25.05.2013 07:18 Merkliste 0

Faymann ist also ein Testimonial

RAINER NOWAK (Die Presse)

Ein neues Gutachten entlastet Werner Faymann. Und noch viel mehr!

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wer an der sinnstiftenden Wirkung des Wiener Instituts für Publizistik zweifelt, dem sei das Gutachten zur Inseratenaffäre Werner Faymanns empfohlen. Darin heißt es über die Faymann-ÖBB-Kolumnen in der „Krone“: „Die Darstellungsform Testimonial mit einem prominenten Repräsentanten stellt die klassische Form des Testimonials dar und folgt in ihrer Form den Lehrbuchregeln. So wirbt eine in Österreich in der Bevölkerung bekannte Persönlichkeit (hier der Minister Werner Faymann) als Testimonial für die Bundesbahn. Die Marke ÖBB profitiert von der Bekanntheit des Ministers und erhält eine intensive Positionierung.“ Und: „Eine direkte persönliche Profilierung der Person ist nicht erkennbar und würde zudem in einem Widerspruch zur angewandten Technik eines Testimonials stehen.“ Im Gegenteil: „Für das Testimonial besteht des Weiteren ein nicht unerhebliches Risiko, wenn sich die Erwartungen, die ein Testimonial weckt, nicht erfüllen. Wäre dies der Fall, so würde das Testimonial einen Imageschaden erleiden.“ Kann also eigentlich nicht anderes heißen als: Die ÖBB geben zwar Abermillionen für Werbung aus, hätte dem landesweit bekannten Starminister aber eigentlich ein Honorar zahlen müssen. Seit dem streng wissenschaftlichen Gutachten wissen wir nun: Faymann ist das eigentliche Opfer der Inseratenaffäre.

 

E-Mails an: rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

48 Kommentare
 
12
Gast: *** Mark Poller ***
26.08.2012 18:21
0 0

Und warum versteckt man diese in der westlicheh Welt einzigartigen Korruptionsvorgänge irgendwo im Inneren der Zeitung, anstatt diese mutmaßlichen Verbrechen auf der Titelseite anzuprangern?


wenn der hr. chefredakteur

schon empfehlungen zum studium von gutachten abgibt, dann sollte er auch dazugehörige links anbieten oder zumindest - falls medienrechtlich zulässig - den auftraggeber, gutachter etc (also basisinformation) mitliefern.
denn ich würde sehr gerne genau wissen wer solche "schlechtachten" verzapft.
umso mehr, da "die presse" sehr wohl in eigener sache auf qualitätsjournalismus wert legt und eine der üppigsten presseförderungen (u.a. aus meinen steuerleistungen) kassiert.
und schliesslich geht es ebenfalls darum, dass nur etwas exakt bekanntes erst so richtig durch den kakao gezogen werden kann.

Guter Journalismus würde nun die Finanzierungsquellen des "Wiener Instituts für Publizistik" aufdecken und veröffentlichen

da die Presse Nowak auf bestem Weg ist hoffe ich dass dies noch geschehen wird.

Guter Kommentar

Nach langer Zeit lese ich in der Zeitung "Die Presse" wieder einen Kommentar, dessen Inhalt und Qualität dem Niveau aus der Zeit, wo "Die Presse" einen großen Horizont hatte, positiv entspricht. Dank an Rainer Novak!

Gast: Niederösterreicher
25.08.2012 00:51
4 0

Ein gekonntes Beispiel, wie man - wieder am Futtertrog -

die Macht nutzen kann. Und keiner regt sich auf, weil die Aufreger längst ein Monopol von ÖGB, AK, Jusos und Grünen ist!

Der 1. Schritt für die Eroberung der "Lufthoheit" bei den Medien war allerdings der ORF, wo die Roten mit Hilfe der Blauen und Orangenen die absolute Vorherrschaft erringen konnten. Mit Genuß schaue ich mir jetzt die Moderation der strammen Genossen Lorenz-Dittelbacher an, wie sie Nicht-Rote wie etwa Stronach in ihrern "Informations-Sendungen" niederbügelt...

Ob Dr.Fichtenbauer seine Unterstützung für Wrabetz bereits bereut?

