20.05.2013 05:31 Merkliste 0

Pröll-Plan: Idee gut, Timing nicht

FLORIAN ASAMER (Die Presse)

Die Wehrpflicht eignet sich für eine Volksabstimmung. Aber nicht ein paar Monate vor der Nationalratswahl.

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Nachdem Michael Spindelegger mit der Versetzung seines Staatssekretärs Wolfgang Waldner vom Wiener Außenamt in die Landesregierung nach Klagenfurt fast so etwas wie innerparteiliche Autorität gezeigt hat, wartet schon die nächst größere Herausforderung. Erwin Pröll hat bestellt. Und zwar à la carte. Der niederösterreichische Landeshauptmann hätte gern als Beilage zum eigentlichen Hauptgang des Wahljahres 2013 (der niederösterreichischen Landtagswahl nämlich) eine bundesweite Volksabstimmung über die Wehrpflicht. Und ist sich sicher, dass die Bevölkerung keine Änderungen wünscht. Nicht in St. Pölten, nicht in Sachen Bundesheer.

Hoffentlich knickt der ÖVP-Chef in Wien auch diesmal nicht ein, bleibt beim Nein zur Abstimmung vor der Abstimmung. Zwar hat Pröll recht, die Wehrpflicht wäre als Frage für einen direkten Volksentscheid gut geeignet. Allerdings nicht ein paar Monate vor der Nationalratswahl, die spätestens im Herbst 2013 stattfinden muss.

Worüber bitte sollte denn dort noch abgestimmt werden, wenn einer der wesentlichen Punkte, an denen sich noch Unterschiede zwischen den Ewigkoalitionspartnern SPÖ und ÖVP ausmachen lassen, noch rasch entschieden wird? Für einen Wahlkampf mit Inhalt ist die Zukunft der Wehrpflicht eines der raren lohnenden Themen. Das weiß auch Erwin Pröll nur allzu gut. Und will deshalb für seine Wahl nicht darauf verzichten.

 

florian.asamer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.08.2012)

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7 Kommentare

Der Berg kreißt

Der Berg kreißt - und eine Maus wird geboren werden! Wenn überhaupt. Ich kenne doch mein Ö!

Gast: grashüpfer
27.08.2012 14:16
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Was der Herr tut, ist wohlgetan,

Sie durchschauen es bloss nicht, also : nachdenken.

Bitte?!?

Dass die Nationalratswahl sinnlos wäre, wenn über die Wehrpflicht schon entschieden worden ist, muss ja wohl ein Scherz sein, oder?
Das sind zwei grundverschiedene Fragen: Das eine die Wahl der Volksvertreter, mit der NULL inhaltliche Vorgaben verbunden sind, das andere eine rein inhaltliche Entscheidung, ohne dass relevant wäre welches Parlament bzw. welche Regierung das umsetzt.

Was eher gegen das Timing spricht sind die Kosten einer solchen Abstimmung. Da wäre es deutlich sinnvoller Wahl und Abstimmung zeitgleich zu machen und damit Kosten zu sparen.

Gast: Niederösterreicher
27.08.2012 11:54
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Ungerechtfertigter Angrif gegen Pröll,

der über mehr politischen Instinkt verfügt als die ggw. ÖVP-Führung!

Die Unwetterkatastrophen haben den Österreichern gezeigt, daß es zur raschen und kostengünstigen Beseitigung der Unwetterschäden ohne Bundesheer nicht geht. Diese Einsicht des Wählervolkes wird - nicht zuletzt wegen der Stimmungsmache in der "Krone" - nicht sehr lange anhalten. Ein Volksentscheid zu einem möglichst frühen Zeitpunkt ist daher für die, die für die Beibehaltung der Wehrpflicht sind, eher günstig. Dazu kommt noch die Erinnerung an den Wahlschlager von Bruno Kreisky "6 Monate sind genug", die der SPÖ 1969 die relative Mehrheit im Parlament eintrug (übrigens eine Form des Wahlbetrugs, weil es dann nicht 6, sondern 7 Monate geworden sind!)

Wenn man also davon ausgeht, daß die Stimmung der Wähler in einem Jahr wieder kippen könnte und die SPÖ die Abschaffung der Wehrpflicht (die die Zustimmung der Jugend findet) zum Wahlschlager (um nicht zu sagen "Wahlzuckerl") macht, dann ist der Zeitpunkt für eine Volkswahl richtig gewählt!

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Re: Ungerechtfertigter Angrif gegen Pröll,

Den politischen Instinkt des Pröll erkennt man an seinen Personalentscheidungen.
ER ist es, der den Marsch der ÖVP in den Untergang verursacht!

Pröll und Häupl

Das Machtpowerpaar "Pröll & Häupl GesmbH", das sich durch Demographie und parteiinterne Konstellationen ergeben hat, meldet sich immer wieder zu Wort um "klar zu machen, wo der Bartl den Most holt". Beide haben es sich auf den bequemen Sessel von Landesfürsten bequem eingerichtet und stellen von dort weg ihre Forderungen an die Bundespolitik. Klarheit in Kompetenzverteilung und Verantwortung -sowohl inhaltlich als auch bezüglich der Finanzen - würde unserem Land sehr viel bringen. Die bequemen Sitze in den Landesregierungen und die noch bequemeren Aufzeigemararionettensitze in den Landtagen kosten uns sehr viel Geld. Das zu wiederholen werden ich nicht müd.

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Ich bin für eine Volksabstimmung über Erwin Pröll

-und die ÖVP.

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