21.05.2013 00:14 Merkliste 0

Wir müssen jetzt stark sein

NIKOLAUS JILCH (Die Presse)

Eine Weichwährungspolitik für den Euro bedeutet vor allem: Wir werden beraubt.

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Ideenreich sind sie allemal, die Inflationsfans. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht ein Politiker aus dem Dreieck Madrid-Paris-Rom eine Banklizenz für den ESM oder ähnlichen Unsinn fordert. Oder suchen Sie eine Reihe „renommierter“ Ökonomen, die Ihnen die Vorteile eines schwachen Euro erklären? Kein Problem, die werden im Dutzend geliefert.

Die breite Begeisterung für das Aufgeben aller Hartwährungsambitionen hat freilich Gründe: Die Exportwirtschaft freut sich, Griechenland soll wieder wettbewerbsfähig werden und die Staaten können klammheimlich ihre Schulden weginflationieren. Wie kann man da dagegen sein?

Nun, liebe Inflationsfans, ihr vergesst leider das Wichtigste: Ihr beraubt die Menschen! Die Inflationssteuer ist eine der hässlichsten überhaupt, weil sie unsichtbar bleibt. Deswegen gibt es ein EZB-Mandat, das die Preisstabilität (und nur die Preisstabilität) zur Notenbankaufgabe macht. Und an der EZB werdet ihr euch (hoffentlich) die Inflationszähne ausbeißen.

Die deutsche Exportwirtschaft ist auch mit der starken D-Mark gut gefahren, Griechenland handelt vor allem innerhalb der EU und die Staatsschulden wachsen schneller, als ihr sie je weginflationieren könnt. Außerdem wird Ben „Weimar“ Bernanke jeden Abwertungsversuch der Europäer durch geschickten Einsatz seiner eigenen Notenpresse abzuwehren wissen.

 

nikolaus.jilch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.08.2012)

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35 Kommentare
 
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Gast: pour le merite
21.08.2012 02:48
2 0

Bravo Herr Jilch, meinen Applaus haben sie!!

....sie laufen aber Gefahr, von ihren Kollegen vor die Tür gesetzt zu werden.


Gast: Schamott
20.08.2012 19:46
0 3

Presse im Kleinformat

der Kommentar ist inhaltlich und stilistisch (Kurt Seinitz anyone?) auf Kronenzeitung-Niveau.

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Re: Presse im Kleinformat

Immer wenn man Einwände gegen die Pleite-EU bringt, wird man als Krone-Leser diffamiert.
Ich brauche weder die Krone, noch irgendwelche Klugs..ei..er, um zu sehen, wie mein Geld ständig weniger wird.

Man denkt exportorientiert

und übersieht dabei, dass ein Land nicht vom Export allein leben kann. Der Binnenmarkt ist ebenso wichtig. Doch der wird unter einem schwachen Euro leiden, denn durch einen schwachen Euro wird der Lohn wertmäßig für die geleistete Arbeit immer niedriger. Und mit einem schwachen Euro importiert man die Inflation, die am schlimmsten die jenigen trifft, die dann für wertmäßig immer weniger Geld immer mehr arbeiten müssen, sofern sie noch Arbeit haben werden. Das gab es schon einmal und es endete im Chaos.

Das sind die Reste des Merkantilismus

der leider immer noch nicht ganz auf dem Müllhaufen der Wirtschaftsgeschichte angekommen ist.

Gast: Lesender
20.08.2012 16:54
3 0

Zwei Zitate aus der Erinnerung (ohne Gewähr):

"Nichts hat den Aufstieg des Nationalsozialismus so begünstigt wie die Inflation der 20-er Jahre" (Stefan Zweig, Erinnerungen eines Europäers)

"Abgesehen von Kriegen und Revolutionen erschüttert nichts die moderne Gesellschaft so sehr wie die Inflation" (Elias Canetti, Masse und Macht)

Man sollte den Powerpoint Fuzzis (mit und ohne Nobelpreis), die eine hohe Inflation als beherrschbares Phänomen darstellen, einen Gutschein für einen Lesezirkel schenken.


Also Stronach wählen


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Ach,ich hör mit Schreck und Grausen..

