Jene Kreise in Österreich, die das geplante „König Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ so fördern, sollte das interessieren: In Saudiarabien (das Land finanziert dieses – was ist das eigentlich? – maßgeblich) sollen Städte entstehen, die von Frauen gemanagt werden, wo es nur Unternehmen gibt, die Frauen gehören und bloß Frauen anstellen.
Man kann das ironisch-zynisch sehen, als supergeschützte Werkstätten exklusiv für Frauen, ohne Männerkonkurrenz. Also noch mehr als Gleichberechtigung, nämlich Bevorrechtung. Müsste ein Traum mancher KämpferInnen für Frauenrechte sein, oder? Ist es nicht, sondern Ausdruck eines menschenrechtlichen Albtraums namens Saudiarabien. Dort herrscht unter Berufung auf eine sehr strenge Auslegung der Scharia eine Apartheid, bei der man nicht Rassen, sondern Geschlechter in der Öffentlichkeit trennt. Also müssen Frauen eigene Busse und Eingangstüren benützen und dürfen nicht einmal Auto fahren. Natürlich hat jede einen männlichen Vormund. Frausein in diesem verkorksten Pascha-Land ist ein Zustand dauernder Demütigung. Und wenn es nun sogar Unternehmerinnen sind, die sich für die Frauenstädte einsetzen, so zeigt das nur, dass sie nur einen Ausweg sehen: die Flucht in weibliche Selbstverwirklichungsghettos.
Was für Probleme muss man als Mann haben, dass man mit Frauen so umgeht? Ach so, das ist nur wegen der lokalen wahhabitischen Auslegung der Religion? Wieder ein Beispiel, was alles so durchgeht, sobald es im Namen der Religion geschieht.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)















