21.05.2013 20:15 Merkliste 0

Pensions-PR im Rathaus

RAINER NOWAK (Die Presse)

Die Mehrheit der neuen Stadt-Wien-Frühpensionisten sind keine Schwerarbeiter wie immer behauptet.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Das Problem an der Politik im Wiener Rathaus ist nicht nur der Holzwegstatus von Michael Häupl und seinen rot-grünen Stadträten bei vielen Themen. Noch ärgerlicher ist der Umgang mit ebensolchen Fehlentwicklungen.

Längst wissen Sozialdemokraten – und tief drinnen auch der mit Wien verbundene Sozialminister –, dass die Pensionsregelung für Wiener Beamte dank gemütlicher Übergänge für die Betroffenen das Gegenteil von „solidarisch“ war: Es ist ein System für Privilegierte. Andere Bundesländer wie Salzburg oder das sonst oft kritisierte Niederösterreich haben ihren Pensionsbereich in Ordnung gebracht, Wien nicht.

Aber es wird nicht etwa eingestanden, dass man den treuesten Parteigängern und Mitarbeitern keine Veränderungen abverlangen wollte. Nein, man verdreht einfach die Wahrheit. Da heißt es dann etwa, dass es die über Jahre körperlich geforderten Mitarbeiter der Müllabfuhr oder vergleichbarer Abteilungen seien, die „krankheitsbedingte“ Frühpensionen in Anspruch nehmen mussten. Im Bund hingegen könne man dank Schieben ruhiger Kugeln auch länger arbeiten, so die Logik.

Ein Blick in die betreffende letzte Liste zeigt aber: 233 von 363 betroffenen Wiener Frühpensionisten sind keine Schwerarbeiter, also Müllarbeiter, Krankenschwestern oder Kanalräumer. Stattdessen finden sich Kanzleikräfte, Büromitarbeiter und Verwaltungskräfte darunter. Wiens Stadtregierung glaubt einfach, dass immer alles durchgeht.

 

rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

16 Kommentare

Durchgehen?

Also ich bin völlig davon überzeugt, dass das "durchgeht" - anderenfalls hätten die Wiener die Roten doch schon längst zum Teufel gejagt.

Häupl weiß, dass sein willfähriges Stammwählerpublikum die SPÖ einfach immer wählen wird. Ganz egal, wie viele Missstände in der Verwaltung, wie viele Bauskandale, wie viele unnötige Belastungen......Wien ist einfach ein Paradebeispiel für eine nicht funktionierende Demokratie aufgrund einer großteils wahlunfähigen Bevölkerung. Wien hat exakt jene Politiker, die sie seit Jahrzehnten verlangen.

Gast: 1. Parteiloser
03.08.2012 08:30
4 0

Der Misthaufen Beamte und Politiker gehört, ohne Propaganda, einfach nur noch aus dem Land gejagt!

Die Probleme der Österreicher gehen ja weit, sehr weit, über die Problematik des Frühruhestandes und der verschiedenen Regelungen zur Invaliditätsversorgung hinaus.

Obwohl es allgemein bekannt ist, dass die Leistungsanforderungen an die Beamten (gemeint alle Typen in den geschützten Bereichen!) sehr gering sind, so kassieren diese frechen Nehmer folgende Aktivbezüge:

Jahresbruttoeinkommen nach dem RH:
Arbeiter:..............18.318.-
Selbstständige......23.657.-
Angestellte:..........34.146.-
Beamte:..............51.228.-

Nach dem Abkassieren der Leistungen der anderen Menschen, bei eigener Geringstleistung, geht es dann in einen sehr führen Ruhestand, welcher dann so aussieht:

Ruhegenüsse von Bundesbeamten:
Exekutive:..................33.772.-
Lehrpersonen:............51.430.-
Richter/Staatsanw.:....74.976.-
Militär:......................37.123.-
Verwaltung:...............31.624.-

Gesetzliche PV.:....14.634.- (ASVG)

Inzwischen sind es schon knapp 400.000 Ruhegenießer aus den geschützten Bereichen (die Betriebspensionisten von OeNB, Kammern, ORF, etc. kommen noch dazu!), welche einfach nur irre Summe kosten. Nur der Bund weist für die Monate Januar bis Juni 2012 Kosten von 4.499,9 Mio. Euro aus, Länder und Gemeinden kommen dann noch dazu!

Dieser Beamtenmisthaufen, welcher auch die Gesetzgebung dominiert, der raubt die Mitmenschen nur noch aus und begeht vorsätzliche schwere Verbrechen gegen die Menschenrechte.

Jagt die Beamten und Politiker aus dem Land!

Antworten Gast: Karl Schlosser
04.08.2012 18:22
0 0

"Entmachtung" der herrschenden Klasse ?

