24.05.2013 07:57 Merkliste 0

Einsatz für den Foltercop

ERICH KOCINA (Die Presse)

Frage an die Politik: Darf jemand, der folternde Polizisten stützt, Chef werden?

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Karl Mahrer ist ein freundlicher Mann, der oft mit einem Lächeln im Gesicht auftritt. Ihn zum zweitmächtigsten Polizisten der Stadt Wien zu machen ist schon allein deshalb ein guter Schachzug, weil er in den Medien und im Gespräch mit den Bürgern einen guten Eindruck hinterlässt. Karl Mahrer ist im Übrigen auch innerhalb der Polizei sehr freundlich. Er kümmert sich um seine Mitarbeiter und ermöglicht ihnen, mithilfe von Fortbildungskursen auf der Karriereleiter ein paar Schritte nach oben zu machen. Unter anderem auch einem jener Polizisten, die einen Schubhäftling fast zu Tode gequält haben. Nun, der Mann habe ja nur zugesehen, sagt Mahrer, er sei dafür auch verurteilt worden – und habe danach zur Aufklärung des Falles beigetragen.

Michael Häupl ist ein freundlicher Mann. Auch er kann in der Öffentlichkeit lächeln. Er kann aber auch sehr finster schauen. Und genau das sollte der Wiener Bürgermeister auch, wenn es darum geht, dass ein Mann, der einem Folterpolizisten auf der Karriereleiter nach oben helfen will, Stellvertreter des Wiener Polizeipräsidenten wird. Einfluss auf diese Entscheidung hätte er. Herr Häupl, wir warten.

 

erich.kocina@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.08.2012)

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11 Kommentare

"Nun, der Mann habe ja nur zugesehen, sagt Mahrer, er sei dafür auch verurteilt worden – und habe danach zur Aufklärung des Falles beigetragen."

wenn du hingegen nicht 'nur' zuschaust, sondern aktiv folterst, wenn du ausser leugnen und lügen nichts zur aufklärung des falles beiträgst...

...dann wirst du eben bodyguard beim strache!

wenn einem Fiaker die Pferde durchgehen

dann hat er meist sein Zeugl nicht im Griff. Wenn einem sogenannten Journalisten intellektuell die "Pferde durchgehen" dann gehört er für einige Zeit von seinem (neuen) Chefredakteur vom Kutschbock genommen und vorübergehend für einfache Dienste eingesetzt. Welcher Teufel auch immer Herrn Kocina hier geritten hat, journalistische Ethik und Sorgfalt sieht anders aus und politischer Rufmord - aus welcher persönlichen Motivation auch immer, sollte nicht Sache einer dem Qualitätsjournalismus verpflichteten Zeitung sein.

Einem Ehrenmann, wie Karl Mahrer einer ist, so stillos ans Bein zu pinkeln ist unterste Schublade.

Gast: Presseaussendung
30.08.2012 11:28
0 2

Anderer verurteilter Beamter mit 42 Jahren von Freundin in Frühpension befördert.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120828_OTS0148/falter-schwere-vorwuerfe-gegen-wiener-polizeichefs
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Anderer verurteilter Beamter mit 42 Jahren von Freundin in Frühpension befördert. Justiz ermittelt wegen Pensionsbetrug


Gast: dhftrjgf
30.08.2012 08:37
6 1

Am linken Auge blind ...

... ist Herr Kocina, wie er uns wiedereinmal eindrucksvoll beweist.
Jack Unterweger z.B. ist seinerzeit nach mehrfachem Mord frei gegangen (um dann seine finsteren Triebe munter weiter zu befriedigen) - die Clique, die damals seine "Resozialisierung" in Freiheit betrieben hat, läuft noch immer frei herum.
Warum soll ein Polizist eigentlich keine zweite Chance erhalten?
Und warum soll ihm die ein fähiger Vorgesetzter nicht einräumen.
Oder meinen Sie, die ganze Partie sollte, am besten gleich mitsamt der Familie des Mannes, in den GULAG?

der unterschied zwischen ...

... einem herrn unterweger und einem polizisten ist ihnen aber schon klar, oder etwa nicht?

der polizist muss froh sein, überhaupt noch in seinem beruf arbeiten zu können. das ist zweite chance genug. einen aufstieg in der polizeihierachie würde ich auch für völlig ungerechtfertigt halten und wäre ein absolut falsches signal in einer ohnehin teilweise sehr umstrittenen institution.

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.

Zu frühe Haftentlassung im Fall Unterweger und Karrierehilfe im Fall Folterpolizist sind erstens zwei verschiedene paar Schuhe.
Und zweitens: Dass irgendwo katastrophale Fehler gemacht wurden, kann sicher nicht Grund genug sein, ähnliche Fehler in alle Ewigkeit zu wiederholen.

Eine "zweite Chance" für einen Menschen, der an einem Verbrechen wie Folterung beteiligt war - wurscht ob "nur" als Zuschauer - ist sicher in Ordnung in dem Sinne, dass er nach Verbüßung einer entsprechenden Strafe und ordentlicher psychotherapeutischer Behandlung wieder einem Beruf nachgehen und in ein geregeltes Leben zurückfinden kann.

Für eine leitende Position bei der Polizei sollte er sich aber für alle Zeiten disqualifiziert haben. Das müsste eigentlich sogar ein auf beiden Augen Blinder mit Krückstock sehen.

Antworten Gast: Anselm57
30.08.2012 09:29
3 2

Re: Am linken Auge blind ...

Was hat das mit linkem und rechtem Auge zu tun? Ein Verbrecher ist ein Verbrecher. Und bei manchen Verbrechen (Vergewaltigung, Folter,...) sollten bestimmte Dinge (Führungsposition in einer Institution, die großes Vertrauen in der Bevölkerung genießt oder genießen sollte) für die betreffende Person nicht mehr möglich sein. Ob das nun ein Unterweger ist oder ein Polizist.

Gast: ExWiener
30.08.2012 07:47
6 0

Ja und?

Häupl foltert die Wiener. Wir warten.

Gast: serenissimus
29.08.2012 19:02
1 0

seit wann ist der Innenminister,

das muss heissen : Mikl - Leitner wir warten.

Antworten Gast: Eule
30.08.2012 01:53
2 0

Re: seit wann ist der Innenminister,

Hallo -auf welchen Mond leben Sie?

Jede wichtige Personalentscheidung in Wien wird durch den Bürgermeister zustimmend goutiert oder abgelehnt.
Ob es nun Stadtschulratspräsident,AK-Chef,Polizeipräsident und die jeweiligen Stellvertreter sind,ohne dass der rote Chef Genosse des Wiener Rathauses den Daumen hebt oder senkt ,geht gar nichts!

Die etwaigen zutsändigen Minister sind ja nur Marionetten und austauschbare Erfüllungsgehilfen von Michl H. und Ernstl Pr.

Antworten Antworten Gast: serenissimus
30.08.2012 09:31
1 0

Re: Re: seit wann ist der Innenminister,

vielleicht auf, aber nicht hinter dem Mond,
so einen hat die Maria Zaster zurechtzustutzen, offenkundig hat man hinter dem Mond damit Probleme.

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