turnus zu quälen. Wenn nun das Argument kommt, dass kein Mensch hundertausend Neurochirurgen braucht: völlig richtig, da kann man aber mit Leistungsselektion drüberfahren. Die Gesellschaft hat ein Interesse daran, dass sowas nur die Besten der Besten machen, alle anderen müssen sich dann halt was anderes suchen. Die Besten der Besten gehören aber fühzeitig gefördert und nicht 3 Jahre lang im Stumpfsinnsturnus ausgebrannt.

und wieder nichts über den schwarz-blauen sumpf geschrieben...


...das schreit nach einer jagdeinladung auf schloß luising! bravo, haben sie sich echt verdient, n.!

lieber über den ärztemangel im jahr 2030 , als über schwarz-blaue korruption der gegenwart schreiben. an ersterem ist selbstverständlich der rrrrote im jahr 2012 schuld, und über zweiteres...will hier eh niemand lesen, weil es ja nur den HELDEN- und REFORMKANZLER anpatzen soll, und überhaupt ur links-link ist strasser& co zu thematisieren! darf man denn das?

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Aber

... sonst geht es Ihnen gut?

Antworten Antworten Gast: Vogel Strauss
21.07.2012 21:40
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Re: Aber

Er ist mal wieder seinem Pfleger entfleucht ...

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