"Real" beherrschen unsere privilegierten "Diener" und nicht das Volk die pol. Parteien, die Parlamente und Regierung - als eine "sich selbst ergänzende Oligarchie".
Da man nicht zugleich dienen und herrschen kann (und soll) brauchen wir leider einen Umsturz und eine neue Verfassung ?

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
05.08.2012 15:11
0 0

Re: "Entmachtung" der herrschenden Klasse ?

Ja, genauso ist es!

man leistet also keine schwerarbeit (bzw besser: eine schwer belastende arbeit), wenn man weder krankenpfleger, müllaufleger oder kanalräumer ist...

na das wird viele der leser hier aber mächtig ärgern: schließlich behaupten diese des öfteren, wie schwer sie arbeiten. und ich bezweifle, dass diese obige berufe ausüben.

ein kommentar muss nicht objektiv sein, hr. nowak.
aber er sollte auch nicht polemisch sein und entscheidende fakten ignorieren!

die fakten in diesem fall: was sind denn die hauptgründe für krankheitsbedingte arbeitsunfähigkeit?
der kaputte rücken ist es nicht, ausgeleierte gelenke ebenfalls nicht. der betonblock, der auf die füße fällt, spielt keine rolle. detto das wetter.

es sind in unserer heutigen modernen welt vor allem die psychischen belastungen, die die menschen krank machen. JEDE statistik spricht da eine klare sprache.
doch wozu klare fakten bringen, wenn sie nicht ins polemische konzept passen? SO bekommt man keine regelmäßige kolumne.

Re: man leistet also keine schwerarbeit (bzw besser: eine schwer belastende arbeit), wenn man weder krankenpfleger, müllaufleger oder kanalräumer ist...

Ich lach mir einen Ast. Wo kommst du denn her? Husch, husch, zurück hinter den sicheren Kanzleiofen, du sensibles Beamtenbürschchen.

Der einzige Grund arum Wiener Beamte frühzeitig kaputt sind weil sie gerne einen mit dem bladen Michi saufen und das in der Dienstzeit wenn sie eigentlich bürgerdienst machen sollten. Ich war selbst einige Jahre Insider. Die österreichische Beamtenschaft ist faul, dumm und unerträglich arrogant und die Wiener stellen die Spitze der Pyramide dar.

So, jetzt will ich sofort mein rotes Stricherl von dir bevor du jetzt aus Frust zum Krügel greifen musst sonst vergisst du das am Ende noch.

Re: Re: man leistet also keine schwerarbeit (bzw besser: eine schwer belastende arbeit), wenn man weder krankenpfleger, müllaufleger oder kanalräumer ist...

wozu frust? proleten ohne argumente, die selbsterlebtes als objektive statistik betrachten, bin ich gewohnt!

aber ich kann mich dir teilweise anschließen: was du als insider in der beamtenschaft erlebt hast, habe ich als insider in der privatwirtschaft erlebt: faule, dumme und unerträglich arrogante mitarbeiter.

soll ich jetzt nach deinen 'empirischen' prolo-regeln vorgehen und behaupten: alle österreicher sind so...!

aber ich habe ohnehin den verdacht, dass du mit faul, dumm und arrogant eine selbstbeschreibung eines ex-beamten abgegeben hast.

Re: Re: Re: man leistet also keine schwerarbeit (bzw besser: eine schwer belastende arbeit), wenn man weder krankenpfleger, müllaufleger oder kanalräumer ist...

Du hast natürlich Recht (wie sicher immer) und ich habe (so sie immer alle anderen auch) Unrecht. Deswegen vermeide ich Typen wie dich weil das gleissende Licht ihrer Erkenntnisse meinen ja so unbedarften Geist blenden und wer steht schon gern im Schatten einer so überragenden Persönlichkeit wie du es bist.

Man muss übrigens kein Beamter zu sein um Insider zu sein aber das hast du auch schon messerscharf kombiniert.

Ach, nochwas. Erfahrung basiert nun einmal auf selbst erlebtem und lässt sich nicht aus Mickey Maus ableiten.

So, und jetzt lese ich noch schnell eine gesammelte Version deiner Werke am Klo (zwecks Erleuchtung des Tages), dann noch eine Verbeugung und einem erfolgreichen Tag steht nichts mehr im Wege.

Re: Re: Re: Re: man leistet also keine schwerarbeit (bzw besser: eine schwer belastende arbeit), wenn man weder krankenpfleger, müllaufleger oder kanalräumer ist...

ob ich recht habe oder nicht, darum geht es nicht.
in einer diskussion geht es hauptsächlich um argumente. und deren fehlen, bzw die pauschalierung und statistische unzulässigkeit habe ich kritisiert.

wenn du solche kritik nicht verträgst, dann solltest du entweder diskussionen meiden oder deinen input entsprechend anpassen.
aber nicht: weiterhin diskussion mit stammtischbrüllerei verwechseln....

