23.05.2013 20:14 Merkliste 0

So unfair kann Robin Hood sein

MATTHIAS AUER (Die Presse)

Paris bestraft hundert Firmen mit der Aktiensteuer. Ein populistischer Soloritt.

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Frankreich hat endlich seine Finanztransaktionssteuer. Das Land ist damit in Europa zwar weitgehend allein, den Investoren stehen also alle Fluchtwege offen. Aber ums „Steuern“ ist es Frankreich bei dieser Steuer ohnehin nie gegangen. Schon der konservative Erfinder Nicolas Sarkozy versprach sich vom Soloritt vor allem billige Wählerstimmen. Sein sozialistischer Nachfolger François Hollande verdoppelte die gut klingende „Robin-Hood-Tax“ noch einmal. Populismus wie aus dem Lehrbuch.

Da stört es gar nicht, wenn das Gesetz so löchrig formuliert ist, dass Profis nicht einmal neue Ausweichrouten suchen müssen, um unbeschadet weiterhandeln zu können. Bezahlen werden die Börsensteuer nur ein paar Privatanleger.

Frankreichs Vorstoß offenbart aber noch zwei Details. Erstens: Die „fairste aller Steuern“ ist gar nicht so gerecht, wie sie gern wäre. Denn Paris besteuert nur den Handel mit Aktien jener 109 Firmen, die den „Fehler“ begangen haben, über eine Milliarde Euro wert zu sein. Alle anderen sind künftig billiger zu haben. Gerechtigkeit sieht anders aus.

Zweitens: Frankreich ist gar nicht so sicher, ob die Börsensteuer nicht doch Investoren vertreibt, wie das „böse Zungen“ ja immer behaupten. Das will die Regierung dann doch lieber nicht. Zumindest nicht, wenn sie sich selbst an der Börse um Geld anstellt. Doch mit dem neuen Gespür für Gerechtigkeit hat Frankreich auch das Problem gelöst: Staatsanleihen gibt's auch in Paris weiter steuerfrei.

 

matthias.auer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2012)

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6 Kommentare
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Vorsicht: sozialistische Gerechtigkeit!

Wenn Sozialisten von Gerechtigkeit reden, dann heißt das:
1) fleißigen Menschen die Hälfte oder mehr ihres Einkommens zu stehlen,
2) Sparer zu diskreditieren und zu schädigen,
3) Bürgern Geld wegzunehmen um es der eigenen Klientel zuzuschanzen (Deckname: soziale Transferzahlungen).


Gast: Tourist
02.08.2012 03:09
1 10

Poplismus ist also schlecht

und eine Plutokratie die Antwort auf unsere Probleme?

Dummes Managementgeschwaetz von Dummschwaetzern, die bestenfalls Marketing studiert haben.

Re: Poplismus ist also schlecht

Die Antwort auf das Problem wäre, den Ernst der Lage zu erkennen, diesen ggfs. auch dem Wähler so mitzuteilen, dass dieser in die Lage versetzt wird, dieses Problem als sein "eigenes" anzuerkennen und dann das Bündel von 1000 Dingen festzlegen und umzusetzen, die notwendig sind, um einen Staat längerfristig stabil zu finanzieren.

So, wie´s halt auch andere Länder mit ordentlichem Sozialsystem geschafft haben. Ist aber mehr Arbeit, als an irgendeinem in der Gesamtbilanz sinnlosen Schräubchen zu drehen.

Gast: Lukas
01.08.2012 22:43
11 0

Populismus gepaart mit Dummheit

und der sozialistische Karren Frankreichs fährt mit Vollgas an die Wand!

Antworten Gast: Tourist
02.08.2012 03:10
0 12

Re: Populismus gepaart mit Dummheit

Aha. Warum haben dann also seine konservativen Vorgaenger Chirac und Sarkozy den franzoesichen Karren an die Wand gefahren?

Re: Re: Populismus gepaart mit Dummheit

da wollten sie leuten wie gast:lukas einen gefallen tun.
denn wenn nicht die sozis an allem schuld sind (erbsünde inklusive!), dann hat sein leben doch jeglichen sinn verloren....

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