26.05.2013 11:42 Merkliste 0

War doch eh nichts...?

CHRISTINE IMLINGER (Die Presse)

Übergriffe sind alltäglich, ein Unrechtsbewusstsein fehlt. Selbst bei Frauen.

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Geschichten wie diese kennt wohl jede Frau. Die vom Taxilenker, der sich am Ende der Fahrt umdreht, die Hand aufs Knie legt und sagt: „Du kannst auch anders zahlen.“ Oder von dem, der sagt, dass seine Schicht jetzt aus ist, ob man etwas trinken möchte? Ob er mitkommen dürfe? Von Rempeleien in der U-Bahn, einem beiläufigen Grapschen, den derben Angeboten, nachts, aus einem Auto heraus, ganz zu schweigen. Es sind lästige, beleidigende, beängstigende Situationen. Aber alltäglich. Im besten Fall beschimpft frau den Täter, stößt ihn weg. Meistens aber flüchtet sie schnellstens aus der Situation, ohne Namen oder Autonummer zu registrieren.

„Eigentlich sollte man...“, heißt es dann gegenüber Partner und Freundinnen, „...sich beim Taxiunternehmen beschweren. Jemanden, der handgreiflich geworden ist, anzeigen.“ Tatsächlich macht das kaum eine Frau, solange die Situation nicht so erlebt wird, dass etwa eine Vergewaltigung denkbar wäre.

Falsch. Solange Täter – und es sind Täter, keine Spaßvögel, keine Charmeure, keine Casanovas – davonkommen, als Sieger aus der Situation hervorgehen, wiederholen sie ihr Verhalten. Solange Frauen sich nicht bei den richtigen Stellen beschweren und damit auf sensibilisierte Zuhörer treffen, sei es in Unternehmen, sei es bei der Polizei. Noch fehlt die nötige Sensibilität. Und der Wille, sich Alltagsübergriffe nicht gefallen zu lassen.

 

christine.imlinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.09.2012)

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43 Kommentare
 
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Gast: TurboSchorsch
26.09.2012 17:36
4 2

"Geschichten wie diese kennt wohl jede Frau. [...]"

Zirka 84,3 % aller Zahnpasta-, Damenbinden-, Kosmetikartikel-, Waschmittel- und Kochgeschirrwerbungen fangen auch mit diesem Satz an ;-)

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Öhm nein...

... ich kene keine solche GEschichten (abgesehen von den "horrormeldungen" aus der Zeitung.
Ich weiß von keiner Frau der so etwas passiert ist bzw. die von jemand anderem soetwas gehört hätte.

Vielleicht bin ich auch irgendwie doch keine Frau?

Wann ist der Fleischhacker aus der Presse hinausgeschmissen worden ??

ZZZZZZ....

Antworten Gast: TurboSchorsch
26.09.2012 17:01
4 2

Re: Wann ist der Fleischhacker aus der Presse hinausgeschmissen worden ??

Der Begriff "Hausfrauenjournalismus" (C by Fleischhacker) oder "einfach nur dahinmeinen" trifft wohl auf diesen Artikel zu...

Gast: Gast 0000
25.09.2012 14:54
3 2

Schon mal überlegt,

was passieren kann, wenn der Name und die Adresse der Frau bei der Anzeige aufscheint und es gar zu einer Ladung/Gegenüberstellung/Verhandlung kommt?
Selbst wenn es nicht aufscheint: eine Adresse, dem Namen nach, rauszufinden ist kinderleicht -und dann?? Stalking aushalten, das tägliche Leben ruinieren lassen oder auswandern??
Bitte nachdenken, es ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Wenn es das wäre, gäbe es zig-tausende Anzeigen!!!

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Eigentlich sollte man...

Es ist schon richtig, dass man sich über eindeutiges Fehlverhalten beschweren sollte, und die Beschwerden korrekt behandelt werden sollten. Aber was heißt das?

Erstens darf man ein Fehlverhalten nicht bereits dann annehmen, wenn sich irgendjemand subjektiv gestört fühlt. Es muss wirklich objektiv gegen Regeln verstoßen werden, damit man Konsequenzen ziehen kann. Wie auch immer man diese Regeln gestaltet.
Zweitens muss man das Fehlverhalten nachweisen können, bevor man Konsequenzen zieht. Rein auf eine Anschuldigung hin kann man jedenfalls nichts tun. Anders sieht die Sache allenfalls aus, wenn es zu gehäuften Beschwerden unterschiedlicher Frauen kommt, die immer dieselbe Person betreffen. Wobei da schon einiges zusammen kommen muss, damit man die Schuld als bewiesen annehmen kann.

