24.05.2013 06:06 Merkliste 0

Der beste Job des Landes ist vergeben

FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

Der Staat leistet sich mit der ÖIAG eine Holding für ganze drei Beteiligungen. Hut ab!

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Für alle Jobsuchenden gibt es eine ziemlich schlechte Nachricht zu vermelden: Der bestbezahlte Halbtagsjob des Landes ist seit dem gestrigen Freitag leider weg. Nach langem Hin und Her hat die Verstaatlichtenholding ÖIAG nämlich wieder einen neuen Chef. Der Manager Rudolf Kemler wird das, was von der österreichischen Staatswirtschaft übrig geblieben ist, künftig verwalten.

Damit ist in der ÖIAG zwar eine wichtige Entscheidung gefallen, die alles entscheidende Frage bleibt aber einmal mehr unbeantwortet: Wer zum Teufel braucht eigentlich eine Holding samt hoch dotiertem Vorstand und 15 Aufsichtsräten, um ganze drei Beteiligungen zu betreuen? Noch dazu, wo die ÖIAG nur noch in einer (der Post) etwas mitzureden hat? In der OMV und der Telekom Austria hält der Staat erfreulicherweise ja nur nur noch Minderheitsanteile.

Nun könnte die Regierung natürlich die entsprechenden Lehren aus der Vergangenheit ziehen, indem sie auch noch den letzten Rest vom Schützenfest unter die Leute bringt. Unternehmen wie die Voest, Andritz oder Böhler-Uddeholm lassen ja kaum Zweifel aufkommen, wie segensreich deren Privatisierung für Beschäftigte und Kunden war.

Die ÖIAG von heute verfügt aber weder über einen Privatisierungsauftrag noch über ein erkennbares Zukunftskonzept. Und dazu passt natürlich ein Halbtagsmanager.


franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2012)

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18 Kommentare
Gast: b745
08.09.2012 11:15
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ist der job von schellhorn neu vergeben worden

oder wie muss man die überschrift verstehen einmal pro woche das neoliberale märchen erzählen der spö die schuld geben unmd dafür fett kohle kassieren

Gast: Dr. Gerhard A.
07.09.2012 23:08
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Staat wirtschaftet schlecht

Es tut mir leid dies als ehemaliger Mitarbeiter eines staatlichen Konzerns so sagen zu müssen, aber der Staat hat (fast) immer sehr schlecht gewirtschaftet. Positive Betriebsergebnisse waren nicht unsere vorrangigen Ziele. Zu oft musste ich selbst Jobs für Parteifreunde kreieren. Hätte ich das nicht gemacht, wäre ich meinen eigenen Job los gewesen. Jetzt, an meinem Lebensabend, bereue ich vieles zutiefst. Oftmals haben wir nicht die besten Bewerber genommen, sondern sind nach Parteizugehörigkeit vorgegangen. Da kamen dann brave Abnicker, ohne eigene Ideen und leider oft auch ohne Skrupel beim Gageneinstreifen. In der Verstaatlichten wurde die Zukunft unserer Kinder verbraten, die Denkweise hat sich leidergottes auf das gesamte Staatswesen übertragen. Ich muss dem heftig widersprechen, wenn jemand behauptet, dass der Staat jemals ein Unternehmen selbst saniert hat. Das ist glatt gelogen! Schauen Sie sich doch um: AUA, BAWAG, KONSUM, ÖBB. Alles Milliardengräber! Oh Gott, was wurde da verbrochen! Man hat sich an den Kindern versündigt, ihnen solch einen Staat zu übergeben! Ich bin mit absoluter Sicherheit kein Neoliberaler, das verbietet schon allein meine Parteizugehörigkeit. Doch die eiskalte Planwirtschaft und Schuldenmacherei wird dazu führen, dass uns die nächste Generation verfluchen wird. Ich könnte ihnen sofort jeweils fünf schwarze und fünf rote Günstlinge nennen, welche ich persönlich auf Weisung eingestellt habe. Sehen Sie, DAS ist das Problem!

Antworten Gast: Paul K.
08.09.2012 16:42
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Re: Staat wirtschaftet schlecht

Und all diese " Freunderlwirtschaft " gibt es natürlich überhaupt in keinem Privatbetrieb. Und die Erde ist eine Scheibe.

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Re: Staat wirtschaftet schlecht

An Ihrer früheren Position sitzt nun auch wieder jemand, der seinen guten Job behalten will und dann bei guter Pension ein anständiger Mensch wird.

Re: Staat wirtschaftet schlecht

gottlob gibts in der privatwirtschaft weder günstlinge, noch netzwerke die sich gegenseitig jobs zuschieben! so ein glück! und die erde ist eine scheibe!

Re: Staat wirtschaftet schlecht

ich muss ihnen an ihrem lebensabend leider noch eine sehr harte mitteilung machen: bawag und konsum waren NICHT, ich wierhole nicht IM STAATLICHEM EIGENTUM!

diese nachricht aus der realen welt soll sie nicht hindern ihren phantasien weiter anzuhjängen, wonach staatliche firmen allesamt verlustbringer sind und immer waren sind. egal wie die fakten aussehen, GLAUBEN sie einfach, wie sie an den lieben gott glauben, dann ist ihrer das himmelreich des presse-lesers!

