Für alle Jobsuchenden gibt es eine ziemlich schlechte Nachricht zu vermelden: Der bestbezahlte Halbtagsjob des Landes ist seit dem gestrigen Freitag leider weg. Nach langem Hin und Her hat die Verstaatlichtenholding ÖIAG nämlich wieder einen neuen Chef. Der Manager Rudolf Kemler wird das, was von der österreichischen Staatswirtschaft übrig geblieben ist, künftig verwalten.
Damit ist in der ÖIAG zwar eine wichtige Entscheidung gefallen, die alles entscheidende Frage bleibt aber einmal mehr unbeantwortet: Wer zum Teufel braucht eigentlich eine Holding samt hoch dotiertem Vorstand und 15 Aufsichtsräten, um ganze drei Beteiligungen zu betreuen? Noch dazu, wo die ÖIAG nur noch in einer (der Post) etwas mitzureden hat? In der OMV und der Telekom Austria hält der Staat erfreulicherweise ja nur nur noch Minderheitsanteile.
Nun könnte die Regierung natürlich die entsprechenden Lehren aus der Vergangenheit ziehen, indem sie auch noch den letzten Rest vom Schützenfest unter die Leute bringt. Unternehmen wie die Voest, Andritz oder Böhler-Uddeholm lassen ja kaum Zweifel aufkommen, wie segensreich deren Privatisierung für Beschäftigte und Kunden war.
Die ÖIAG von heute verfügt aber weder über einen Privatisierungsauftrag noch über ein erkennbares Zukunftskonzept. Und dazu passt natürlich ein Halbtagsmanager.
franz.schellhorn@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2012)