Das Problem ist, dass viel zu viele Feministen mit "Sensibilisierung" meinen, dass die zuständige Stelle gefälligst dem Opfer zu glauben hat ohne die Faktenlage zu prüfen, also ohne wirklich zu wissen, dass das Opfer tatsächlich Opfer ist.
Was bei immer mehr Männern zu der wenig sachlichen - aber nachvollziehbaren - Gegenreaktion führt, jeden Aufruf zu Sensibilisierung als Angriff auf ihre Rechte zu werten und entsprechend zu reagieren.

Dem, Frau Imlinger, könnten Sie aber ganz einfach begegnen, indem Sie die Phrase von der Sensibilisierung nicht einfach so in den Raum stellen, sondern erklären was Sie sich eigentlich darunter vorstellen.

Re: Eigentlich sollte man...

Richtig! Und die Fundamentalfeministinnen fordern dann noch eine Beweislastumkehr, der Mann muß seine Unschuld beweisen.

Gast: Darwinismus
25.09.2012 11:38
7 3

Nein

Hätte ich jedes "Nein" als endgültig akzeptiert, dann wäre ich mit 80 % weniger Frauen im Bett gewesen.

Antworten Gast: Gast 0000
25.09.2012 15:12
2 4

Re: Nein

Es ist aber schon ein Unterschied, mit den Augen oder galanten Worten zu "flirten" und es eben geschickt weiter zu versuchen (Einwilligung zum Flirten vom Gegenüber vorausgesetzt) oder einfach die Hand auf den Hintern klatschen zu lassen, oder ??

Antworten Gast: gäst
25.09.2012 12:49
1 1

Re: Nein

Das nein betrift hier nicht den Einsatz der Kreditkarte.

Antworten Antworten Gast: Orthograph
25.09.2012 13:07
6 0

Re:

Der Einsatz der Kreditkarte in einschlägigen Geschäftslokalen (Chanel, Louis Vuitton,...) wurde noch nie mit "Nein" abgelehnt.

Antworten Antworten Antworten Gast: gäst
25.09.2012 13:42
3 1

Re: Re:

touchè!

Gast: Standardleser
25.09.2012 10:20
11 2

neues Design?

Hat der Standard online ein neues Design? Inhaltlich hab ich ihn gleich erkannt.

Im Erst: der Artikel wär sogar für den Standrad zu polemisch und unausgegoren. Nur links und feministisch sein reicht auch nicht immer.

PS. Seit wann fällt eine ANfrag nach gemeinsamen Genusses eines Getränks unter "beleidigend und beängstigend"?

Re: neues Design?

Ein Taxifahrer ist halt nicht gut genug für Frl. Imlinger.

Antworten Antworten Gast: Anmerkung
25.09.2012 15:44
4 0

Re: Re: neues Design?

Dabei könnte in dem Taxifahrer sogar ein künftiger Bundeskanzler stecken.

Aber „Du kannst auch anders zahlen“ könnte wiederum Faymann vom Ostermayer gehört haben, als die Rechnung der „Kronen Zeitung“ eintrudelte.

Antworten Antworten Gast: Gast 0000
25.09.2012 14:58
0 0

Re: Re: neues Design?

... absolut richtig.
Deswegen ist ja Erziehung so wichtig.
Tausendmal predigen "Nicht bei Rot gehen" und einmal vor den Kindern selbst bei Rot gehen - das war's...
Kinder sind in 99% das Spiegelbild ihrer Eltern...

6 1

Selbst Schuld, kein Mitleid!

So wie man es in der Kindheit erlebt, so macht man es auch meistens als Erwachsener. Erziehung ist in Österreich „weiblich“. Wenn Männer wirklich so sind wie sie es geschildert haben, dann werden sie das von Ihren Müttern genau so erlebt haben. Wenn die Männer als Kind von ihren Müttern respektvoll erzogen wurden, dann würden sie das nicht machen. Wenn sie allerdings respektlos behandelt wurden und erlebt haben dass das nicht nur keine Konsequenzen hat sondern OK ist, werden sie später auch die Frauen so behandeln!

Antworten Gast: Gast 0000
25.09.2012 15:02
0 0

Re: Selbst Schuld, kein Mitleid!

... wollte eigentlich dazu einen Kommentar abgeben, habe mich aber in der Zeile vertan...

Antworten Gast: Störrisch...
25.09.2012 12:03
0 8

Die Katze beißt sich in den Schweif...

...weil Frau in unglücklicher Situation und Ehe - wird benutzt bzw. lässt sich von Ehemann benutzen (mangeldes Selbstwertgefühl - gewollter Zustand und gewolltes Resultat durch Kirche, Politik etc. über Jahrhunderte hinweg, weil die letzten 2000 Patriachat), da viele Frauen es noch immer nicht besser wissen, diese Frauen haben nun Kinder und anstatt die "Erbsünde" also das Problem am eigenen Unglück zu verstehen und aufzulösen, wird es an die Kinder weitergegeben...