Als Niederösterreicher sollten Sie beachten

dass auch die ÖVP in Sachen ORF-Faymann ganz Handzahm geworden ist und zwar im Abtausch gegen ORF-NÖ für Pröll (was interessiert die Landeskaiser die bürgerliche Sach, die Bundesweit entschieden wird)

Gast: Westbahnfahrender Fußgänger
24.08.2012 22:41
3 0

Mir wird übel...,

...wenn der Werner als glaubwürdiges Individuum Werbung für die ÖBB macht. Jetz fahr ich nur mehr Westbahn oder geh zu Fuß...

3 0

Korrekt heißt dieses Institut:


INSTITUT FÜR PUBLIZISTIK- UND KOMMUNIKATIONSWISSENSCHAFT (der Universität Wien)

und dort lehrt ein gewisser Professor Fritz Hausjell. Alles klar?

Gast: phj
24.08.2012 16:40
0 0

Produkt war Faymann und nicht ÖBB, dann stimmts

Bei Testimonials wird die Affinität oder Beliebtheit und damit die Glaubwürdigkeit der bei einer Zielgruppe bekannten Person genutzt, um die Werbebotschaft für ein Produkt, eine Dienstleistung, eine Institution oder eine Überzeugung emotional zu bestärken. Die Bewerbung konkreter Merkmale oder Leistungen ist dabei häufig nachrangig.

"Die ÖBB geben zwar Abermillionen für Werbung aus"

31 Millionen Euro um genau zu sein.

4 0

"Testimonial" ist natürlich Quatsch...

Der Sinn eines Testimonials ist denklogisch eine POSITIVE Assoziierung, z. B. erfolgreiche Sportler oder beliebte Schauspieler.
"Bekannt" kann schnell mal jemand sein, aber kein Unternehmen, das noch irgendwie bei Trost ist wird sich z. B. Josef Fritzl als Testimonial aussuchen.

Weiters sind Politiker als "Kaste" auf der Beliebtheitsskala ganz, ganz weit unten.
Abgesehen von dieser generellen Einschätzung kann man wohl davon ausgehen, dass ein spezifischer Parteipolitiker bei Nicht-Parteigängern quasi automatisch "unbeliebt" ist... für die Mehrheit der Bevölkerung also negative Assoziationen auslöst und damit gerade das Gegenteil dessen bewirkt was er sollte.

Und zuletzt bleibt die moralische Frage, inwieweit ein aktiver Politiker überhaupt Werbung für ein Unternehmen machen darf bzw. dürfen sollte.
Aber das ist ja in einem Land, das als Privateigentum der Regierungsparteien angesehen wird, nicht einmal einer Überlegung wert.....

Gast: Semjon
24.08.2012 14:30
4 0

warum nicht?

Warum wählen dann nicht andere Firmen unseren Kanzler zum Testimonial? Immerhin ist das einzige, was er kann, lächeln. Ich sehe ihn schon vor mir als neuen Hausverstand für Billa.

4 0

Re: warum nicht?

Dafür müsste der Mann erstmal Hausverstand haben.

Gast: gggggg
24.08.2012 13:04
10 0

SO macht man das!!

Wie schon des öfteren angemerkt: Die Linken sind (man ist geneigt zu sagen: naturgemäß) beim ´a Linke drahn´ (=mildest möglicher Ausdruck!) immer schon um Dimensionen cleverer gewesen als alle anderen. Durch ein ´Gutachten´(!!!) wird Faymann nicht nur nicht als Täter, sondern sogar noch als Opfer dargestellt. Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen... Aber abgesehen davon, dass mittlerweile alle wissen, was von Gutachten zu halten ist (noch dazu von einem der dubiosesten und ´linksten´ Institute des Landes): dafür, dass der durchtriebenste (=mildest möglicher Ausdruck!) aller bisherigen Bundeskanzler den ÖBB also ´einen Dienst erwiesen hat´: Warum mußte sein (S....wurm) Ostermayer Druck auf die ÖBB ausüben? Sehr merkwürdig - und genauso schmutzig und unerträglich wie alle anderen Korruptionsgeschichten. Aber wie gesagt: Faymann und die Seinen sind eben unvergleichlich viel cleverer. Und einflußreicher. Und das macht diese mit allen Mitteln heruntergespielte Sache - und selbstverständlich nicht nur diese - so besonders schlimm und gefährlich. (Und danke Herr Nowak,dass Sie das aufgreifen!)

Gast: Gast: Leser
24.08.2012 12:12
4 0

Honorar

Und woher weiß Nowak so sicher, dass die ÖBB Faymann tatsächlich kein Honorar gezahlt haben? In diesem Korruptionssumpf wäre das auch schon egal (und nicht weiter erstaunlich).

