26.05.2013 06:52 Merkliste 0

Romney trifft wunden Punkt

CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Die US-Wahl werden nicht Stilfragen entscheiden, sondern die harte wirtschaftliche Realität.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Aus Mitt Romney wird kein mitreißender herzzerschmelzender Redner, kein Menschenfänger mehr. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber ist, was er ist: ein kühl kalkulierender Manager mit der Ausstrahlung eines chromierten Sprechautomaten. Doch so sehr sich Barack Obamas publizistische Bataillone darauf einschießen mögen: Stilfragen werden diese Wahl nicht entscheiden.

Die Unentschlossenen, die Schwankenden und Enttäuschten werden sich vor der Stimmabgabe kaum den Kopf darüber zerbrechen, wer die größeren Popstarqualitäten hat und intellektuelle Aura verströmt. Sie werden sich vielmehr fragen, ob es ihnen nach vier Jahren Obama besser geht als vorher und welchem Kandidaten sie noch am ehesten zutrauen, die amerikanische Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.


Genau darauf zielt der Wahlkampf Mitt Romneys ab. Und genau deshalb hat der hölzerne Mormone gute Chancen, Barack Obama zu schlagen. Die Republikaner treffen den wunden Punkt des US-Präsidenten, wenn sie nun immer wieder an seine übertriebenen Heilsversprechen erinnern und auf seine bescheidene Bilanz hinweisen.

Es ist wahr: Obama musste ein höllisches politisches Erbe antreten. Doch er hat weder die US-Konjunktur kräftig genug angekurbelt noch die Staatsschulden noch die Arbeitslosigkeit in den Griff bekommen. Und daran werden ihn die Amerikaner letztlich messen, nicht an seinen schönen Reden.

christian.ultsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.09.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

4 Kommentare
Gast: Gast: Leser
01.09.2012 11:54
3 0

Lügende Politiker

Lügende Politiker, also jene, die ihre Wahlversprechen nicht halten, sollten auf jeden Fall und immer abgewählt werden. Obama ist ja ein typisches Beispiel dafür: er hat so gut wie keines seiner Wahlversprechen gehalten. Nur ein kleines Beispiel dafür: eine seiner ersten und großspurigen Ankündigungen war die sofortige Schließung des Lagers Guantanamo. Nun, jedermann weiß, dass dieses Lager zur Schande des (Menschen)rechtssstaates USA nach wie vor lebt und gedeiht wie in den Zeiten von George W.

Gast: AuskennerIn
01.09.2012 11:52
2 2

Die Geduld der Amerikaner reicht nicht ewig ...

Obama - der wahrscheinlich meistüberschätzte Politiker der Welt! Außer im Redenschwingen war seine Performance immer nur mittelmäßig. Dass der abgewählt wird, weil sich das Volk dort nicht lange vera... lässt, ist klar.

2 3

Traurig

Wann kommt endlich die Demokratie in den USA?Pest oder Cholera ist keine Alternative. Ein Staat welche sich nur durch Militarismus , Rüstung und Kriege behaupten kann ist ein fallender Staat.

Re: Traurig

Als ob die Alternativen in unserm schönen Österreich viel besser wären. Unterschied ist dass die USA gross und wichtig sind und Österreich klein und unwichtig und deshalb auf die Extremhirnis im Parlament keiner was gibt. Das macht die aber nicht besser.

Mehr Kommentare:

Top-News