18.05.2013 14:01 Merkliste 0

Dümmliche Toleranz

WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Wenn Rapid jetzt bei den Fans nicht beinhart durchgreift, dann wird es wirklich teuer.

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Der Ausflug von Rapid war diesmal so richtig teuer, das Europacup-Auswärtsspiel in Griechenland wird dem Verein noch lange in Erinnerung bleiben. Nach den schweren Ausschreitungen in Saloniki hat die Europäische Fußballunion beide Vereine zu harten Strafen verurteilt. Die Hütteldorfer müssen 75.000 Euro berappen, obendrein wird das nächste Uefa-Spiel vor leeren Rängen stattfinden. Es ist ein immenser finanzieller Verlust, wenn man von einem ausverkauften Happel-Stadion ausgeht.

Der Imageschaden aber ist noch größer. Und schon jetzt geht die Angst vor dem Rückspiel um. Wenn es am Donnerstag neuerlich zu schweren Verfehlungen von verschiedenen Fangruppierungen kommt, dann blüht das Ende im Europacup für längere Zeit.

Rapid fühlt sich unverhältnismäßig hart bestraft, die Hütteldorfer sollten aber lieber einmal darüber nachdenken, wie lange sie sich solche Fans noch leisten wollen. Grün-Weiß hat offenbar aus den Derby-Vorfällen im Mai 2011 noch immer nichts gelernt, lässt sich von einigen wenigen gewaltbereiten Krawallbrüdern auf der Nase herumtanzen. Die Toleranz von Rapid, schon längere Zeit mindestens fahrlässig, grenzt mittlerweile an ziemlich dümmliche Ignoranz.

 

wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.08.2012)

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13 Kommentare

Einfache Lösung

Die Lösung ist ganz einfach: Sämtliche Polizizisten aus den Stadien raus, die 100 Krawallmacher jeder österreichischen Bundesligamannschaft , die eine Liga jahrelang in Geiselhaft gehalten haben, liegen spätestens nach der dritten Runde alle im Krankenhaus und das Problem ist gelöst.

Die Polizei greift ja bei Fußballspielen sowieso nie ein, das ist nur ein netter Grund, um ein paar Überstunden zu schieben. Jeder, der schon mal in einem Gästeblock war, weiß, was ich meine.

Da werden Rapid-Fans im eigenen Sonderzug nach Innsbruck geleitet und wenn sie dann dort sind, läßt die Polizei sie in die Fanbusse der Innsbrucker Fans steigen.

Also entweder die Rapid-Fans sind so gefährlich, dass sie eine Sonderbehandlung brauchen: dann Sonderzug und Sondertransport Bahnhof - Stadion. Oder sie sind es nicht, dann braucht man aber keinen Sonderzug mit Polizeibegleitung - es sei denn, man will Überstunden schieben...

In der Regel gibt es auch nichts zum Eingreifen: Die "Ultras" brüllen sich an, laufen aufeinander zu und das wars. Um so etwas zu verhindern, brauche ich keine Heerscharen an Polizisten, die werden mit dem kleinen, harten Kern an Krawallmachern sowieso nicht fertig. Ist ähnlich wie bei der Promilleregel: Wer sich hemmungslos besaufen will und mit 2 Promille durch die Gegend düsen, wird dies auch tun, wenn die Promillegrenze 0,0 statt 0,5 ist.

Generell ist die Fußballöffentlichkeit übersensibilisiert: jahrzehntelange Bengalos in den Stadien ohne einen Vorfall. Und nun?

Kein zahlender Gast

Es würde mir nie in den Sinn kommen mit meinen Kindern ein Rapidspiel (wie in meiner Jugend) zu besuchen, aufgrund der Gefahr der ich sie aussetzen würde.

Jeder hat die Anhänger, die man sich heranzüchtet.... thats it.

Gast: Gast: Leser
29.08.2012 12:02
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Polizisten?

Ist schon richtig, nur wie soll Rapid - und noch dazu bei einem Auswärtsspiel - seine "Fans" in Zaum halten? Jeden einzelnen von einem Polizisten begleiten lassen? Die UEFA macht sich's leicht: danach ist jeder Verein für seine Anhänger verantwortlich - wie soll er das in der Praxis machen? Sogar wenn Rapid etwa - zumindest theoretisch - 500 Wiener Polizisten ins griechische Stadion mitschicken wollte: das würden wohl weder die Griechen noch die UEFA gestatten. Dann sollen sie sich doch andere Lösungen einfallen lassen. Nur zur Ergänzung: ich bin keineswegs ein Rapid-Anhänger (eher ein Gegner).

Re: Polizisten?

Die Lösung ist denkbar einfach, jeder der sich eines Vergehens das dem Verein schadet schuldig macht, hat lebenslang überall Stadionverbot. Dies kann vor allem dadurch erreicht werden, dass die Karten personalisiert werden und auch kontrolliert wird, dass derjenige auch der ist welcher ins Stadion geht. Ist bei vielen Großveranstaltungen bereits gängige Praxis.
In England wird dies ähnlich seit langem erfolgreich vorgelebt. Warum haben die Engländer so gefürchtete Fans, aber im Stadion gibt es keinen Zaun, so wie bei uns? Jeder könnte dort sofort aufs Feld laufen, tut es aber nicht. Weil jeder die Konsequenzen fürchtet, die ihm bevorstehen würden.

