24.05.2013 00:44 Merkliste 0

Umwelt auf der Überholspur?

JÜRGEN LANGENBACH (Die Presse)

Das Problem der Grünen ist nicht das Gaspedal ihrer Chefin. Sondern das Auto.

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Der etwas rasante Ausritt der Parteichefin der Grünen zu ihren potenziellen Wählern hat ihr Spott und Häme eingetragen, und ob er die erhofften Stimmen bringen wird, steht auch dahin. Denn mancher hätte den umweltfreundlichen Worte wohl lieber auf einem Bahnhof gelauscht. Natürlich ist Glawischnig in einem extra umweltfreundlichen Auto gekommen, einem Elektrohybrid „Ampera“ von Opel: „Höchstgeschwindigkeit 161 km/h. Ein Druck auf das Gaspedal, und schon fühlen Sie sich, als ob Sie fliegen würden“, steht im Prospekt, weiter hinten kommen die CO2-Emissionen: 40 g/km (vorläufiger Wert).“

Die Vorläufigkeit mag damit zu tun haben, dass sich im Praxistest (von Elektroautos) des ADAC die Herstellerangaben als untertrieben herausgestellt haben (und manche schlichten Diesel besser liegen). Aber das Elektroauto gilt als grün, mag sein Strom herkommen, wo er will, und die Sparbirne gilt als grün, mag ihr Quecksilber hingehen, wo es will. So propagiert es eine Industrie des Guten, der es nicht etwa um Interessen geht wie jeder anderen Industrie, sondern um die Rettung der Welt.

Das kommt an, auch wenn es noch so anrüchig ist: Die Berliner Wasserbetriebe werfen Duftgel in die Kanalisation – Lavendel, Zitrus, Fichtennadel –, um den Gestank zu überdecken, der aus den Kanaldeckeln quillt, weil sich die Brühe kaum mehr bewegt, seit das Wassersparen zur fixen Idee geworden ist. Aber die Umwelt muss geschützt werden, koste es, was es wolle, am Ende die Umwelt selbst.

 

juergen.langenbach@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)

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6 Kommentare
Gast: Lausbub
11.08.2012 19:07
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Und jetzt kommt noch eines weitere Schreckensmeldung für Grüne:

Mit dem versprochenen wirtschaftlichen Impuls durch die "grüne Industrie" ist nix, weil die Aufträge für Solar-Paneelen nach China gehen...

Gast: Martin_S
11.08.2012 18:55
1 0

Jawohl!

"Aber das Elektroauto gilt als grün, mag sein Strom herkommen, wo er will, und die Sparbirne gilt als grün, mag ihr Quecksilber hingehen, wo es will." - Ja, das ist der grünInnen Gedanke - Leider fallen immer mehr Menschen drauf rein. Genauso wie "Kein Atomstrom in D" (wird aber fleissig weiterimportiert) oder "Lebensmittel als Treibstoff" (!Wie pervers!, denn über Hunger seiern die Grünen ja auch!); "Alternative Energiequellen - aber bitteschön NICHT vor meiner Haustür" usw usw usf

Gast: Dolfi Teufel
11.08.2012 02:34
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Ich fahre einen Diesel-PKW, weil ich mir

ein so schickes und teures Elektroauto wie die Glawischnig nicht leisten kann.

Den umweltfreundlichen Bio-Diesel ist meinem Treibstoff leider nur in einem geringen Prozentsatz beigemischt. Ich finde es richtig, daß Diesel teuer ist, weil dadurch die Fahrten mit dem PKW eingeschränkta werden. Andererseits halte ich es für unverschämt, die niedrigen Stromtarife für Fahrten mit Luxus-Karossen zu mißbrauchen und durch Verknappung des Stromangebots den in Haushalten und in der Produktion dringend benötigten Strom zu verteuern...

Und dazu kommt noch

der Feinstaub durch Bio-Pellets-Heizanlagen!

Gast: mmmh
11.08.2012 00:04
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ach mein gott...

die pragmatisierten gegner des grünen gedankens verheddern sich und das ziel ihrer passion in abstrusen haarspaltereien. nebelgranaten werden zugunsten der illusion demokratischer diskussion gezündet. "wie sieht der fussabdruck einer killowattstunde elektrischer autoenergie aus?" fragen alle, die den gegenwert in fossilen treibstoffen auch nicht zeigen können.
dass eine bittere reform unserer ressourcen und unserer gesellschaft vor uns steht verdrängen beide seiten mit teebeutelchenargumenten erfolgreich. hat schon jemand bemerkt, dass es nötig sein wird unsere zivilisation mit anderen energieformen zu erhalten, dass es nötig sein wird den handel, wirtschaft und industrie möglicherweise sehr schnell anpassen zu müssen? die heute gestellten fragen definieren nicht einmal annähernd die probleme von morgen, und morgen ist bald!
gibt es da draussen jemanden, der nur ein klein wenig über konstruktive lösungsansätze nachdenkt? - ohne ideologischen ballast?

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Re: ach mein gott...

Da brauche ich nicht lange nachzudenken. Die Abschaffung der Menschen ist ein Schritt zur sauberen Umwelt. Man könnte bei den Grünen beginnen.

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