18.06.2013 08:13 Merkliste 0

Letzter Ausweg Frauenghetto

WOLFGANG GREBER (Die Presse)

Die geplanten Frauenstädte sind Ausdruck einer permanenten Demütigung.

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Jene Kreise in Österreich, die das geplante „König Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ so fördern, sollte das interessieren: In Saudiarabien (das Land finanziert dieses – was ist das eigentlich? – maßgeblich) sollen Städte entstehen, die von Frauen gemanagt werden, wo es nur Unternehmen gibt, die Frauen gehören und bloß Frauen anstellen.

Man kann das ironisch-zynisch sehen, als supergeschützte Werkstätten exklusiv für Frauen, ohne Männerkonkurrenz. Also noch mehr als Gleichberechtigung, nämlich Bevorrechtung. Müsste ein Traum mancher KämpferInnen für Frauenrechte sein, oder? Ist es nicht, sondern Ausdruck eines menschenrechtlichen Albtraums namens Saudiarabien. Dort herrscht unter Berufung auf eine sehr strenge Auslegung der Scharia eine Apartheid, bei der man nicht Rassen, sondern Geschlechter in der Öffentlichkeit trennt. Also müssen Frauen eigene Busse und Eingangstüren benützen und dürfen nicht einmal Auto fahren. Natürlich hat jede einen männlichen Vormund. Frausein in diesem verkorksten Pascha-Land ist ein Zustand dauernder Demütigung. Und wenn es nun sogar Unternehmerinnen sind, die sich für die Frauenstädte einsetzen, so zeigt das nur, dass sie nur einen Ausweg sehen: die Flucht in weibliche Selbstverwirklichungsghettos.

Was für Probleme muss man als Mann haben, dass man mit Frauen so umgeht? Ach so, das ist nur wegen der lokalen wahhabitischen Auslegung der Religion? Wieder ein Beispiel, was alles so durchgeht, sobald es im Namen der Religion geschieht.


wolfgang.greber@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)

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13 Kommentare
Gast: mit bester empfehlung
16.08.2012 18:03
0 0

Leistungsbeobachtung

Das Wr.Religionsdialogzentrum wird hoffentlich von den Medien in seinem Aktivitäten genau beobachtet und die Öffentlichkeit wird über die Erfolge laufend unterrichtet, bitte.

...

waren nicht unlängst Vetreter Sauiarabiens bei der Medizinischen Universität Wien?

Gast: ÖVPler
16.08.2012 14:04
2 0

guter Artilkel nur der Spindelegger begreift nichts

Ja, Saudi Arabien ist ein menschenrechtlicher Albtraum. Aber das Außenministerium unterstützt das Saudi-Dialogzentrum in Wien ... Die Amis schauen zu, wie die Saudis die Rebellen in Syrien sytematisch mit Islamisten unterwandern, wie sie in Agypten die Salafisten unterstützen ...
"Mubarak war ein schrecklicher Tyrann" heißt es jetzt und nicht wenige Zeitungen in Österreich schrieben das auch. Dass Saudi-Arabien eine Tyrannei ist, hört man von keinem Politiker und nur ganz wenigen Zeitungen.
Frauen werden entrechtet, müssen sich bis zur Unkenntlichkeit vermummen, wenn man ein kleines Kreuz trägt wird man von der Religionspolizei verhaftet ... Macht alles nichts, sagen unsere Politiker ... Bei uns laufen die Saudi Touristen mit den kurzen Hosen herum und zwingen ihre Frauen in schwarze Ganzkörpergewänder mit Augenschlitz. "Nein in Österreich kann man das nicht verbieten, wegen der Religionsfreiheit", sagen unsere Politiker. In Frankreich oder Belgien geht das aber offensichtlich schon. Vielleicht weil dort die Menschenrechte vor der Religionsfreiheit kommen. Aber, wie gesagt, Spindelegger mit seiner reaktionären Grundhaltung begreift das nicht. Als ÖVPler stimmt mich das sehr traurig ...

PS: Übrigens, noch besser wäre es, wenn man die Männer solcher vollverschleierter Frauen zwingen würde, sich ebenfalls so zu kleiden ... das würde den Herrschaften sicher nicht sehr lange gefallen.

1 2

Yeah, diese Idee ist genial!


Diese Städte bieten dann alles!

Medizinunis für gescheiterte Frauen!
Aufsichtsratsposten ohne Ende!
Keine lästigen Kinder, keine Schwangerschaften!

Was wollt Ihr mehr, Frauen?

Re: Yeah, diese Idee ist genial!