Re: Staat wirtschaftet schlecht

Herr Doktor tun Sie sich nichts an !
Ich häts genau so gemacht.

genau


yes, sir!


Gast: beschwerer
07.09.2012 21:20
0 2

und wieso hat den job nicht

der schellhorn? ist doch nur der markt, der den vorgibt, oder...

Re: und wieso hat den job nicht

DER MARKT will eben dass schell's kolumne weiter erscheint. offenbar braucht ER diese bestätigung durch seinen ihm sklavisch ergebenen anbeter.


Re: Re: und wieso hat den job nicht

Wenn Journalisten wie Herr Schellhorn sehr gute und informative Artikel schreiben, dann sehen überzeugte Sozialisten rot.

geht es " Voest, Andritz oder Böhler-Uddeholm" nur deshalb gut, weil sie privatisiert wurden?


probleme hatten diese unternehmen aufgrund der stahlkrise der 1980er. saniert hat sie die republik. als sie dann gesunde unternehmen waren wurden sie an politisch genehme freunderln aus dem fpövp dunstkreis verscherbelt.

komisch auch, dass mr. supermarkt so glorreiche beispiele der privatisierung unerwähnt lässt, wo es zweifelsfrei festesteht, dass sie nur der bereicherung von friends of khg dienten, wie etwa die buwog.

ach ja, und die austria tabak nicht vergessen! die hat auch wahnsinnig profitiert von der privatisierung!

wie? die gibts gar nicht mehr? wurde zugesperrt? na also! alles bestens! so hat die firma keine sorgen mehr! hauptsache privatsiert!

Antworten Gast: Martin_S
07.09.2012 23:29
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Re: geht es " Voest, Andritz oder Böhler-Uddeholm" nur deshalb gut, weil sie privatisiert wurden?

1., Bitteschön, WAS hat die Republik saniert (!!!???) - Die beiden Worte sind ja an sich absolut unvereinbar. Dieser Staat hat noch NIE etwas saniert...
2., Nun, der Staat hat zB mehr Millionen eingenommen, weil der Zweitbieter noch schnell sein Angebot erhöht hat - also WO ist hier der Schaden für Ö? Wenn die Bieter diverse Politiker bezahlen, dann ist das denen Ihr Problem...
3., Ja, denn wenn sie immer noch STaatseigentum wäre, hätten wir schon eine 2. AUA oder 2. ÖBB.... Und lieber KEINE Steuergelder für's künstliche Überleben, weil sowieso das Ableben kommt... da sparen wir lieber Steuergeld... OK, SIE werden wohl eher KEIN Steuerzahler sein, daher beten Sie die rote Götze "Gerechtigkeit" und "Soziale Wärme" an...

Re: Re: geht es " Voest, Andritz oder Böhler-Uddeholm" nur deshalb gut, weil sie privatisiert wurden?

ad1. voest, andritz böhler waren hochprofitabel als sie verscherbelt wurden. also hat sehr wohl der eigentümer republik sie saniert und wieder in die gewinnzone gebracht.

nur weil die dinge nicht in ihr marktfan.atisches weltbild passen, können sie trotzdem passiert sein, versuchen sie es mal, sich mit diesem, für sie zugegebenerweise höchst unangenehmen gedanken anzufreunden.

ad2. offenbar spielen sie auf die offensichtliche korruption des grasser-meischi-schüssel-klüngels im falle buwog an. dass ihresgleichen das nicht stört, wundert mich nicht.

ad 3. wieso sollte die voest verluste machen nur weil der staat der eigentümer ist? da spricht die ganze geschichte des unternehmens dagegen, das jahrzehntelang profitabel war, und die letzten jahre unmittelbar VOR der privatisierung sogar sehr profitabel.

Antworten Gast: Tralalala
07.09.2012 22:44
0 1

Re: geht es " Voest, Andritz oder Böhler-Uddeholm" nur deshalb gut, weil sie privatisiert wurden?

Jetzt tuns den armen Schellhorn nicht noch mehr verwirren!

Re: Re: geht es " Voest, Andritz oder Böhler-Uddeholm" nur deshalb gut, weil sie privatisiert wurden?

immer diese faktenhuberei! bei mr. supermarkt gehts um DIE WAHRHEIT, sowas ur-sozialistisches wie fakten und die realität haben hier nix zu suchen!

Antworten Antworten Antworten Gast: Anmerkung
08.09.2012 16:56
1 0

Re: Re: Re: geht es " Voest, Andritz oder Böhler-Uddeholm" nur deshalb gut, weil sie privatisiert wurden?

Und Ihre glühende Verteidigung einer „Holding“, die nur noch in einem einzigen Unternehmen etwas mitzureden hat (in der Post, s. Artikel), ist allenfalls dann sinnvoll, wenn Sie selbst entweder von der ÖIAG oder von der Post abhängig sind.

Auch das ist ein Faktum.

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