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Das Geld anderer Leute

JOSEF URSCHITZ (Die Presse)

Wer Milliarden an Agrarförderungen verteilt, muss sich Kontrolle gefallen lassen.

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Also: Das Landwirtschaftsministerium hat einen Teilbereich der Agrarförderungen ohne zwingende Not übermäßig ausgeweitet – und zwar „ohne Rechtsgrundlage“, sagt der Rechnungshof. Zudem seien die Mittel ineffizient eingesetzt worden, und es sei zu „In-sich-Geschäften“ gekommen, bei denen „Auftragnehmer und Auftraggeber ident“ gewesen seien.

Starker Tobak. Aber wundert das jemanden? Überall dort, wo fremdes Geld verteilt wird, macht sich, wenn man nicht höllisch aufpasst, eine gewisse, na, sagen wir, Großzügigkeit breit. Und überall dort, wo die Verteilung im Rahmen von seit Jahrzehnten stabilen, unangreifbaren Machtstrukturen geschieht, ist diese Gefahr besonders hoch.

Das Landwirtschaftsministerium weist die Rechnungshof-Kritik übrigens relativ harsch zurück und meint ungewollt vieldeutig, die Kritik gehe „ins Leere“. Auch das wundert niemanden. Im bauernbunddominierten Niederösterreich sind die mäkelnden Rechnungshof-Prüfer neulich wegen blasphemischer Kritik an der unendlichen Weisheit der Landespolitik ja sogar per einstimmigen Landtagsbeschluss hochkant hinausgeflogen.

Trotzdem: Die Agrarförderungen sind nach den ÖBB-Zuschüssen der zweitgrößte (und ebenso zu hinterfragende) Subventionsbrocken der Republik. Die Steuerzahler müssen darauf bestehen, dass den Verteilern dieser Milliarden genau auf die Finger geschaut wird. Und dass die nicht auch noch „pampig“ werden, wenn man Rechenschaft einfordert.

 

josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2012)

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35 Kommentare
 
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Förderungen nach Gießkannenprinzip abschaffen...

...und nur mehr jene fördern, die es wirklich brauchen. Das wäre ja schon einmal ein Anfang.

Ich sehe nämlich ehrlich gesagt nicht ein, wieso es Förderungen für Großgrundbesitzer gibt.

Gast: Hans Berger
04.08.2012 15:32
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Agrarförderungen sind nichts anderes als Preisstützungen für Lebensmittel

Man kann Agrarförderungen abschaffen, wenn man 1.) damit einverstanden ist, dass der Preis für ÖSTERREICHISCHE Lebensmittel sich um zumindest 30% erhöht und 2.) damit mindestens 50% der kleinen Bauernhöfe für immer schließen.

Wenn man das will kann man das machen.

Man muss aber auch auseinanderhalten: der Großteil dieser beanstandeten Fördergelder ist nicht das, was den Bauern direkt zu Gute kommt sondern beanstandet werden hauptsächlich "Projektgelder für den ländlichen raum". Und da werden Golfplätze genauso gefördert wie Kinderbetreuungseinrichtungen, was alles mit Landwirtschaft herzlich wenig zu tun hat.


Re: Agrarförderungen sind nichts anderes als Preisstützungen für Lebensmittel

Unsinn. Die behandelten LEADER-Gelder sind alles andere als Preisstützungen für Lebensmittel.

Nicht zu sehr der Werbung aufsitzen

Man sollte nicht so tun, als ob ÖSTERREICHISCHE Lebmittel so viel toller wären als die unserer Nachbarn. Da wird genauso geschummelt (siehe tödlicher Käse), überall sind glückliche Kühe auf den Plakaten obwohl der Großteil aus Stallhaltung kommt. Das GEld wandert großteils an große Lager-, Handels- und Vermarktungsorganisationen oder zur Zuckerstützung für RedBull. Mahlzeit.

Re: Agrarförderungen sind nichts anderes als Preisstützungen für Lebensmittel

Danke für diesen Kommentar!

