Was die Briten aus dem Milliardenspektakel Olympia gemacht haben, das verdient Bewunderung. Der Schlusspunkt war laut, die finale Show war nicht nur gigantisch, sondern auch einzigartig, und das Olympia-Stadion verwandelte sich noch einmal in die weltweit größte Disco. Weltstars rockten aus allen Rohren, noch nie hat es einen spektakuläreren Abschied gegeben. „Es waren unvergessliche Spiele“, sagte IOC-Präsident Jacques Rogge. „Ich werde nie das Lachen der Organisation und der Freiwilligen vergessen.“
Das Team Großbritannien hat die Vorgabe, in der Medaillenbilanz unter die Top drei zu kommen, mit 64 Medaillen (29 Goldenen) erreicht. Die Veranstalter sehen sich in ihren Bemühungen und Aufwendungen bestätigt, Sebastian Coe, der ehemalige Weltklasse-Athlet und Chef des Organisationskomitees, denkt aber bereits an morgen und übermorgen. Premier David Cameron hat den Lord zum Sportbeauftragten der britischen Regierung ernannt, das könnte das Olympia-Märchen verlängern. In den kommenden fünf Jahren sollen jedenfalls eine Milliarde Pfund in den britischen Schul- und Breitensport fließen. Das soll der Nährboden für künftige Erfolge sein.
In Österreich hingegen hat man nach dem letzten Großereignis, der Fußball-EM 2008, den Geldhahn für Sportinfrastruktur weitgehend wieder abgedreht. Es hätte aber schlimmer kommen können. Die U-Bahn fährt ja noch bis zum Wiener Stadion.
wolfgang.wiederstein@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.08.2012)















