Einer von tausend Schülern in Wien, insgesamt sind es 277, hat es am ersten Tag nach den Ferien nicht in seine Klasse geschafft. Auch nicht am zweiten, dritten oder vierten Tag. Einer von tausend Schülern ist (mindestens) eine ganze Woche unentschuldigt dem Unterricht ferngeblieben. Und die Schulverwaltung weiß nichts vom Verbleib der Kinder. Haben ihre Eltern den Malediven-Urlaub verlängert? Sind sie umgezogen? Nach Oberösterreich? In die Türkei? Haben die Kinder „null Bock“ auf Schule? Werden sie vom Besuch abgehalten? Erschütternd genug: Niemand weiß es.
Jetzt werden erstmals – unglaublich, aber wahr – in einer konzertierten Aktion die Eltern vorgeladen. Es ist ganz ähnlich wie beim Thema Gewalt in der Schule. Auch da existieren keine Zahlen. Obwohl es eine weit verästelte Schulbürokratie mit vielen, vielen fleißigen Mitarbeitern gibt. Das zeugt von völlig fehlendem Problembewusstsein oder ideologischer Verblendung. Man will es nicht wissen, nicht so genau.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2012)















