Barack Obama hat keine leichte Aufgabe. Noch nie wurde ein US-Präsident wiedergewählt, wenn die Arbeitslosigkeit über acht Prozent lag. Die wirtschaftliche Entwicklung blieb hinter den Ankündigungen des Weißen Hauses zurück: Heuer kann die US-Ökonomie zwar immerhin mit einem Wachstum von 2,3 Prozent rechnen; geplant war in Obamas Genesungsprogramm eine doppelt so hohe Rate. Die Rekonvaleszenz hätte abgeschlossen sein sollen.
Zuletzt durchstieß die US-Staatsverschuldung die 16-Billionen-Dollar-Marke, um 5,4 Billionen mehr als bei Obamas Inauguration. Keine Frage: Das Erbe, das der US-Demokrat anzutreten hatte, stammte direkt aus der Hölle. Doch das bringt die matte Bilanz des Präsidenten auch nicht zum Strahlen.
Nun im Wahlkampf zu beklagen, dass sich in vier Jahren nicht alle Probleme lösen ließen, die sich über „Jahrzehnte“ aufgebaut hätten, wirkt etwas jämmerlich. Auch sonst übertreibt Obama. In einer „Generation“ seien nicht derart klare Alternativen zur Wahl gestanden, sagte er beim Parteitag. Das stimmt in dieser Drastik nicht. Außenpolitisch etwa passt kaum ein Blatt zwischen die Bewerber. Und in der Steuer- und Gesundheitspolitik mag Mitt Romney andere Akzente setzen. Doch auch Obama wird den Sparstift zücken müssen. Falls er wiedergewählt wird, und das ist keineswegs ausgemacht.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2012)















