Die Spiele sind eröffnet, der echte Olympia-Wahnsinn kann beginnen, 302 Entscheidungen warten in 16 Tagen. London wird ganz anders als Peking vor vier Jahren; wofür die 27. Sommerspiele einmal stehen werden, das wird erst die Zeit zeigen. „Aber eines steht jetzt schon fest: London 2012 hat alle Voraussetzungen erfüllt, um bleibenden Nutzen zu stiften“, behauptet IOC-Präsident Jacques Rogge. Nicht alle Briten teilen diese Meinung, schließlich fällt Olympia in Zeiten der Rezession, und viele jammern den Kosten in der Höhe von 9,3 Milliarden Pfund nach. Aber Spiele der Superlative haben eben ihren Preis.
Für den IOC-Präsidenten Rogge wird London zum olympischen Finale, im September 2013 heißt es für den 70-Jährigen Abschied nehmen. Fünf Olympische Spiele sind in seiner Regentschaft über die Bühne gegangen, erreicht hat der Chef-Olympier seit 2001 nur unspektakuläre Teilerfolge. Ein wenig stolz kann er lediglich darauf sein, dass in London erstmals in der Olympiageschichte alle Mannschaften mit Frauen antreten. Aber von olympischer Gleichberechtigung kann man noch lange nicht sprechen.
wolfgang.wiederstein@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2012)















