22.05.2013 00:17 Merkliste 0

Wie Wien privatisiert

DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

Es ist ja nicht so, dass die Stadt Wien mit dem Privatisieren übertrieben viele Erfahrungen hätte.

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Es ist ja nicht so, dass die Stadt Wien mit dem Privatisieren übertrieben viele Erfahrungen hätte. Daher muss sie, wenn sie tatsächlich groß einsteigen wollte (Zweifel sind nicht unangebracht), klein beginnen. Schon bisher ging das Geschäft mit dem kleinen und großen Geschäft mehr schlecht als recht. Sagen wir so: Von der Stadt Wien erhaltene öffentliche Toilettenanlagen haben einen gewissen Bedarf an finanziellem Zuschuss. Das mag nicht überraschen. Überraschend ist die neue Wiener Strategie. Toiletten werden nicht aufgestellt oder gesperrt. Im Gegenzug werden Gastronomen für ein Taschengeld verpflichtet, ihre WC-Anlagen Nichtgästen zu öffnen.

Das ist ein interessanter Ansatz einer Privatisierung, der in Kenntnis der Wiener Verhältnisse einem Tabubruch gleichkommt. Hat da jemand in der Rathausbibliothek am Ende gar das Büchlein „Mehr privat – weniger Staat“ gelesen? Wenn das nur nicht der Bürgermeister erfährt!

 

dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.08.2012)

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1 Kommentare

Gastronomen für ein Taschengeld verpflichtet, ihre WC-Anlagen zu öffnen

da gibt es ja schon jehrzehntelange Erfahrung, auch Haus- u. Wohnungsbesitzer müssen für einen Bettel ihre Wohnungen zum Sozialpreis vermieten, nur erhalten müssen sie die Häuser schon selber, weil die Stadt Wien kann sich die Zuschüsse an Betuchte nicht leisten.

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