25.05.2013 15:44 Merkliste 0

Florianiprinzip bei Prostitution

MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Das Gesetz zur Neuregelung der Prostitution scheitert an der Realität.

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Ein Verbot der Straßenprostitution ist sinnlos. Sie würde sich nur in die Illegalität verlagern, ohne Kontrolle durch Polizei und Sozialarbeiter, ohne Schutz für die betroffenen Frauen – mit massiven Auswirkungen auf die Anrainer der illegalen Prostitutionszonen. Deshalb ist es positiv, dass die Stadt Wien mit einem neuen Gesetz versucht hat, die Straßenprostitution in geregelte Bahnen zu lenken.

Die Idee, eigene Zonen außerhalb der Wohngebiete zu schaffen, war gut gemeint. Das ist bekanntlich oft das Gegenteil von gut. Jeder sprach sich für die Schaffung eigener Prostitutionszonen aus, keiner wollte sie aber im Bezirk haben. Die Folgen sind dramatisch: Im Stuwerviertel beim Prater eskaliert die Situation. Eine Überraschung? Nur für die Erfinder des Gesetzes. Denn neben dem Stuwerviertel gibt es nur einen einzigen Standplatz für Prostituierte. Und zwar am Auhof, der für die Betroffenen völlig unattraktiv ist. Die einzige Lösung: Die Prostitution muss auf mehrere Standplätze verteilt werden. Diese Lösung scheitert aber an den Bezirken. Nicht einmal der grün regierte Bezirk Neubau will eine derartige Zone. Obwohl hauptsächlich der grüne Regierungspartner bei dem neuen Gesetz federführend war.

Mehr Polizei bringt hier nichts. Die Stadt braucht eine politische Lösung – wenn nötig, auch gegen den Willen der Bezirkskaiser. Denn sie lassen das Gesetz am Florianiprinzip und Egoismus scheitern.

 

martin.stuhlpfarrer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2012)

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7 Kommentare
Gast: Amira Passarge
08.09.2012 21:14
2 0

drehen wir alle durch?

Was ist denn das Problem? Ich selber bin eine Germanistikstudentin und arbeite SEHR gerne als Prostituierte, jeder weiß es, dass ich es mache. Ich will es nicht verheimlichen! Was ist das Problem? es ist eine ganz normale Tätigkeit wie jede andere! Es ist die einzige Möglichkeit, um mein Studium und Ausgaben zu finanzieren ...
Amira Passarge (Nina-Karlsruhe, Nina-München, bw7)

Re: drehen wir alle durch?

cool !
I like !

Prostitution - das älteste Gewerbe?

Publius Cornelius Tacitus berichtet von unseren heidnischen Vorfahren, daß dort die Prostitution unbekannt war und die Ehen von unübertrefflichem Anstand waren ("De Germania", cap. 18/1; 20/3). Mit und nach der christlichen Mission verfiel die Ehemoral und die Prostitution kam auf und gelangte zu einer schändlichen Blüte (Siehe Scheidungsstatistik und die seitenweisen Inserate in der "Kronenzeitung", in denen sich Frauen um den Preis eines panierten Schnitzels zur gewerblichen Unzucht anpreisen).
Zu diesem Thema siehe mein letztes Buch "Das Königreich Davids in Deutschland", August von Goethe Literaturverlag 2012, Frankfurt a. M.)
Die Prostitution ist also nicht das "älteste Gewerbe", da ja den Naturvölkern überhaupt unbekannt, sondern eine Fehlentwicklung der Zivilsation.

3 0

Zonen ?

Was spricht eigentlich gegen die umfassende Legalisierung ?

Wer hat Angst vor der Frage: "Kummst mit aufs Zimmer ?"

Richtig, richtig

Ich bin für Wien Döbling und Wien Neubau.

Was soll dieser Kommentar? Was heißt "Mehr Polizei bringt nichts"?

Natürlich tut es das. Als die dichten Kontrollen der Polizei im Stuwerviertel nachließen, war der Strich wieder da. Vorher schön brav im Prater.

Sie gehen der Propaganda des Gewerbes auf den Leim, das natürlich in Wohngebieten wegen höherer Anonymität der Kunden (im Gegensatz zum offenen Einfahren in eine "Zone") mehr Geschäft macht und die Zonen daher sabotiert.

Argumente wie Sicherheit werden da gebracht - absurd. Sind Anrainer das Security-Personal von Prostituierten?

Gast: b745
06.09.2012 18:32
2 12

endlich strafen für freier die sich wissentlich mit zwangstprostituierten einlassen

sind ohnehin asoziale menschenverachter

Re: endlich strafen für freier die sich wissentlich mit zwangstprostituierten einlassen

Das Wort "Zwang" ist eine Behauptung die maximal auf eine Minderheit hinter Bordelltüren zutrifft. Ich hab Ihnen eh gesagt, dass die mehr verdienen als Sie.

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