18.05.2013 19:12 Merkliste 0

Der wahre Verlierer ist die Demokratie

JUTTA SOMMERBAUER (Die Presse)

Präsident Basescu hat den Machtkampf gewonnen – Grund für Freude oder gar Triumph ist das gestrige Urteil nicht.

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Ist Präsident Traian Basescu nun der strahlende Gewinner in der Affäre um seine Amtsenthebung, die die Regierung aus Sozialdemokraten und Nationalliberalen angestoßen hat, und die gestern per Gerichtsentscheid endgültig gescheitert ist? In der kurzsichtigen Logik der politischen Player in Bukarest vielleicht, die sie in den vergangenen Wochen zur Genüge bewiesen haben.

Der durch den Regierungsrücktritt seines Vorgängers ins Amt gehievte Premier Viktor Ponta wollte den Bukarester Präsidentenpalast kapern. Er ist gescheitert. Das gestrige Urteil des Verfassungsgerichtshofes zementiert in seiner Eindeutigkeit seine Niederlage, die aus Ponta'scher Perspektive, zugegeben, schwer zu ertragen sein muss. Doch Ponta muss sich nun fügen, will er nicht den letzten Rest an Achtung verlieren, sowohl bei den EU-Kollegen als auch den politischen Kontrahenten im Inland.

Zum Sieger taugt der ziemlich lädierte Traian Basescu jedoch nicht. Er wäre gut beraten, würde er seine Rückkehr ins Amt nicht zu einem Siegeszug der Demokratie stilisieren. Dass er es mit demokratischen Verfahrensregeln nicht so genau nimmt, hat Basescu schon mehrmals bewiesen.

Einen wirklichen Gewinner sucht man in dieser unrühmlichen Debatte vergebens. Und der größte Verlierer ist immer noch Rumäniens Demokratie.

 

jutta.sommerbauer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.08.2012)

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4 Kommentare
Gast: der lügenbaron
21.08.2012 22:21
1 0

rumäniens demokratie muß erst er(ge-)funden werden


"Dass er es mit demokratischen Verfahrensregeln nicht so genau nimmt," bedeutet nicht, daß Basescu mit undemokratischen Mitteln wieder in sein Amt eingesetzt wurde. Gerade die Justiz hat den letzten Anschein eines Rechtsstaates gegen die entfesselte Politikerkaste gewahrt, das Verfassungsgericht mit eingerechnet obwohl es nicht als deren Teil angesehen wird.
Ponta, das phänomenale Wesen welches Luft ein- und Lügen ausatmet, beteuerte erst kürzlich jedes Urteil dieses Gerichtshofes mit qualifizierter Mehrheit (zwei Dritteln) zu akzeptieren. Nun hat er seit einigen Stunden eines mit 6:3 und die Liste unflätiger Beschimpfungen an die Adresse der unbotmäßigen Richter quillt über.
Wie kam eine 6:3 Entscheidung in einem Gremium zustande, das parteipolitisch 4:4 mit einem Zünglein an der Waage besetzt ist? Dank dem "Umfaller" einer PSD-nahen Richterin, die in einer nachträglichen Stellungnahme ausführte sie sei ausschließlich der richtigen Auslegung der Gesetze verpflichtet und nicht dem Druck, den Einschüchterungen - und in diesem speziellen Fall - den Drohungen an ihre Adresse.
Und im übrigen verbat sie sie sich jegliche Maßregelung seitens eines "Lausbuben, der nie eine juridische Prüfung aus eigener Kraft bestand". Das saß, wird aber am aalglatten Premier abperlen.

Gast: b745
21.08.2012 19:36
0 1

kärnten ist nicht besser

und unsere regierung schaut tatenlos zu

Antworten Gast: Wladimir Iljitsch Uljanow
22.08.2012 11:15
2 0

Re: kärnten ist nicht besser

Was zahlt eigentlich die Löwelstraße für diesen hirnerweichenden Blödsinn, den sie da immer absondern?

Ich bräucht auch ein gutes Nebengeschäfterl!

Re: Re: kärnten ist nicht besser


unser armer Freund leidet an einer
"idée fixe".

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