..laut die Notenpressen sausen.

"Nun, liebe Inflationsfans, ihr vergesst leider das Wichtigste: Ihr beraubt die Menschen! "

nun, liebe nicht-inflationsfans: ihr raubt menschen den arbeitsplatz und ihr einkommen!


Re: "Nun, liebe Inflationsfans, ihr vergesst leider das Wichtigste: Ihr beraubt die Menschen! "

Die Inflation ist halt eine Nebenwirkung der Umverteilung - und ohne die gäb´s keine europäische Wirtschaftsintegration mit Welthandelsöffnung - oder glaubt irgendwer, dass 80 % der Österreicher von ihrem Intellekt oder ihrem Fleiß ein 5 bis 10-fach höheres Lebensniveau verdienen als gleich tüchtige Inder oder Chinesen? Soviel Propaganda könnte man gar nicht machen, dass diese 80 % nicht den Welthandel zum Teufel schicken würden - stattdessen hat man halt die Wohlstandsverluste durch Umverteilung eine Zeit lang kaschiert - solang´s der Staatshaushalt zuließ und die Ausländer Anleihen kauften - man weiß ja schließlich wie das mit dem Frosch und dem Kochtopf funktioniert - bei langsamem Erhitzen bleibt er sitzen, wirft man ihn ins kochende Wasser, springt er heraus; na ja, und jetzt ist halt der Siedepunkt bald erreicht und der Frosch wundert sich.

Re: "Nun, liebe Inflationsfans, ihr vergesst leider das Wichtigste: Ihr beraubt die Menschen! "

Sagen sie, wie heißt diese Art von Manie, wirtschaftliches Unwissen permanent zu publizieren und sich der Lächerlichkeit preiszugeben?
Ihre Beiträge sind ja recht lustig, aber bei manchen mache ich mir echt schon Sorgen um ihr geistiges Wohlbefinden.
Daher erlauben sie mir eine kurze Frage: Wissen sie wirklich so wenig über wirtschaftliche Zusammenhänge, oder sind sie einfach nur ideologisch indoktriniert?

Antworten Gast: peterle42
20.08.2012 12:39
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Re: "Nun, liebe Inflationsfans, ihr vergesst leider das Wichtigste: Ihr beraubt die Menschen! "

Werter Oberst,wir bewundern schon einige Zeit ihre seltsamen blöden Beiträge und fragen sich,wie gelingt es Ihnen sich immer wieder zu übertreffen.
Freundschaft Genosse Oberst

Antworten Antworten Gast: A. Singer
20.08.2012 15:06
6 1

Re: Re: "Nun, liebe Inflationsfans, ihr vergesst leider das Wichtigste: Ihr beraubt die Menschen! "

Volle Zustimmung - und ein Erklärungsversuch: Es muss sich bei "Oberst Falaffel" um eine ganze Gruppe internetfähiger Trolle handeln, gemäß dem Gedanken, dass einer alleine, gar nicht so d.....t sein kann!

Antworten Antworten Antworten Gast: gast45
21.08.2012 14:04
1 0

Re: Re: Re: "Nun, liebe Inflationsfans, ihr vergesst leider das Wichtigste: Ihr beraubt die Menschen! "

ganze einfach, das ist halt ein nick, den die löwelstrasser verwenden (musz ja keiner einen ausweis hinlegen, wenn er sich einen nick besorgt :-) ... da gibt es ein paar angestellte die für die facebookseite vom faymann zuständig sind ..(die chefin ist die frau vom kronenzeitungspandi) .... das man damit nur sinnfreie parteipropaganda liest wurscht ob es zum thema passt oder nicht, ist klar ...

Re: "Nun, liebe Inflationsfans, ihr vergesst leider das Wichtigste: Ihr beraubt die Menschen! "

Inflation schafft eigentlich keine Arbeitsplätze.
Ist aber egal, denn die, die tatsächlich Besitz haben, legen´s eh so an, dass es einigermassen inflationsgesichert ist. Oder kennen Sie jemanden mit Vermögen, der ein EUR-Sparbuch hat? Ich nicht (mehr).