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Re: Re: Polizisten?

Ausserdem jeden, der auffällig wird, sich 30 Minuten nach Beginn des Spiels bei der Polizeistation seines Wohnorts melden lassen (und bei Nichtbeachtung eine saftige Verwaltungsstrafe verhängen); das sollte der Zusammenrottung und in Folge der Randale ausserhalb des Stadiums einen Riegel vorschieben.

fehler im artikel

das sind keine fans, sondern vollpfosten, die irgendwem eine reinhauen wollen. auch "fans" genannt.

ein paar krokodilstränen

von edlinger und natürlich berufung (man wird sehen ob die uefa auf einnahmen durch reduktion verzichtet).
und irgendwie werden im rathaus die unterstützer der proleten - da desselben geistes - schon mittel und wege finden, um auf dem rücken der gebühren, steuern und abgaben zahlenden wiener bevölkerung die verluste hereinzubringen.
nebst einem neuen, grösseren stadion für - wenn überhaupt - geisterspiele.

Sportjournalist

Von einem Sportjournalisten darf man erwarten, dass er derartige Geschehnisse differenzierte beleuchtet und sich Hintergründen widmet.

Unbestritten ist es, dass Rapid einige gewaltbereite Vollpfosten unter den Fans hat.

Aber diese Eskalation in Griechenland war vorhersehbar und ein Versagen der griechischen Exekutive. Das hat damit angefangen, dass sich die Rapidler frei in der Stadt bewegen durften, dort mit Messern attackiert wurden. Vor dem Stadion wurden Molotowcocktails auf die Fans geworfen.

Nur all das berücksichtigt die UEFA nicht, denn es geht ja nur um das, was im TV zu sehen ist.

Es hat schon einen Grund, warum es in Griechenland seit Jahren ein Auswärtsfanverbot in der Meisterschaft gibt.

Vor allem sind die Strafen unverhältnismäßig. Besiktas hat 50.000 EUR zahlen müssen, weil ihre Fans in Wien Bengalen in den Rapid-Sektor geworfen haben.
Famagusta hatte einen Spielabbruch (inkl. zwei verletzter Polizisten) und bekam 50.000 EUR Strafe plus drei Geisterspiele.

Aber polemisieren ist halt einfacher als recherchieren.

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Re: Sportjournalist

Auf die Anderen zeigen ist billig! Radaubrüder seit Jahren zu hätscheln ist fahrlässig.

Der Edlinger mit seiner antiautoritären Alt-68-Menthalität wird den Club noch völlig ruinieren.


Antworten Gast: dannredmaweida
29.08.2012 17:09
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Re: Der Edlinger mit seiner antiautoritären Alt-68-Menthalität wird den Club noch völlig ruinieren.

Zuerst müssen die Spieler anzahrn. Dann red ma weiter.

Ein "Geisterspiel" bedeutet: 1 Mio. Euro weniger Einnahmen!

Dagegen sind die 75.000 Euro, die Rapid als erstes zahlen muß, geradezu ein Klacks! Aber selbst das ist noch nicht das Schlimmste: Das ist nämlich schon seit Jahren, daß sich wirklich potente Sponsoren einfach nicht für Werbezwecke nach Hütteldorf locken lassen! Diese Firmen fürchten, vermutlich sogar zurecht, daß ihre Namen ständig im Zusmamenhang mit Fankrawallen genannt werden. Insofern ist also die gemeindeeigene "Wien-Energie" bereits das Höchste der Gefühle auf diesem Gebiet. Ständige hohe Strafzahlungen wegen Fan-Ausschreitungen plus fehlende Sponsorgelder, so geht es doch seit Jahren und keiner wagt im Vorstand das, was man einen echten "Befreiungsschlag" nennen könnte.

Im Gegenteil: Es sind die inzwischen die Fangruppierungen, die in Hütteldorf den Takt vorgeben. Nach dem Spielabbruch gegen die Austria wurde z.B. Kritik aus dem Vorstand erbost zurück gewiesen und nicht nur das: Sie begaben sich ins Schmollwinkel und erwarteten allen Ernstes, daß sich die Klubleitung bei ihnen entschuldigt, weil die Kritik an ihnen "respektlos" gewesen sei! Auf einem Transparent konnte man dann sogar lesen: "Wir sind keine Rapidanhänger; wir sind Anhänger mit einem Verein"! Was wohl soviel bedeutete wie: "Wir können auch jederzeit zu einem anderen Klub gegen und dort unsere Choreographien vorführen, Schlachtengesänge trällern und mit Pyrotechnik für spektakuläre Stimmung sorgen!

Spätestens da hätte der Klub die Reißleine ziehen MÜSSEN! Er hat diese Chance vergeben; selber Schuld...

Gast: Paul Voltan
28.08.2012 19:14
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einige wenige gewaltbereite Krawallbrüder

Wer die grün-weiße Szene kennt, der weiß auch, dass das gar nicht so wenig sind. Und darin liegt das Problem von RAPID. Die Krawallbrüder haben dafür gesorgt, niemand mehr seine Kinder oder Freundin auf den Fußballplatz ausführt. Zugleich sind sie der letzte Haufen Fans. RAPID hat nicht viel Wahlmöglichkeiten. Leere Ränge oder Krawallbrüder. Einen vernünftigen Weg gehen, das hat man vor zehn Jahren schon verabsäumt.

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