Gast: Gast 2012
24.08.2012 11:47
7 0

jeder weiß wer die ÖBB sind

dem Gefälligkeitsgutachter scheint das neu zu sein. Es gehört Mut dazu mit Faymann zu "werben". Das könnte den ÖBB eher ein Negativimage einbringen. Was kosten "Gutachten" dieser Art dem Steuerzahler?

Gast: eamon clever
24.08.2012 11:09
1 0

er war ja gar nicht testimonial er sowas wie

der ombudsmann, der wie weiland onkel zilk den armen öbb kunden hilft und dem faulen öbb pack beine macht.
wie das zu gunsten der öbb argumentiert wird ist nicht wissenschaftlich gedacht, das ist fast so ein gutachten das ein fpö mann innerhalb eines we für die novomatic zusammengeschustert hat.

Gast: Austrianer
24.08.2012 11:07
4 0

Geld von der Löwelstrasse bekommen?


9 0

Da sag noch

einmal einer, geschönte Gutachten sind in Österreich käuflich! Das hat er ganz umsonst gekriegt. :-))

Faymann ist also ein Testimonial

nowak ist auch ein testimonial!

er ist testimonial für eine zeitung, die bei einer 75.000er auflage herumkrebst, sich tierisch über einen vorsprung von 3000 gegenüber dem standard freut, die sich selbstbeweihräuchert als qualitätsmedium und eigentlich nur noch aus meinung und manipulation besteht.

so gesehen ist faymann ein wesentlich besseres testimonial als sie, herr nowak. denn sie stellen sich hin und schreien: wir sind super, die anderen sind alle abgrundtief mies.

sehr glaubwürdig ist das nicht, neue leser werden sie SO bestimmt nicht finden. und ihr auftraggeber sollte die gage fürs testimonial-rainerle zurückverlangen.

Antworten Gast: Snotling
24.08.2012 17:56
7 0

Re: Faymann ist also ein Testimonial

Wow ! Toller Sommerrülpser aus der Baddeizentrale !

Antworten Gast: hausverstand1
24.08.2012 13:25
8 0

Re: Faymann ist also ein Testimonial

also ich glaub dass die testimonial manipulation bei ihnen sehr gut funktioniert hat

wissenschaft?

ist publizistik eine wissenschaft oder doch die grundausbildung für taxifahrer? denn arbeitsplätze werden wohl rar sein für solche "deppen" mit solchen gutachten, oder irre ich mich schon wieder? Aber bei uns in kakanien ist alles möglich. guter rat: schließt das institut, haut`s die dodeln raus und lasst sie bei der öbb arbeiten. österreich hätte einen mordsgewinn und müsste sie nicht mehr alle durchfüttern. (außerdem könnte man sie ja mit privilegienfreien verträgen anstellen, soll heißen, sie dürfen erst mit 40 in pension gehen)

was für eine Farce, aber gut: die an der Macht konnten es sich schon immer richten


14 1

Ein tolles Testimonial

das über den Konzern herzieht, für den es vorgibt zu werben. Genau das hat Faymann nämlich gemacht und die ÖBB kräftig eingetunkt, nur um Abhilfe durch ihn, den Wunderwuzzi und Heilsbringer als Infrastrukturminister zu versprechen.

Man stelle sich vor Hermann Maier würde in Werbespots erklären was bei Raiffeisen alles schlecht ist, oder Benni Raich über die Uniqua herziehen.
Im Skurrilitätenkabinett der peinlichen Rechtfertigungsversuche für Faymanns missbräuchlichen Griff ins ÖBB-(und Asfinag)werbebudget steht dieses Gutachten jedenfalls weit vorne.

Re: Ein tolles Testimonial

von werbung, ihren methoden und deren wirkungen, hast du aber überhaupt keine ahnung.
und leider gibt es gott den ahnungslosen auch nicht im schlaf...

man stelle sich also weniger hermann maier als raiffeisen-testimonial vor sondern lieber gerald als gestalter einer werbekampagne. arbeitstitel: megaflop.

aber wie immer gilt natürlich: hauptsache ich habe meinen unsachlichen senf auch dazugegeben, denn sonst hätte ich auftrittsverbot im presse-forum.

 
12

Mehr Kommentare:

Top-News