Re: Agrarförderungen sind nichts anderes als Preisstützungen für Lebensmittel

Und die Bauern, außer die Großbetriebe, Molkereien und AGRANA haben herzlich wenig davon!!

Schafft endlich alle Förderungen für die Landwirtschaft ab und gebt dafür jedem dort arbeitenden Menschen eine Grundversorgung !!!

Re: Re: Agrarförderungen sind nichts anderes als Preisstützungen für Lebensmittel

Grundversorgung alleine wäre hier nicht zielführend, weil es ja nicht nur um das Einkommen der Menschen im Agrarbereich geht, sondern auch um die Lebensmittelpreise. Diese hängen unter anderem auch davon ab, wie die Ernten ausfallen. Und natürlich ist da die Sache mit der Gewinnspanne für den Handel.

Würde man den Bauern faire Preise bezahlen, wäre die Gewinnspanne für den Handel kleiner und das will der Handel natürlich nicht. Da müsste man regulierend eingreifen, weil ohne Regulierung anscheinend jeder macht, was er will.

Grundversorgung zusätzlich für Menschen mit geringem Einkommen wäre aber in Ordnung für mich.

Re: Re: Re: Agrarförderungen sind nichts anderes als Preisstützungen für Lebensmittel

Grundversorgung für Menschen mit geringem Einkommen - es gibt heute schon sehr viele Menschen mit 'geringem' Einkommen, diese wollen halt nicht mehr arbeiten, weil die sozialen Zuschüsse sowieso fliessen.
vor einigen Monaten war hier zu lesen, 2 Erw + 2 Ki: bei 950 btto = 800 netto kommen soz.Leistungen von 2000 hinzu. bei 3800 brutto = 2600 netto kommen noch 500 hinzu. dh zwischen 800 Arbeitsnetto u. 2600 Arbeitsnetto liegen nur 400 Differenz.
Ersterer hat bei seiner Arbeit keinerlei Verantwortung, zweiterer sehr wohl.
Bei Nichtarbeit oder Geringarbeit sind wir dem Staatsbankrott sehr nahe, ich bin gegen ein arbeitsloses Grundeinkommen.

Re: Re: Re: Re: Agrarförderungen sind nichts anderes als Preisstützungen für Lebensmittel

Der Punkt ist halt, dass wir nicht so viele Arbeitsplätze haben wie Arbeitslose. Vor allem kann auch nicht jeder Arbeitslose jeden Job machen - deswegen haben wir ja das Dilemma, dass einerseits Unternehmen händeringend Arbeitskräfte suchen, aber niemanden finden und es andererseits viele Arbeitslose gibt.

Vielen fehlt die Qualifikation, die meisten haben wohl andere Qualifikationen, als gerade gefragt sind und manche sind halt schlichtweg auch leider nicht als Arbeitkräfte zu gebrauchen (psychisch Kranke, Süchtige, schwer geistig Behinderte...).

Und genau für diese Leute wäre eine Grundversorgung angebracht. Mir geht es jetzt nicht um die "Faulen", sondern um die "hoffnunglosen Fälle".

Re: Re: Re: Agrarförderungen sind nichts anderes als Preisstützungen für Lebensmittel

Nein, nein, nein! Die Agrarförderungen fließen in die Taschen der Großgrundbesitzer und der verarbeitenden Industrie, die Bauern haben herzlich wenig davon !!!

Übrigens sind auch die Konsumenten benachteiligt, weil die Endpreise immer über den Weltmarktpreisen gehalten werden......

Gast: Vogel Strauss
04.08.2012 15:26
1 0

Großzügig mit fremdem Geld ...

Da tun sich Schwarz und Rot nix - was der Wiener Landesregierung Brot und Spiele, ist den Bundesländern die Agrarförderung. Wobei anzumerken ist, dass die Gem. Wien als landwirtschaftl. Großbetrieb da kräftig mitschneidet. Deswegen haben die Genossen auch die 'Goschn' gehalten ...

