Sommerschaufenster also, immer noch: Da schmeißt man sich als Kolumnist in die Badehose, bevor man sich an den PC setzt und hofft, dass sich damit der richtige Sound einstellt. Was er nicht so recht will in diesem Murensommer. Zum Baden komme ich trotz der Hose jedenfalls kaum. Zum einen natürlich, weil ich hier sitze und diese Kolumne schreibe. Zum anderen aber ist das Wasser doch recht frisch. Übrigens: Anders als Augenringen, Falten und grauen Haaren wird der Art, wie man ins Wasser geht, als Indikator für das Alter zu wenig Beachtung geschenkt. Solange man jung ist (sich fühlt, so tut...), geht man einfach hinein. Mit meinen Buben spiele ich „styler reingehen“. Dabei geht es darum, möglichst ungezwungen und vor allem ohne Zögern, aber auch ohne Hast in einem Zug in kaltes Wasser zu gehen (nicht springen!). Fühle ich mich allerdings unbeobachtet, taste ich mich quälend langsam Stufe um Stufe vor, um vor dem endgültigen Hineingehen den Bereich rund ums Herz noch einmal extra abzukühlen. Am meisten Zeit und Überwindung kostet mich allerdings (wie schreib ich's nur?) die Gegend rund um Unter- und Oberbauch. Aus verlässlicher Quelle höre ich, dass sich Frauen vor allem mit den Ellbogen plagen, was zum Herumstehen im Wasser mit hochgezogenen, angewinkelten Armen führt. Achten Sie das nächste Mal darauf! Und ich zieh mir jetzt – Sommer hin, Schaufenster her – wieder etwas an.
Schaufenster.DiePresse.com/Randerscheinung
("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2012)















