Es ist nicht gerade schmeichelhaft, was das Magazin „Newsweek“ auf seinem Cover dem US-Präsidenten ausrichtet: „Hit the Road, Barack“, also „Hau ab, Barack“. Niall Ferguson argumentiert auf vier Seiten, warum Barack Obama seinen Platz im Weißen Haus räumen sollte. Ferguson hat schon im letzten Wahlkampf den Kandidaten der Republikaner unterstützt. Doch seine Analyse wird mittlerweile auch von vielen einstigen Obama-Fans geteilt. Grund dafür sind enttäuschte Erwartungen und die schlechte wirtschaftliche Lage.
Obama hat dennoch seine Stärken. Eine davon ist die Schwäche seines Herausforderers. Romney hat kaum Charisma. Die Partei hinter ihm ist ein inhomogener Haufen, in der Männer wie Todd Akin für Turbulenzen sorgen. Akins haarsträubende Aussage, der weibliche Körper verhindere bei Vergewaltigung eine Schwangerschaft, gefällt vielleicht einigen am äußersten Rand. Zum Schwarm enttäuschter Ex-Obama-Wählerinnen wird Akin damit sicher nicht. Aber genau die bräuchte Romney auch, um ins Weiße Haus einzuziehen.
Ab Montag tritt der Präsidentschaftskandidat vor eine Partei, die um Geschlossenheit ringt. Gemeinsamer Nenner muss eine Reihe brillanter Ideen sein, wie Amerika aus der Krise geholt werden kann. Sonst kann Romney das Präsidentenamt vergessen.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2012)