Gast: Lagburgenlandplus
04.08.2012 13:43
3 1

Nicht nur Agrarförderungen

Wenn man etwas kritisiert, sollte man wissen, worum es sich handelt. "Leader"-Gelder sind Fördermittel für den ländlichen Raum, nicht für die direkte agrarische Produktion. Beispielsweise werden damit Homepages für Gewerbebetriebe, Post-Partnerstellen oder die Gestaltung von Dorfplätzen gefördert, wertvolle Naturschutzräume erhalten oder Kirchen saniert. Es ist nicht überall Agrarförderung drinnen, wo scheinbar Agrarförderung draufsteht. Übrigends entfallen nur 5% des Agrargeldes auf Leader- höchst notwendige Mittel für den ländlichen Raum!

Gast: gggggg
04.08.2012 13:42
2 1

Die wahren Skandale!

Wie von mir schon öfter gesagt: Die wahren Skandale sind die ungeheuerlichen, völlig ungerechtfertigten Zuwendungen an die Kern-Stammklientel von SPÖVP (=ÖBBler und Bauern.) Dagegen sind die Unrechtmäßigkeiten in Kärnten ein schwaches Witzchen! Bei diesen ´Vergünstigungen´ (eigentlich: völlig illegitimem Stimmenkauf) geht es um Milliarden, die - wie von Urschitz völlig richtig angemerkt - das Geld anderer Leute sind. Kärnten - und andere Kleinigkeiten - werden zu Monstren aufgebauscht um von den wahren Schweinereien - begangen von SPÖ und ÖVP - abzulenken, wobei überdies beide Parteien ja auch in Kärnten involviert sind!! Österreich ist dabei, den letzten Rest von Anstand zu verlieren. Aber nicht durch die FPK!

Und weder gehöre ich der FPK/FPÖ an, noch habe ich auch nur das geringste mit rechter (selbstverständlich auch mit linker) Ideologie am Hut, im Gegenteil. Aber hier geht es um die Grundsätze und Grundfesten des Rechtsstaats, der Demokratie, und der Moral. Und erginge es einer anderen Partei so wie der FPK derzeit, würde ich sinngemäß dasselbe schreiben!) Wobei in übelster Weise auch die Medien bei dieser verlogenen Verhetzung, Verleumdung, und Verteufelung mittun. Einfach nur noch abgrundtief widerlich!

In landesnahen Betrieben sind MILLIONEN-Abfertigungen


üblich für ein paar Jahre Vorstandstätigkeit. (Nähere Daten lieferbar !!!)

Jeder seriöse Unternehmer würde vor Scham im Boden versinken !!

In der SCHWEIZ UNDENKBAR !!!!

Wer bringt diese Zyniker zur Strecke ???

Gast: Teuferl
04.08.2012 09:27
2 0

Wo bleibt die Justiz?


Das Geld der Steuerzahler unberechtigt auszugeben ist keine "Sünde" sondern schlicht ein Verbrechen!

Kompetenzüberschreitung?

Fahrlässigkeit?

Fehlende Sorgfalt des "ordentlichen Kaufmanns"?

Bereicherung?

Schiebung?

Schädigung?

Wo bleibt die Korruptions-Staatsanwaltschaft?

"Überall dort, wo fremdes Geld verteilt wird, macht sich, wenn man nicht höllisch aufpasst, eine gewisse, na, sagen wir, Großzügigkeit breit. "

ÜBERALL? tatsächlich?

wie sieht denn die großzügigkeit bei diePresse aus? denn ihr habt schon extrem viele millionen fremdes geld (geld, das die kleine zeitung verdient hat!) bekommen.

na, sagen wir, es hat eine mutation stattgefunden: vom verantwortungsvollen journalisten, den es zu zeiten von chorherr und schulmeister gab, hin zum polemisierenden, pauschalierenden und vereinfachendem rowdy, der einen ehrenplatz an jedem wutbürgerstammtisch bekommen würde.

die presse muss ausgemistet werden! das biotop für versager darf nicht weiter gehen.

