25.05.2013 15:51 Merkliste 0

Einmal um die ganze Welt

GERHARD HOFER (Die Presse)

Und die Taschen voller Geld. Viele Steuerflüchtlinge haben ihr Geld wohl längst von Zürich nach Singapur gebracht.

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Zahlt sich der Spaß überhaupt noch aus?“ Ungefähr so war vielerorts die Reaktion, nachdem bekannt geworden war, dass die deutschen Steuerfahnder schon wieder ein paar CDs von Steuerflüchtlingen in der Schweiz aufgetrieben haben. Auch Österreicher dürften auf diesen CDs zu finden sein. Und aufgrund eines internationalen Vertrags fallen dem heimischen Fiskus im Zuge der deutschen Ermittlungen die Namen der mutmaßlichen Steuerbetrüger ohne Zutun in die Arme.

Warum sich die Euphorie bei unseren Steuereintreibern in Grenzen hält? Österreich hat immerhin ein Steuerabkommen mit der Schweiz unterzeichnet. Ab 1.Jänner 2013 wird den Steuerflüchtlingen automatisch der Obulus an den Staat abgeschöpft. Im Gegenzug gibt es Straffreiheit für vorangegangene Steuerdelikte. Warum also groß aufdrehen, wenn das Geld im Jänner ohnehin von allein fließt?

Die Antwort liefern die neuen Datenträger. Sie enthalten nicht nur Kundendaten, sondern auch Informationen darüber, wie die Schweizer Großbank UBS ihren Klienten hilft, das Geld rechtzeitig nach Singapur zu transferieren.

Wäre also vielleicht doch ganz lohnend, sich die CDs beizeiten anzuschauen. Denn nicht alle Österreicher mit Konten in der Schweiz warten darauf, dass sie endlich ihr Geld nicht mehr unter Herzinfarktgefahr im Koffer über die Grenze schmuggeln müssen. Die großen Fische lassen tragen – per Knopfdruck nach Singapur.

 

gerhard.hofer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)

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6 Kommentare

Ökonomische Betrachtung

Auch wenn das natürlich nicht "grün" und supi-dupi-moralisch ist, kann man das ganze auch rein ökonomisch betrachten:

Es gibt eine sehr einfache Formel, mit der man abstrakt "den" Steuerflüchtling charakterisieren kann:

Steuer in Land A = Steuer Land B + Transaktionskosten

Immer dann, wenn die Steuer in Land B "so" viel geringer ist, dass es sich auszahlt, die auch finanzielle Mühe in Kauf zu nehmen, das Geld von Land A nach B zu transferieren, dann findet Steuerflucht statt. Unumgänglich. Genauso wie Wasser findet auch Geld seinen Weg. Das was Österreich versucht, ist, die Transaktionskosten zu erhöhen. Durch Abkommen, Strafe und wasweißich.

Viel, viel einfacher wäre es, schlicht die Steuern zu senken. Dann wäre es nämlich - Moral hin oder her - nicht mehr ökonomisch, das Geld abzuziehen und zu transferieren. Aber gut, stimmt ja, wer soll dann unsere ganzen schönen Subventionen und Beihilfen finanzieren...ein Dilemma.

Vielleicht sollte sich der gelernte Österreicher einmal überlegen

ob er nicht vielleicht von seiner Steuersucht runterkommen will. Es würden nämlichngar nicht so viele Leute ihr Geld n die Schweiz (oder sonstwohin) bringen wenn unser Steuersystem ein wenig fairer und auch leistbarer wäre.

Wir sind Junkies und verfolgen jeden der es zu etwas gebracht hat mit Eisenstangen. Da wir ja offensichtlich Menschen mit Geld nicht wollen sollten wir das gleich offen sagen und diese ausweisen. Das wäre ehrlicher.

Ja es gibt auch Steuerflüchtlinge die unlautere Motive haben aber ja, ich verteidige hier auch einmal die vielen Steuerflüchtling denen das alles einfach nur noch zuviel geworden ist. Auch Wohlhabende sind Menschen und die Grassers und Strassers bilden Gottlob noch eher die Minderheit unter den Steuersündern.

Korrekturen

Sehr geehrter Herr Hofer.

In Ihrem Kommentar sind bedauerlicherweise zwei entscheidende Umstände ungenau bis falsch geschildert worden:

1. Sie schreiben (Zitat): "Ab 1.Jänner 2013 wird den Steuerflüchtlingen automatisch der Obulus an den Staat abgeschöpft."

Und:

"Warum also groß aufdrehen, wenn das Geld im Jänner ohnehin von allein fließt?"

Wie Sie sicherlich wissen, steht das - lediglich paraphierte - Abkommen auf tönernen Füssen. Das Referendum wird in der CH zustande kommen. Das deutsche Pendant wird wohl (am Widerstand des deutschen Bundesrates) scheitern und könnte auch auf das schweizerisch-österreichische Abkommen negative Auswirkungen haben.

2. Weiter behaupten Sie (Zitat): "Die Antwort liefern die neuen Datenträger. Sie enthalten nicht nur Kundendaten, sondern auch Informationen darüber, wie die Schweizer Großbank UBS ihren Klienten hilft, das Geld rechtzeitig nach Singapur zu transferieren."

Es ist völlig unklar, ob a. NRW tatsächlich zu gewissen Kundendaten gelangt ist, und ob b. "Schulungshinweise" vorhanden sind. Beides wird von gewissen Kreisen (u.a. Schweizer "Bankenexperten" und Medien) stark angezweifelt. Man vermutet vielmehr, dass NRW die Selbstanzeigen befördern möchte und gleichzeitig das Steuerabkommen diskreditieren und letztlich zu Fall bringen will und zu diesem Zweck bewusst Gerüchte streute, bzw. schlicht und einfach log.

MfG und besten Dank für Ihre Kenntnisnahme.

Gast: Gottfried Ganzker
11.08.2012 09:44
0 1

Gesetzlich abgesicherte Steuerhinterziehung

Auf der CD können sich Österreicher finden, die ab 1.1.2013 zwar unter die zwischenstaatliche Abpauschalierungsbestimmung fallen, in Wirklichkeit aber dieser entschlüpft sind. Man überlässt nämlich großzügigerweise den schweizer Banken die Besteuerung ihrer Kunden, was natürlich bestens funktionieren wird. Sprich, kinderleicht, und mit Hilfe der Banken, zu umgehen ist.

Jetzt bekommt Österreich dann also von den deutschen Fahndern Daten über Steuerdelikte zugespielt und kann wegen des schändlichen Abkommens eigentlich nichts gegen die Verbrecher unternehmen. Der Finanz sind die Hände gebunden.

Mich schockiert vor allem, dass SPÖ und ÖGB dabei mitspielen. Von der ÖVP habe ich mir nichts anderes erwartet.

es ist tatsächlich fraglich, ob das VERSENDEN dieser cd sinn macht.

denn fekter & schäuble werden schon ihr bestes tun, damit die diebe nicht allzu schlimm dastehen.

wer immer also in einem finanzamt diese cd in die hände bekommt und FÜR seinen staat etwas positives tun will, sollte sie entweder einer organisation wie wikileaks schicken oder selbst veröffentlichen (gratis homepage-editoren gibt es zuhauf!)

erst wenn diese diebe ihre namen und die gestohlnen beträge öffentlich lesen können, wird sie das von weiteren diebstählen abhalten. eventuell.

Gast: Ni Hau
11.08.2012 04:27
0 0

blödes Gequatsche

für solch einen verlotterten Haufen zahlt kein normaler Mensch Steuern.
keinen Pfennig.

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