Es war keine populäre Entscheidung, als die US-Regierung 2008 mehr als 180 Milliarden Dollar in den angeschlagenen Versicherungskonzern AIG steckte, um diesen vor der Pleite zu retten. Denn während viele kleine Finanzinstitute mangels Systemrelevanz über die Klinge springen mussten, wurde aus AIG ein Staatskonzern. Nun ist der Versicherungsriese wieder mehrheitlich in privater Hand. Der Staat hat den Großteil seiner Aktien verkauft – und dabei um zwölf Milliarden mehr lukriert, als ursprünglich hineingesteckt wurde.
Auch die Schweizer können solche Erfolgsgeschichten erzählen. Dort wurden der ebenfalls systemrelevanten UBS während der Finanzkrise sechs Milliarden Franken überwiesen. Jedoch nicht für stimmrechtsloses Partizipationskapital, sondern für Aktien. Diese wurden mit einem Gewinn von 1,2 Milliarden Franken wieder verkauft.
Heimische Steuerzahler können von solchen Ergebnissen nur träumen: Hierzulande wurden Banken wie die ÖVAG gerettet, deren Pleite keinen Systemcrash ausgelöst hätte. Und da die Regierung trotz Milliardenspritze großmütig auf die Mehrheit verzichtet hat, muss sie bei der Sanierung auf die Befindlichkeiten der Altaktionäre Rücksicht nehmen. Da darf sich dann niemand wundern, wenn aus dem einst versprochenen „Bombengeschäft“ Bankenrettung sukzessive ein Milliardengrab wird.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.09.2012)