Rechnungshof und oberste Gerichtshöfe sind nicht sakrosankt!

Auch dort arbeiten Menschen. Und können irren. Dshalb ist ein RH-Bericht kein Evangelium. Genau deshalb sollte er auch erst nach Berücksichtigung der Einwände veröffentlicht werden. Was vorher hinaus geht ist Amtsmissbrauch.
Auch hier gilt: Audiatur et altera pars.

Re: Rechnungshof und oberste Gerichtshöfe sind nicht sakrosankt!

Ich habe einmal in einem Staatsunternehmen gearbeitet, die in dieser Zeit vom Rechnungshof geprüft wurde. Diese Prüfung war meiner Ansicht nicht nur oberflächlich; die Prüfer hatten vielmehr eine vorgefasste Meinung und haben so geprüft, dass diese vorgefasste Meinung bestätigt wurde.

Ich war als Steuerzahler vom Rechnungshof, von dem ich bis dahin eine sehr hohe Meinung hatte, schwer enttäuscht.

Re: Re: Rechnungshof und oberste Gerichtshöfe sind nicht sakrosankt!

aha, kann es sein, dass Sie beim Schwindeln erwischt wurden?
Denn egal, wie die vorgefasste Meinung auch ist, unrechtmäßiges bleibt immer unrechtmäßiges. Oder sehen Sie das anders?

Re: Re: Re: Rechnungshof und oberste Gerichtshöfe sind nicht sakrosankt!

Sie können offenbar in zwei Dimensionen denken: richtig und falsch. Ich hab's natürlich nicht geschwindelt. Der RH hat ein Projekt kritisiert, das wir vor Prüfungsbeginn begonnen hatten und das noch nicht abgeschlossen war. Das wirtschaftliche Ergebnis, das wir dann erzielt haben, hat aber die Kritik des RH lügengestraft. Freilich war ein gewisses Risiko mit dem Geschäft verbunden. Aber risikofreie Geschäfte gibt es wohl kaum.

Re: Re: Re: Re: Rechnungshof und oberste Gerichtshöfe sind nicht sakrosankt!

ja natürlich, der Rechnungshof hat ungerechtfertigt und grundlos kritisiert. Und Sie haben ja völlig Recht, Sie trifft überhaupt keine Schuld. Ich hoffe, Ihre Aussage: "ich habe einmal in einem Staatsunternehmen gearbeitet" stimmt und sind jetzt weit weg vom Geld des Steuerzahlers

Das ist ja die Klammer, die den SPÖVP-Filz zusammenhält !

Gibst du meinen Eisenbahnern, gebe ich deinen Bauern! Das sind die jeweiligen Faustpfänder!

Antworten Gast: b754
04.08.2012 13:41
0 3

Re: Das ist ja die Klammer, die den SPÖVP-Filz zusammenhält !

endlich die antwort merines lieblingsnarzissten die gesellschaft wird auch leute wie dich überwinden so wie die scheuchs

Antworten Gast: b754
03.08.2012 22:41
0 5

Re: Das ist ja die Klammer, die den SPÖVP-Filz zusammenhält !

und diese leute zahlen deine fette rente

Re: Re: Das ist ja die Klammer, die den SPÖVP-Filz zusammenhält !

.......und ewig stinkt die löchrige rote Socke......

Antworten Antworten Gast: mir reichts
04.08.2012 09:05
6 0

Re: Re: Das ist ja die Klammer, die den SPÖVP-Filz zusammenhält !

normalerweise lasse ich mich nicht herab, dir auf deine dummen kommentare zu antworten, aber

in dem von dir herbeigesehnten kommunismus bist du nicht

1. priviligierter bonze, auch wenn du glaubst, dass du es dann sein wirst

2. auch im kommunismus hat man wenig verständnis für einen 24 h tachinierer wie du einer bist.

ende der durchsage.

 
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