Heute marschieren im Landesgericht Klagenfurt die Gutachter im Fall Birnbacher als Zeugen auf. Sie wissen schon: Das sind jene Experten, die ein paar hingeschluderte Seiten eines Villacher Steuerberaters mit einem Wert von sechs Millionen Euro taxiert haben, wie zumindest die Auftraggeber glauben. Beziehungsweise: Die über etwas ganz anderes ganz allgemein „gegutachtet“ haben, wie sie jetzt selbst meinen. Egal, Hauptsache das Honorar stimmt.
Man sieht, die Gutachterei scheint hierzulande eine eher halb lustige Sache zu sein. Übrigens nicht nur im ganzjährigen Villacher Fasching, sondern auch in Wien. Auch vonseiten der Auftraggeber: Im zumindest unappetitlichen Fall der Meschar-Stiftung hat jetzt ein vom Gericht beauftragter „unabhängiger Gutachter“ den ehemaligen Stiftungsvorstand Martin Graf teilentlastet.
Was die, die jetzt mit der Expertise triumphierend „wacheln“, nicht gern dazusagen: Beim Gutachter handelt es sich um den Wirtschaftsprüfer der Stiftung. Der hat also genau genommen, total unabhängig natürlich, darüber geurteilt, ob er selbst bisher was Wesentliches übersehen hat oder nicht. Und da fragt man sich schon, was sich ein Gericht bei einer solchen Gutachterwahl denkt. Oder ist das „eh wurscht“, weil ohnehin jeder weiß, was von Gutachten hierzulande zu halten ist?
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.07.2012)















