Sie nennt ihn Christian und „manchmal Schatzi“. Er sagt „mein Engel“ zu ihr. Leser der „Kronen Zeitung“ wissen seit Sonntag, wo FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und seine Lebensgefährtin Andrea Eigner einander das erste Mal begegnet sind (im Wiener Club „Passage“) und warum sie ein Jahr getrennt waren (zu wenig Zeit). Treue „Krone Bunt“-Leser werden von der Frageart im Weichspülmodus nicht überrascht sein, schließlich gleicht das Interview in Stil und Aufmachung so ziemlich allem, was man bisher aus der Beilage kennt.
Doch in der „Krone“-Redaktion soll das Interview im Vorfeld für Diskussionen gesorgt haben, weil die neue „Bunt“-Chefin Edda Graf als ehemalige Sprecherin der Blauen beim Parteichef unter arger Beißhemmung litt. Angeblich allzu hymnische Stellen sollen gestrichen worden sein, was die Interviewerin gegenüber dem „Etat“ zwar so nicht bestätigt, aus Platzgründen seien aber Kürzungen notwendig gewesen.
Verwunderung darüber, dass der „Spiegel“ den FPÖ-Chef zu den „zehn gefährlichsten Politikern Europas“ zählt, klingt durch – und wie zum Beweis des Gegenteils wird er als schmuseweicher Beziehungsmensch präsentiert, der seinem Engel beim „Putzen und Einräumen“ ihrer neuen Innenstadtboutique hilft. Ein bisschen Schleichwerbung ging sich eben auch noch aus.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.08.2012)















