24.05.2013 16:12 Merkliste 0

Nur kein Selbstmitleid

WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

In der Niederlage steckt ein Fortschritt. Österreich kann daraus Kraft schöpfen.

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KOMMENTAR

Wenn Österreich schon nicht bei den großen Fußballturnieren mitspielen darf, dann bekommt es wenigstens immer wieder diese Duelle mit Deutschland geschenkt. Die Mannschaft liebt es, mit den Kollegen aus der deutschen Bundesliga die Klingen zu kreuzen, für die Fans ist es die große Chance, für einige Tage in die wunderschöne Scheinwelt des Fußballs abzutauchen. In der Regel war das Erwachen dann ein bitteres, auch diesmal musste Mitleid ausgesprochen werden. Nicht wegen der Höhe der Niederlage, sondern weil sich der dreimalige Weltmeister fast ein wenig genierte, aus Wien die drei Punkte entführt zu haben. Deutschlands Bundestrainer Joachim Löw hat ein Spiel auf Augenhöhe erwartet, aber der ehemalige Tirol- und Austria-Betreuer sollte mit seiner Einschätzung falschliegen. Denn den kraftvoll und großteils dominierenden Österreichern fehlte nur ein wenig Glück.

Deutschland steht nach zwei Qualifikationsspielen mit sechs Punkten da, aber unser liebster Nachbar beklagt die Tatsache, dass der Glanz der vergangenen Jahre verloren gegangen sei. Die Österreicher indes sollten Kraft aus dieser Niederlage schöpfen, wer die Deutschen derart fordert, der kann auch gegen Schweden oder Irland bestehen. Garantieren soll das der Teamchef, mit Marcel Koller hat der ÖFB den richtigen Mann dazu geholt. Der Schweizer sprach am Tag nach der 1:2-Niederlage von der „Koller-Mentalität“, die er auch gegen Kasachstan und Färöer sehen will. Die österreichische Mentalität will er nie wieder erleben.


wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2012)

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2 Kommentare
Gast: tom green
13.09.2012 16:58
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lieber norbert leser,

lieber norbert leser, dieses mal ist es anders. jetzt eine platitüde: koller ist kein constantini. obwohl dieser auch oft einen koller bekam...
österreich wird zweiter in der gruppe.
und dann mischen wir die wm 2014 auf...
seguro, amigo!

Gast: Gast: Leser
13.09.2012 11:57
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Murmeltier

Und immer wieder grüßt das Murmeltier. Soll ich vielleicht nachschauen, wie oft (auch gegen Deutschland) "eine ausgezeichnete Leistung" geboten wurde und nur mit "viel Pech und dummen Toren" verloren wurde, allerdings kann man "auf dieser Leistung aufbauen" und man kann "optimistisch" in die Zukunft und den die kommenden Spielen entgegenblicken. Und dann kommt - unweigerlich - der große Katzenjammer: diesmal wohl in etwa 4 Wochen gegen Kasachstan. Alles schon x-mal dagewesen.

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