Faire Aufnahmetests an Medizinunis, die tatsächlich überprüfen, ob man geeignet ist oder nicht.
Faire Zusammenarbeit mit Männern.
Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit
Keine Degradierung und Benachteiligung, weil wir über andere Geschlechtsorgane verfügen, als Männer.
Allgemeine Verständnis, dass weder Frauen besser noch schlechter als Männer sind (und umgekehrt).
50-50 Aufteilung des Haushaltes :P

tragisch

Die eigentliche Tragik an diesen fürchterlichen Staaten ist ja, dass sie es nicht einmal ansatzweise zuwege bringen, mit ihren menschenverachtenden Systemen etwas dauerhaftes zu schaffen. China hat auch immense Menschenrechtsprobleme, aber die verwenden den Gewinn aus der Ausbeutung ihrer "Untertanen" wenigstens zur Industrialisierung/etc.

Die arabischen Staaten tun nichts dergleichen, dort wandert das gesamte Geld aus den Ölverkäufen 1:1 ins Privatvermögen der Scheichs.

Einer der abscheulichsten Vorgänge der heutigen Zeit.

Antworten Gast: @Minimaximus
16.08.2012 13:47
0 5

Re: tragisch

Naja, ALLE Systseme die sich lange hielten waren REIN männliche Systeme - die lt. Statut RIGOROS alle Frauen ausschlossen:

Kirche: 2000 jahre alt
Islam: 1400 Jahre alt
Militär: alle Militärs hatten natürlich Frauen rigoros ausgeschlossen, seitdem es Militär gibt, also seit 10.000 Jahren
Konzerne: alle Konzerne waren und sind rein von Männern gegründet, aufgebaut und betrieben worden, Frauen traten und treten nur am Rande, bei unwichtigen Hilfsleistungen oder in untergeordneten Positionen auf.

Das Patriarchale jetzt alos NUR am ISlam aufzuhängen trifft jedenfalls den Nagel nicht am Kopf, obwohl mir das politische System des Islam auch nicht geheuer ist (schon allein das Brüllen des Mueezin wirkte auf mich einschüchternd bei meinen Reisen in islamische Länder).

Jedenfalls - aucha in Lateinamerika gibt es eine naturgegebene Machokultur, wo diie Geschlechtertrennung fast genaus starkt wie in arabischen Ländern ist.

Obwohl der Islam sicher viel Schuld an der miesen Lage der Frauen in arabischen Ländern hat, das ist klar!

Es scheint aber so zu sein,m dass stablile Systeme ohne Frauen auskommen.
Denn - warum kann die kath. Kirche über Jahrtausende friktionsfrei und relativ unbeschadet existieren?
Wäre das bei einer verweiblichten Kirche auch möglich?

Und wären Konzerne die weiblich durchdrungen sind auch stabil und langfristig lebensfähig?

Einige beispiele jüngerer Zeit scheinen das zu widerlegen:
Quelle,
Kontinental,
Schlecker (98% Frauenanteil),
usw.

Ist alles noch offen.

Gast: auch eine Meinung
16.08.2012 08:43
1 0

Menschenrechtsheuchelei

Die radikale Apartheit in Saudiarabien wird stillschweigend auch von den Amis, die ja sonst so scharf tun auf Menschenrechte, akzeptiert.

Ja, das hat Gott sicher gewollt.


Sinnlos

die Denke der Araber zu kommentieren. Die leben eben in einer Welt, die wir nicht verstehen und - was mich betrifft - auch nicht verstehen wollen. Wenn die Welt es schafft, sich von der Abhängigkeit von Öl zu lösen, dann werden die Herrschaften wieder Sand als Nahrungsmittel kennen lernen.

Exakt.

Denn von ihren jahrzehntelangen Mrd.-Einnahmen wird ihnen (außer vielleicht ein paar Einzelpersonen aus der jetzigen Diktatorenschicht) praktisch nichts Nachhaltiges erhalten bleiben.
Und zwar so wie es derzeit ausschaut scheinbar fast dem gesamten arabischen Raum.
Man betrachte zB. nur die Mega- Immobilien- Fehlinvestitionen in Dubai, wo sie offenbar glauben ewig internat. Nutzer mit dem Steueroasen-Schmäh anlocken zu können (womit denn sonst?...), aber bei der ersten schärferen Energiepreissteigerung mglw. nicht einmal mehr die Betriebskosten für die Klimaanlagen dieser Energieschleudern zurückverdienen werden...
Projekte in Scheiflage existieren dort ja jetzt schon sprichwörlich wie Sand am Meer.
Es gibt scheirbar eine Menge von (immateriellen) Dingen bzw. von Eigenschaften, die man sich auch mit diesen Öl-Mrd. nicht kaufen kann. (zumindest manche auf diesem Erdball).

Gast: b745
15.08.2012 18:32
2 5

Das ist doch ganz im sinner der Bandion Orter

und der övp

Re: Das ist doch ganz im sinner der Bandion Orter

....... und ewig stinkt die löchrige rote Socke ......

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