21.05.2013 00:25 Merkliste 0

Schulpflicht? Ich bitte Sie!

DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

Eltern von 277 Schülern werden wegen Schwänzens vorgeladen.

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Einer von tausend Schülern in Wien, insgesamt sind es 277, hat es am ersten Tag nach den Ferien nicht in seine Klasse geschafft. Auch nicht am zweiten, dritten oder vierten Tag. Einer von tausend Schülern ist (mindestens) eine ganze Woche unentschuldigt dem Unterricht ferngeblieben. Und die Schulverwaltung weiß nichts vom Verbleib der Kinder. Haben ihre Eltern den Malediven-Urlaub verlängert? Sind sie umgezogen? Nach Oberösterreich? In die Türkei? Haben die Kinder „null Bock“ auf Schule? Werden sie vom Besuch abgehalten? Erschütternd genug: Niemand weiß es.

Jetzt werden erstmals – unglaublich, aber wahr – in einer konzertierten Aktion die Eltern vorgeladen. Es ist ganz ähnlich wie beim Thema Gewalt in der Schule. Auch da existieren keine Zahlen. Obwohl es eine weit verästelte Schulbürokratie mit vielen, vielen fleißigen Mitarbeitern gibt. Das zeugt von völlig fehlendem Problembewusstsein oder ideologischer Verblendung. Man will es nicht wissen, nicht so genau.


dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2012)

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3 Kommentare
Gast: Buchholz R
15.09.2012 15:34
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Schulpflicht? Ich bitte Sie!

So lange sich die Kuschel Roten in einer extrem leistungsfeindlichen Toleranz und Nachsicht, aus Rücksicht auf ihr Stimmvieh üben, werden Pflichten nicht ernstgenommen, sondern maximal belächelt!

Ich kann sie verstehen

die Eltern, die 2 Wochen vor den Ferien oder in der ersten Woche nach den Ferien, den Schulbetrieb noch weniger ernst nehmen als unter dem Jahr...

Am ersten Tag, Mittwoch: Kirchgang und Einweisung in die Klasse
Zweiter Tag: Welche Hefte müssen besorgt werden, welche Utensilien sonst noch zu besorgen, Bücherausgabe
Dritter Tag: Hefte und Bücher beschriften, in Umschläge stecken.

Und fassungslos dürfen Eltern jedes Jahr dieses Trauerspiel mitmachen, ist auch logisch: Alle sind katholisch, Hefte gibt es nur im September (Saisonware), kein Lehrer kann im Juni wissen welche Hefte im Herbst gebraucht werden. Es läuft sich ein. Jedes Jahr aufs neue...

Und wer glaubt dass 14 Tage vor den Ferien noch "produktiv" gearbeitet wird, schreibt sicher auch Briefe an das Christkind!

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Man will es nicht wissen

Auch nicht was die Leistungen, Verhalten usw betrifft.
Aber alle glauben zu wissen, was zu ändern ist und wie somit alles "Eitel, Wonne, Waschtrog" wird.

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