Zahlt sich der Spaß überhaupt noch aus?“ Ungefähr so war vielerorts die Reaktion, nachdem bekannt geworden war, dass die deutschen Steuerfahnder schon wieder ein paar CDs von Steuerflüchtlingen in der Schweiz aufgetrieben haben. Auch Österreicher dürften auf diesen CDs zu finden sein. Und aufgrund eines internationalen Vertrags fallen dem heimischen Fiskus im Zuge der deutschen Ermittlungen die Namen der mutmaßlichen Steuerbetrüger ohne Zutun in die Arme.
Warum sich die Euphorie bei unseren Steuereintreibern in Grenzen hält? Österreich hat immerhin ein Steuerabkommen mit der Schweiz unterzeichnet. Ab 1.Jänner 2013 wird den Steuerflüchtlingen automatisch der Obulus an den Staat abgeschöpft. Im Gegenzug gibt es Straffreiheit für vorangegangene Steuerdelikte. Warum also groß aufdrehen, wenn das Geld im Jänner ohnehin von allein fließt?
Die Antwort liefern die neuen Datenträger. Sie enthalten nicht nur Kundendaten, sondern auch Informationen darüber, wie die Schweizer Großbank UBS ihren Klienten hilft, das Geld rechtzeitig nach Singapur zu transferieren.
Wäre also vielleicht doch ganz lohnend, sich die CDs beizeiten anzuschauen. Denn nicht alle Österreicher mit Konten in der Schweiz warten darauf, dass sie endlich ihr Geld nicht mehr unter Herzinfarktgefahr im Koffer über die Grenze schmuggeln müssen. Die großen Fische lassen tragen – per Knopfdruck nach Singapur.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)