Re: Re: Re: Re: Re: man leistet also keine schwerarbeit (bzw besser: eine schwer belastende arbeit), wenn man weder krankenpfleger, müllaufleger oder kanalräumer ist...

Oh ich denke ich hab den Stammtischbrüller schon richtig erkannt. Nicht empfindlich sein jetzt. Du kannst gut Austeilen. Kann ich auch. Lern auch einstecken.

Giftig bin ich geworden, dafür schäm ich mich nicht. Aber ich bin die sogenannten zivilisierten Diskussionen leid wo ein paar Besserwisser immer so tun als ob sie die Wahrheit gepachtet hätten und jeden anders denkenden als brüllenden Steinzeitprolo vorzeigen wollen und wenns selbst ans Leder geht winselnd schimpfen.

Ich teile aus. Ich stecke ein. Das ist Diskussion nicht die angeblich zivilierte Variante. So, jetzt denk dir bitte was du willst und schreib dir ruhig den Frust von der Leber. Ohne Leute wie dich währe die Welt echt langweilig und das meine ich ausnahmsweise nicht sarkastisch. Ich reib mich gern an andersdenkenden. Hab es noch nie bereut.

Re: man leistet also keine schwerarbeit (bzw besser: eine schwer belastende arbeit), wenn man weder krankenpfleger, müllaufleger oder kanalräumer ist...

S.g. Oberst,

als (wahrscheinlich) neuer Chefredakteur der Presse wird es Rainer Nowak wohl nicht so schwer haben, eine Kolumne zu bekommen.
Im Übrigen stinken die Pensionsprivilegien der Gemeinde Wien wirklich zum Himmel. Sage ich als vermeintlicher (aber wahrscheinlich nicht mehr) Nutznießer.

Re: man leistet also keine schwerarbeit (bzw besser: eine schwer belastende arbeit), wenn man weder krankenpfleger, müllaufleger oder kanalräumer ist...

eine belastung kann nur durch druck entstehen, und selbiger ist im öffentlichen dienst maximal durch ein gekipptes fenster zu erfahren.
also mach dich nicht lächerlich mit deiner argumentation.

Gast: Dolfi Teufel
03.08.2012 02:16
3 0

Auch "Arbeiter der Stirne" leisten Schwerarbeit -

nämlich geistige. Die Folge von stressgeplagten Jobs sind neben relativ harmosen "Burn outs" oft massive körperliche körperliche Schäden wie Bluthochdruck, Zucker etc. So zu tun, als ob nurdie Tätigkeit am Hochofen oder am Bau die Gesundheit ruinieren würde, ist geradezu absurd.

Die Wiener Gemeindebediensteten schoben in früheren Jahren dank personalem Überbelag eher eine "ruhige Kugel". Die Gefahr bestand früher eher darin, daß durch das tägliche "Pfiat-Gott-Vierterl" die Gesundheit der Leber massiv geschädigt wurde ....

Wie jetzt die "Belastung" der Wiener Beamten ist, darüber kann ich keine Auskunft mehr geben. M.E. wird ihnen das allf. Arbeitsleid immer noch durch eine wesentlich bessere Bezahlung und Pensionsprivilegien gegenüber den Bundesbeamten "versüßt"! Sozusagen als Dank für die stramme linke Gesinnung in den Personalvertretungen...

Und schöne Grüße an den in Ungnade gefallenen "Lichtträger"!


Gast: UKW
02.08.2012 22:27
7 0

Treue Parteigänger und Mitarbeiter der Gemeinde Wien sind ident

"Aber es wird nicht etwa eingestanden, dass man den treuesten Parteigängern und Mitarbeitern keine Veränderungen abverlangen wollte"

Kein Mensch bekommt in der Kolchose Wien einen Job, ohne Parteimitglied der SPÖ zu sein. Man macht sich gleich gar nicht erst die Mühe von Ausschreibungen. Es wäre ohnehin sinnlos. Denn im Personalbüro sitzen nur lauter Genossen.

9 0

Die gleichgeschaltenen Medien würden es anders berichten,

deshalb auch mal einen Dank an einen Bericht außerhalb des rot-grünen Einflussbereiches. Allerdings - die Strafe folgt auf dem Fuße: es gibt keine Inserate der Wiener Wasserwerke (wie in "heute" und "Österreich") die uns als Monopolbetrieb mitteilen, dass sie uns mit Wasser versorgen.

Andere Bundesländer wie Salzburg oder das sonst oft kritisierte Niederösterreich haben ihren Pensionsbereich in Ordnung gebracht, Wien nicht.

Auch der Bund!

Mehr Kommentare:

Top-News