23.05.2013 20:53 Merkliste 0

Schluss mit der Heldensage

WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Der Fall Lance Armstrong ist viel mehr als nur ein Etappensieg im Kampf gegen Doping.

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Eine der längsten Dopingjagden ist beendet, auch wenn offiziell keine einzige positive A- oder B-Probe vorliegt. Lance Armstrong, der siebenmal als Tour-Triumphator gefeiert wurde, hat das jahrelange Schauspiel beendet. Der 40-jährige Texaner hat sich selbst die Maske vom Gesicht gerissen, er verzichtet auf eine Anhörung, er hat selbst aufgegeben.

Gestanden hat er freilich nichts, aber bei der Schiedsgerichtsverhandlung nicht zu erscheinen, kann nur als Schuldeingeständnis interpretiert werden. Offiziell steht Armstrong nicht als Dopingsünder da, dem ist er zuvorgekommen. Die öffentliche Schmach und Demütigung hat er sich erspart, seinen Heldenstatus als US-Superstar hat er ohnehin schon lange verloren.

Armstrong, der sich immer nur als Opfer, aber nie als Täter gesehen hat, spricht von einer Hexenjagd. Den Kampf gegen den Krebs hat er gewonnen, Livestrong hat vielen Menschen Mut gemacht. Letztendlich aber steht der einzigartige Radfahrer nun als einer der größten Sportbetrüger da.

Lance Armstrong, im Fahrerfeld stets unbeliebt, hat sich lange auf das Prinzip der Omertà, des Schweigegelöbnisses seiner Teamkollegen, verlassen. Ebenso auf den Internationalen Radsportverband, der ihn bis zuletzt verteidigt und sogar freigesprochen hat. Gestürzt ist er, der alle anderen Dopingbrüder rein sportlich geschlagen hat, nicht über die laschen zuständigen Verbände – das sollte Sportbetrügern eine gründliche Warnung sein.

 

wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2012)

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8 Kommentare
Gast: asdfghjp
25.08.2012 15:25
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Die TdF wird nicht umsonst die "Apothekentour" genannt.

Außer dem Autor ist sich doch jeder sicher, dass von den Teilnehmern der Tdf mindestens 90% dopen.
Was soll dieses pharisäerhafte Getue des Autors?

Antworten Gast: le tour
25.08.2012 17:36
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Re: Die TdF wird nicht umsonst die "Apothekentour" genannt.

Ein Dopingarzt sagte mal: wenn die Fahrer nichts zu sich nehmen, kommen in Paris nur mehr die Trainer an.

Und vielleicht noch die Journalisten wie Herr Wiederstein.

Gast: Sportbeobachter
25.08.2012 13:07
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Widerwaertig, der Wiederstein

Nachtreten, nennt man diese Verhaltensweise.

Aja

"Gestanden hat er freilich nichts, aber bei der Schiedsgerichtsverhandlung nicht zu erscheinen, kann nur als Schuldeingeständnis interpretiert werden. "

Sehr geehrter Herr Wiederstein: ich beschuldige Sie hiermit, mir im Jahr 2002 in Summe 10.000€ gestohlen zu haben. Ich habe zwar keinerlei Beweise, um sich von dem Verdacht zu reinigen, müssen Sie sich aber trotzdem am Montag, 27. 8. pünktlich um 8:00 in der Aula der WU zu einer Anhörung melden.

Sollten Sie nicht erscheinen, werde ich davon ausgehen, dass Sie sich schuldig bekannt haben und fühle mich hinkünftig berechtigt, Sie immer und überall als "Dieb" bezeichnen zu dürfen.

Ok, Sarkasmus Ende: ist Ihnen eigentlich klar, dass das was Sie schreiben, gegen jedes rechtsstaatliche Prinzip verstößt, das wir uns - zumindest in Europa - mühsam erkämpft haben? Schuldeingeständnis bei bloßer Aussageverweigerung?

Die Aussageverweigerung ist sogar ein GRUNDRECHT in der EMRK! Weil niemand gezwungen sein darf, sich durch eigene Aussagen selbst zu belasten.

Dass ist kein Kommentar,

sondern eine banal-platte Zusammenstellung von bereits in anderen Medien publizierten Sätzchen. Da hat sich ja Lance Armstrong sein Geld noch ehrlicher verdient!

Ach Gott

jetzt haben sie also ein Denkmal gestürzt. Ich habe einmal gelesen dass wenn man bei solchen Bewerben die ersten 50 scharf auf Doping kontrolliert, der 51. gewinnt.

Armstrong ist für mich immer noch herrausragend. Die Jungs dopen alle. Am Ende zählt wieder nur die Leistung wenn alle auf dem selben Dpoingniveau sind.

Diese Anti Doping Heuchelei ist es die aufhören sollte. Das ist furchtbar.

Gast: netzwerker5
24.08.2012 22:11
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betrüger

Der Kampf gegen Betrug möge stärker werden, denn der Betrug geht immer auf Kosten von Anderen, auch von Schwachen. Die Antikorruptionsbehörden gehören längst aufgerüstet.

was aber wenn es keine "anderen" im Profiradsport bei der TdF gibt?

dann ists ok einen rauszuschießen und über alle anderen nicht zu reden?

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