22.05.2013 05:06 Merkliste 0

Hüftschuss von Darabos

WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Die Kritik des Sportministers am ÖOC-Team sorgt für Unruhe.

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Die Olympischen Spiele in London sind nun bereits eine Woche alt, die österreichischen Funktionäre sind längst nervös, die Ungeduld wächst und wächst, weil das womöglich medaillenlose Unglück immer wahrscheinlicher wird. So mancher mag das als Schande oder Blamage interpretieren, aber noch gibt es vielleicht die eine oder andere kleine Hoffnung, nicht mit komplett leeren Händen heimkehren zu müssen. Die Kunst wird sein, dem täglich größer werdenden Druck standzuhalten.

Die Nerven verloren haben indes einige Politiker, allen voran Sportminister Norbert Darabos, der sich in London in seiner ÖOC-Trainingsjacke als eine Art Hobbysportler verkleidet. Er hat mit seiner heftigen Kritik an den bisher großteils enttäuschenden Leistungen jedenfalls gewaltige Unruhe in die heimische Sportwelt gebracht. Und der Herr Sportminister hat auch schon die Schuldigen ausfindig gemacht: die Athleten, die nicht an ihre Leistungsgrenzen gegangen sind. Und schuld seien obendrein jene Funktionäre, die das neue Bundessportfördergesetz blockieren. Daher fühlt sich Norbert Darabos für die Misserfolge auch nicht verantwortlich, denn Verursacher des Problems sind die schlimmen Dachverbände. Hätte es allerdings bereits eine Medaille im Hause Austria zu feiern gegeben, der Sportminister wäre bei den Fototerminen sicher nicht weit gewesen. Mit Verlieren wollen Politiker aber nichts zu tun haben. Sonst wäre schillerndes Olympia wieder nur wie grauer Alltag.

 

wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2012)

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4 Kommentare
Gast: Stefan Bergsmann
07.08.2012 20:57
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Der Fisch stinkt schon im kleinen

Hüftschüsse des Ministers bringen wenig, zumal schon viel an den Strukturen krankt. Ein Beispiel: unsere Tochter turnt eifrig in einem Turnverein. Obwoh die Kinder im Sommer trainieren wollen und auch die Trainerin bereit steht und größten Einsatz zeigt, dürfen sie jedoch in den Ferien nicht in den Turnsaal, in dem sie sonst trainieren. Denn da sind eben Ferien. Täte es dem Turnsaal weh, wenn er auch in den Ferien benutzt wird? Wurde er nicht von Steuergeldern errichtet? - Hier gibt es jede Menge unverständliche Missstände bereits im Kleinen, um die sich der Minister jederzeit kümmern und sie lösen könnte ... - kein Wunder, dass wir nur wenige gute Sportler haben, wenn wir die Turnsääle die Hälfte des Jahres zusperren.

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NMS - Norberts Mittel Schule

Ausgerechnet ein glühender Vertreter der Gesamtschule beklagt mangelnde Erfolge im Spitzensport? Ja lernen denn nicht die Schlechteren von den Besseren? Von der NMS profitieren doch angeblich alle.

Norbert

halt. Wer hat sich etwas anderes erwartet?

Gast: Anabol
04.08.2012 16:31
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Im Sport gibt es heute nur eine Regel, wer siegt ist gedopt.

BM Supernaiv:
Zuerst das Dopen behindern und sich dann wundern wieso die Österreicher nichts erreichen?

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