Entwaffnend ehrlich begründet der Versicherungskonzern Munich Re seinen milliardenschweren Einstieg in die Windstromerzeugung: Mit den bisher bevorzugten Anleihen seien nur noch mickrige Renditen zu erwirtschaften. Windkraftanlagen brächten dagegen schöne Verzinsungen auf das eingesetzte Kapital. Und das zu einem „im Verhältnis zur Rendite überschaubaren Risiko“.
Das kann man wohl sagen: Windstrom ist wegen zu hoher Erzeugungskosten noch nicht marktfähig und muss deshalb hoch subventioniert werden. Das geschieht auf mehreren Ebenen, unter anderem mit überhöhten Einspeistarifen für den erzeugten Strom. In Österreich beispielsweise werden diese Zwangseinspeistarife 13 Jahre lang garantiert.
Wir haben es also mit einem quasi pragmatisierten Investment zu tun, das jedes unternehmerische Risiko ausschließt. Bezahlt wird der Spaß – über Aufschläge auf den Strompreis – zwangsweise von den Stromkonsumenten.
Und spätestens da wird die Sache haarig: Wenn nämlich ausschließlich durch Subventionen realisierte risikofreie Renditen stolze sechs bis zehn Prozent erreichen (das ist derzeit Standard in der Windkraft), dann ist die Förderung schlicht zu hoch. Viel zu hoch. Und gehört deshalb ordentlich angepasst. Denn wenn ein Durchschnittshaushalt 35 Euro „Öko-Zuschlag“ im Jahr ablegt, damit Investoren sonst auf dem Markt nicht realisierbare Kapitalverzinsungen bekommen, dann ist das einfach ein windiges Geschäft. Man könnte es auch „Abzocke“ nennen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.08.2012)















