20.06.2013 10:51 Merkliste 0

Armutszeugnis für Europas Staatschefs

ANNA GABRIEL (Die Presse)

Weil die Regierungen keine Lösung für die Krise finden, muss die EZB einspringen.

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Die Geschichte der Eurorettung ist für Europas Regierungschefs eine Chronologie des Versagens. Einerseits weigern sich von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel abwärts sämtliche Staatenlenker der Eurozone beharrlich, Entscheidungskompetenzen an die europäischen Institutionen abzugeben. So blieb etwa die Kommission – gelähmt durch ihren schwachen Präsidenten José Manuel Barroso – in den vergangenen drei Jahren beinahe unsichtbar.

Andererseits scheitern Merkel & Co. konsequent mit dem zugegeben ambitionierten Vorhaben, eine dauerhafte Lösung für die größte Krise seit Bestehen der Union auf den Weg zu bringen.

Nun aber ruht offenbar alle Hoffnung auf der Europäischen Zentralbank: Nicht nur, dass EZB-Chef Mario Draghi vergangene Woche den unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen für jene Problemstaaten angekündigt hat, die sich durch überhöhte Zinsen nicht mehr selbst auf dem Kapitalmarkt finanzieren können. Die EZB soll ab Jänner auch die Aufsicht über alle Banken der Eurozone erhalten und diesen bei Nichterfüllung der Vorlagen die Lizenz entziehen können. So weit, so gut: Die verstärkte Kontrolle von Europas Geldinstituten ist auch deshalb nötig, weil manche Staaten erst durch das Problem überschuldeter Banken selbst in die Bredouille gerieten.

Wer aber – überspitzt formuliert – glaubt, die EZB könne alle mit der Eurokrise einhergehenden Probleme im Alleingang lösen, liegt grundfalsch. Vielmehr müssen die Verantwortlichen in den Institutionen und Nationalstaaten endlich einen gemeinsamen und langfristig sinnvollen Weg in dieser Krise einschlagen. Doch dafür fehlt ihnen bisher der Mut.

 

anna.gabriel@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.09.2012)

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6 Kommentare
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Umgekehrt, Frau Gabriel!

Falsch! Es ist umgekehrt: die Banken wurden von den Staaten in die Bredouille gebracht!
1) Poltitk des billigen Geldes störte die Märkte und verursachte Blasen
2) staatliche Schuldenpolitik führte zu Wertverlusten der in den Bankbilanzen gehaltenen Staatspapiere.

Dass in Folge dann die Staaten die Banken retten, ist richtig, aber nur die halbe Wahrheit.

Gast: unbetwiligter
12.09.2012 09:07
6 0

die Eurorettung ist nicht nur eine Geschichte des ..

Versagens sondern auch des permanenten Rechtsbruches .

Eine GEsellschaft , in der dauernd von Oben das Recht gebeugt und gebrochen wird, kann auf Dauer nicht bestehen, wenn im gegenzug von den Oben erartet wird, dass die Unten alle Regeln (Glühbirnen und sonstiger Schwachsinn ) befolgen .

Dies wird in Europa zu Aufständen und Umstürzen führen, wenn die Deutschen letztlich sich weigern weiterzuzahlen ...

Tod der EU !"

Es gibt keine richtige Lösung...

...im falschen System.

Ist auch richtig so, dass die Nationalstaaten sich weigern Kompetenzen abzugeben.

No-Bailout, Subsidiarität und Eigenverantwortung sind die Schlüssel, Frau Gabriel.

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überhöhte zinsen?

bis zur Währungsunion haben die club med Länder teilweise über 10% zinsen zahlen müssen, da die investoren diese Länder zu recht als kritisch angesehen haben. selbst deutschland zahlte 6-7 %. die aus meiner sicht falsche ezb politik führt dazu, dass der zins als preis für das leihen von geld verloren hat, sondetn jeglicher anreiz zum sparen verloren geht und zusätzlich alle sparer, rentner und diejenigen, die auf etwas sparen defacto enteignet werden. ich vertraue der ezb keinen milimeter mehr. heute wären für viele länder aufgrund der unseriösen finanzpolitik zinssätze von 10-20% gerechtfertigt. die politik der ezb, der eu-kommission und der 17 euroländer ist weder nachhaltig noch erfolgreich. die folgen so einer politik kann man in japan genau sehen. es ist zeit neue wege zu gehen und sich z. b an die lehren der österreichischen schule und ron paul zu orientieren.

Re: überhöhte zinsen?

Genau diese Frage ist mir auch gleich eingeschossen. Beispiel: Man vergleiche die Wirtschaftsdaten von Australien mit jenen von Spanien. Warum die von ersteren zu bezahlenden 6% für zweitere überhöht sein sollen, könnte wahrscheinlich nur Frau Gabriel erklären.
Vielleicht aber auch nicht.

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