Es ist nicht so einfach: böse Frauen und Mütter - machen Männer böse...

Sondern...zuerst war die Unterdrückung der Frau (Mann hat Frau vor 2000 Jahre Seele abgesprochen), die sich um überleben zu können (das hat sich erst Mitte/ Ende 20 Jhdt geändert), an Männer versklaven und verkaufen musste...und schon ist der Depp perfekt...Ursache/Wirkung!


3 0

Re: Die Katze beißt sich in den Schweif...

Die Männer hakeln bis zum Umfallen, die Frauen nehmen ihnen dann das Geld weg! Wenn die Männer dann Sex haben wollen, dann sagen die Frauen einfach nein!
Beweis (falls gewünscht kann ich natürlich gerne die Links zu den Studien nachreichen – möchte mir jetzt die Suche der Dokumente ersparen):
-) Studien belegen dass Männer mehr verdienen als Frauen.
-) Studien belegen dass die Lebenserwartung proportional dem verfügbaren Einkommen ist.
-) Frauen leben statistisch gesehen deutlich länger als Männer.
Daraus folgt eindeutig, dass Frauen sich die Differenz zwischen verdientem Einkommen (Gehalt) und verfügbarem Einkommen (das was man ausgeben kann) von den Männer holen. Ich liebe Statistik!
Ludwig Bernhard hat das in seinem Kabarett auf den Punkt gebracht: Overworked and Underfu**ed!
Und da wundern sie sich noch? Ursache und Wirkung!
Sie sind dran :-)

Gast: gast 77877
25.09.2012 06:36
11 1

In welcher Land lebt Frau Imlinger?

Oder ist nur ihre Wahrnehmung eine besondere?

17 0

Da haben wir wohl etwas über das Ziel hinaus geschossen:

"Oder von dem, der sagt, dass seine Schicht jetzt aus ist, ob man etwas trinken möchte?"
Das mag nicht besonders originell sein, eine verwerfliche Belästigung kann ich aber beim besten Willen nicht erkennen. Irgendwie müssen die Menschen zusammen kommen und wenn man nicht mal mehr fragen darf, ob es eine Option ist, zusammen etwas zu trinken (!), dann weiß ich nicht wie das funktionieren soll. Ist zwischenmenschliche Interaktion nur noch übers Internet gewünscht?

Antworten Gast: Gast 0000
25.09.2012 15:09
0 4

Re: Da haben wir wohl etwas über das Ziel hinaus geschossen:

... da muss man aber bitte schon differenzieren:
entweder der ausländische Arbeiter am Bau, manches Mal des Deutschen kaum mächtig, in vielen Fällen sitzt Frau mit Kindern mit ebensolchen Deutschkenntnissen zuhause, baggert mit offensichtlich zweideutigem Blick eine elegant angezogene Frau an, die er noch nie vorher gesehen hat - oder der, vielleicht sogar ebenso ausländische Arbeiter, der schon eine Woche beim Nebenhaus arbeitet und an dem man seit 3 Wochen um die gleiche Zeit vorbeigeht... welche Situation erscheint einem denn da "normaler"? Na eben...!

Re: Da haben wir wohl etwas über das Ziel hinaus geschossen:

Genau das habe ich mir auch gedacht. Natürlich ist hier insofern schon noch ein Unterschied, als der Taxifahrer keine zufällige Begegnung auf der Straße ist, sondern ein Dienstleister, wo man schon der Meinung sein kann, dass es unprofessionell ist solche Einladungen auszusprechen. Aber von einem Skandal oder einem Übergriff zu sprechen?
Dass viele Frauen (und auch Männer, wenn vielleicht auch nicht auf die gleiche Art und im gleichen Umfang) so mancher Belästigung oder Übergriffen ausgesetzt sind ist sicher richtig, aber manchmal hat man den Eindruck, dass zwischen einer (unerwünschten) Einladung und einer versuchten Vergewaltigung kaum mehr ein Unterschied gemacht wird. Alles landet in der Sammelbezeichnung "Übergriff" oder "sexuelle Belästigung".

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Dieser Artikel ist...

...Sexismus in Reinkultur.

Gast: Katharina M.
24.09.2012 21:36
17 0

Beschwerden

Das ist ja ganz was Neues. Seit wann darf man sich über Ausländer beschweren? Von einem Einheimischen wurde ich jedenfalls noch nie belästigt. Und wie soll das in der Praxis aussehen? Ein "südländischer Typ" begrapscht einem kurz vorm Aussteigen aus der U-Bahn. Soll man da die Notbremse ziehen? Nachlaufen? Statt in die Arbeit fahren aufs nächste Polizeirevier gehen? Das ist doch lächerlich. Man hätte diese Typen niemals ins Land holen dürfen.

 
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