22.05.2013 18:32 Merkliste 0

Barack Obamas Nahost-Mythos

WIELAND SCHNEIDER (Die Presse)

Der Nobelpreisträger wurde als Heilsbringer verehrt. Doch er ist nur ein US-Präsident.

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Es war eine große Vision. Denn immerhin wollte Barack Obama einen Konflikt lösen, der seit Jahrzehnten wie ein Schatten über dem Nahen Osten hängt: den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Wem es gelingt, den nahöstlichen Knoten zu entwirren, dem gebührt der Friedensnobelpreis. Den bekam der US-Präsident schon im ersten Jahr seiner Amtszeit. Der israelisch-palästinensische Konflikt ist freilich weiter ungelöst.

Obama ist nicht der erste US-Präsident, der keinen Ausweg aus dem diplomatischen Nahost-Minenfeld fand. Vermutlich wird er auch nicht der letzte sein. Sein Vorgänger George W. Bush wollte in einer Art Torschlusspanik in den letzten Monaten seiner Präsidentschaft ein neues Friedensabkommen herbeiführen, was zum Scheitern verurteilt war.

Was bei Obama jedoch anders ist, sind die gewaltigen Hoffnungen, die in ihn gesetzt wurden. Er galt als Heilsbringer, der die Welt verändern werde, und er selbst spielte mit diesem Mythos. Dass er – wie das Nobelpreiskomitee argumentierte – für ein „neues internationales Klima“ sorgte, stimmt. Zumindest für den Beginn seiner Amtszeit.

Ansonst verhielt er sich außenpolitisch so wie jeder andere US-Präsident. Er ließ Bin Laden ausschalten und befahl, die Tötungen von al-Qaida-Führern zu vervielfachen. Das mag nicht Friedensnobelpreisträger-like sein. Aber US-Präsidenten richten ihr Handeln nach anderen Kriterien aus: nach dem, was ihrer Meinung nach den USA nützt. Das tut auch Obama.

 

wieland.schneider@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.07.2012)

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4 Kommentare
Gast: Ostküstenonkel
27.07.2012 08:22
0 0

Obama ist ein Politikdarsteller

Die USA sind der Hegemon, und haben wenn man einen historischen Vergleich ziehen will die gleiche Stellung wie damals das römische Reich.

Der amerikanische Präsident ist sowieso nur eine Marionette des militärisch-wirtschaftlichen Komplexes der in den USA die wahre Macht hat.

Im Grunde ist es auch völlig egal wer dort den Präsidenten spielt. Die Hegemonie muss um jeden Preis aufrecht erhalten werden.

Es entzieht sich sowieso meiner Kenntnis was sich das Nobelpreiskomitee dabei gedacht hat.

Im übrigen wird die amerikanische Nahostpolitik ohnehin in Jerusalem gemacht
(Peter Scholl-Latour)

Und daran ist nichts falsches

Ich würde mir auch wünschen dass österreichische Politiker ihr Handeln nach dem ausrichten würden was Österreich nützt. Tun sie aber nicht. Das ist der grosse Unterschied zu amerikanischen Präsidenten.

Re: Und daran ist nichts falsches

Da haben Sie völlig recht. Allerdings sehe ich den Nutzen für das amerikanische Volk auch nicht.

Re: Re: Und daran ist nichts falsches

Da haben Sie jetzt Recht aber soweit wollte ich es nicht treiben.

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