11 0

Das ist doch Schwachsinn hoch 3

Was bringen Arbeitsplatz und "Einkommen" wenn dieses nichts mehr wert ist.

Kein Mensch, der über auch nur rudimentäre Kenntnisse der deutschen Geschichte von 1918 bis 1933 und auch nur durchschnittliche Intelligenz verfügt würde je Inflation als irgendetwas erstrebenswertes betrachten.

Inflation ist institutionalisierter Betrug des Staates an seinem Volk - es ist die Stange, die die Karotte vom Maul des Esels trennt und nur ein solcher freut sich darüber.

0 0

Re: "Nun, liebe Inflationsfans, ihr vergesst leider das Wichtigste: Ihr beraubt die Menschen! "

Also Inflation UND Nicht-Inflation berauben uns jetzt, oder wie?

Gast: Tourist
20.08.2012 03:55
1 16

Die Presse verteicigt mal wieder ihr Klientel, die Reichen

die, die mit ihren Vermoegen von der Inflation betroffen waeren.

Die Reichen

können ihr Vermögen relativ inflationssicher verwahren und notfalls in kleinen Happen "liquidieren".

Getroffen werden vor allem die Armen, die vom Girokonto in den Mund leben - die kommen bald drauf, daß am Ende des Gehalts noch recht viel Monat übrig ist.

Antworten Gast: A. Singer
20.08.2012 15:27
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Re: Die Presse verteicigt mal wieder ihr Klientel, die Reichen

Mit weicher Währung lässt es sich z. B. so richtig günstig Energie (Öl/Benzin etc.)einkaufen - gell!
Und da Energiekosten bekanntlich auf alle Produktpreise abgewälzt werden, führt dies zu einer Preissteigerung quasi sämtlicher Produkte.
Aber vermutlich konsumieren die s. g. "Armen" nichts, weil die ja bekanntlich von der "Hand in den Mund" leben.
Ergo - sind wirklich nur die "Reichen" von einer Inflation betroffen .....!
Ich ziehe den Hut vor Ihrem Scharfsinn!

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Re: Die Presse verteicigt mal wieder ihr Klientel, die Reichen

Schwachsinn.
Wenn ein Euro z.B. nur mehr halb soviel wert ist, bedeutet das für einen (wirklich) reichen, dass er sich von seinen 3 Villen und 8 Autos von der Hälfte trennen muss (vereinfacht ausgedrückt) - er wirds verkraften. Ein Armer der nur mehr die halbe Miete zahlen kann, sitzt auf der Straße. Also wen triffts jetzt härter?

In absoluten Zahlen hat natürlich der "Reiche" mehr zu verlieren.

Re: Die Presse verteicigt mal wieder ihr Klientel, die Reichen

Die Reichen legen ihr Vermögen nicht in EUR an. Glauben Sie mir - die trifft´s am allerwenigsten.
Die dem Problem zugrundeliegende Verschuldung ist eine Verteilung von unten nach oben.

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Re: Die Presse verteicigt mal wieder ihr Klientel, die Reichen

So ein Unsinn, es trifft auch die Armen.

Re: Re: Die Presse verteicigt mal wieder ihr Klientel, die Reichen

Es trifft vor allem die Armen, da diese zum Beispiel die Auswirkungen hoher Energiekosten, die unweigerlich aufgrund einer schwachen Währung auf uns zu kommen - oder kennen sie ein EU - Land, das Erdöl in ausreichenden Mengen fördert um sich selbst erhalten zu können? - voll übernehmen werden müssen. Öffis, Nahrungsmittel, Kleidung, Medikamente, werden teurer werden.
Und das absolut blöde Arbeitsplatz Argument eines Posters hier: Inflation alleine bewirkt gar nichts sondern geht immer Hand in Hand mit kräftigen Reallohn- und Einkommensverlusten. Mit anderen Worten: Wir werden zweifach bestohlen und die Inflationspolitiker sonnen sich im Ruhm, den Staat saniert zu haben, sollte das überhaupt bei einigen EU - Staaten noch möglich sein, was ich schwerstens bezweifle.

So ist es, die Ärmsten trifft es sehr hart.



 
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