Österreichs Fußballvereine haben heuer in den internationalen Bewerben eine sehr bescheidene bis peinliche Rolle gespielt. Aber, man muss ja nicht immer alles nur an Düdelingen festmachen und sich über Red Bull Salzburg vergnüglich in Schadenfreude wälzen. So erfreulich das Erreichen der Gruppenphase der Europa League an sich für den SK Rapid auch gewesen sein mag, so ernüchternd verlief gleich das erste Duell.
Mit der Heimniederlage gegen den norwegischen Gegner Rosenborg Trondheim ist die Chance auf den Aufstieg fast schon dahin. Wenn kein Wunder passiert, dann droht sogar der letzte Platz.
Die Europa League ist nur die Zwergenvariante des echten Europacups, aber selbst in diesem B-Bewerb sind die rot-weiß-roten Vertreter in der Regel überfordert. Auch, weil sie typisch österreichische Tore kassieren, sich an den eigenen Fehlern erhängen. Was gegen Wacker Innsbruck und mit Glück auch gegen Mattersburg reicht, das ist oft gegen eine biedere Durchschnittsmannschaft, die nur von der guten Organisation lebt, schon zu wenig.
Wenn man Rapid dann auch noch die Fans wegnimmt, dann kommen die nackten Tatsachen ans Tageslicht. Der lautstarke Anhang ist es, der die Schwächen üblicherweise im Liga-Alltag übertüncht. Auch darin liegt die Macht dieses Anhangs. Und der weiß das auszunützen.
wolfgang.wiederstein@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.09.2012)















