23.05.2013 03:58 Merkliste 0

Rot-grüner Charme

DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

Bürgermeister Häupl und seine Vize Vassilakou werben für das Parkpickerl.

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Wem bleibt neben dem Verfassen von SMS, Mails, Facebook- und Twittereinträgen Zeit, einen Brief (um den Jüngeren das Nachschauen auf Wikipedia zu ersparen: eine meist auf Papier festgehaltene Botschaft, siehe auch Liebes- oder Mahnbrief) zu schreiben. Außer Beamten, die eine Gebührenvorschreibung versenden. Und Michael Häupl. Und Maria Vassilakou. Die haben jetzt sogar gemeinsam einen Brief verfasst.


Politiker nähern sich dem Bürger notorisch dann, wenn sich ein Wahltermin nähert. Diesmal ist es zwar eine Volksbefragung manweißesnichtgenau 2013 zum Thema manweißesnichtgenau Parken. Aber das politische Desaster für Rot-Grün rund um die am Montag startende Erweiterung der Gebührenpflicht für das Abstellen von Fahrzeugen hat den sonst in sich ruhenden Bürgermeister aufgeschreckt. Er wirbt mit einem Brief Seite an Seite mit seiner Verkehrsstadträtin für das Parkpickerl. Viel zu spät hat er sich neben seine Koalitionspartnerin gestellt.

Man könnte den Brief auch eine rot-grüne Charmeoffensive in Zeiten höchster Bedrängnis nennen. Denn der Umstand, dass es keine Volksbefragung geben darf, empört auch Jugendliche, wie eine neue Studie zeigt. Jetzt warten wir also auf die Fragen an die Bürger – und darauf, ob sie ernsthaft gemeint sind. Oder ob man uns bloß häkerln will, wie wir Wiener sagen.

 

dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.09.2012)

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16 Kommentare

Paßt schon....

40 millionen zusätzlich einnahmen können keinen Bürgermeister verschrecken.......wieso auch...
pro pickerl 53.90€ verwaltungsabgabe.HAHAHA.
Haut's uns Bürger doch gleich auch noch eine WATSCH'N runter bei der Anmeldung.
Ein hoch auf die Arrogantheit unserere Stadtregierung. Bewundernswert, und keiner hat ein Mittel dagegen.....haha lauter Weicheier da oben auf der anderen Seite. Eigentlich müßt ma ja lachen über das Schauspiel....aber es kostet halt viel.

Re: Paßt schon....

ujeh...der sonst in sich ruhende bm wurde aufgeschreckt.

da ich das schreiben

gestern im postkasten hatte, habe ich es nach lektüre dieses artikels nun doch durchgelesen.
ich schwanke zwischen einem antwortschreiben oder einem vornehmen negieren.
mich würde allerdings noch interessieren an wieviele haushalte der brief verschickt wurde um die portokosten eruieren zu können.
damit man diese kosten zu den anderen summen für unzählige neue schilder, inserate etc. dazurechnen kann.
denn trotz angesagter sparsamkeit darf uns nichts zu teuer sein, "damit wir auch in zukunft mobil bleiben".
zumindest so mobil, um sich bei der nächsten wahl zur wahlzelle schleppen zu können.

Antworten Gast: Merks Wien
27.09.2012 10:42
6 1

"Zurück an den Absender"

drauf schreiben und ans Rathaus retournieren;

ev. mit entsprechendem Kommentar auf diesen Brief.

Wenn das ein paar 1000 Wiener machen, fällt das schon auf.

Und kostet nichts.

Re: "Zurück an den Absender"

Wie funktioniert das, wenn ich den Brief im Briefkasten finde? Würde das gerne tun.

Antworten Antworten Antworten Gast: Merks Wien
27.09.2012 11:48
5 0

Re: Re: "Zurück an den Absender"

Sie können den Brief öffner, auf den Brief Ihren Kommentar schreiben, wieder zukleben oder zuheften und vorne groß übers Fensterkuvert "zurück" schreiben, ev. mit einem Pfeil nach links oben zum Absender (Stadt Wien).

Das ist einfach eine Rücksendung und kostet kein Porto.

Re: da ich das schreiben


Dafür hat der Wiener Bürgermeister, Herr Dr. Michael Häupl gestern in der Zeit im Bild um 19:30 gestanden, dass seine Luxus-Geburtstagsfeier(n) im Rathaus vom "Echo-Verlag" bezahlt wurden.

Die Geschäfte zwischen SPÖ und "Echo-Verlag" auf Kosten der Allgemeinheit müssten imho obligatorisch von der Staatsanwaltschaft Wien ermittelt werden. Ebenso müsste die Frage, ob es sich bei dieser Vorgangsweise um einen strafrechtlich relevanten Tatbestand handelt, genauestens überprüft werden.

Gibt es nach dem öffentlichen Geständnis Häupls jetzt auch ein Ermittlungsverfahren gegen den Bürgermeister Wiens? Und wenn nicht, wer ist verantwortlich für die Unterlassung der nötigen Schritte?

15 1

Charme-Offensive ? Ich fühle mich total verarscht !!


Wir sollen sie also lieb haben.

Denn sie wollen ja eh nur unser bestes. Nämlich unser Geld...

politisches desaster? höchste bedrängnis?

ach wirklich? also ich kann mir schon vorstellen, dass in vp-nahen zirkeln und bei passionierten autofahrern etwas die emotionen hochgehen. aber im grunde hat rot-grün ganz einfach politik gemacht - und etwas umgesetzt, was sachlich auch kaum kritisiert wird. selbst das durchaus interessante öamtc-modell ist nicht grundlegend anders.

bei der bundesregierung kritisieren wir die (wirklich unerträgliche) feigheit - und wenn einmal eine stadtregierung eine mutige entscheidung trifft - die ihnen durchaus wählerstimmen kosten kann - dann ist das auch wieder nicht recht. also was jetzt?

Re: politisches desaster? höchste bedrängnis?

Haha, MUTIGE Entscheidung.....der war gut!!!
40 Millionen zusätzliche Einnahmen sind schon mutige Gründe.....

Antworten Gast: hausverstand1
27.09.2012 15:17
4 0

Re: politisches desaster? ja! höchste bedrängnis? wer weiß!

ein grüner frosch mit roter krone???
"wenn einmal eine stadtregierung eine mutige entscheidung trifft" was ist daran mutig, wenn ich gegen eine Volksbefragung bin, die von der Bevölkerung gefordert wird? Das ist bestenfalls hochmütig. und kommens mir nicht mit "das ging gegen das Gesetz", denn bei der letzten Volksbefragung war die Meinung der Wiener zur City-Maut plötzlich irrsinnig wichtig.

Re: Re: politisches desaster? ja! höchste bedrängnis? wer weiß!

nein, an ein politisches desaster glaube ich nicht. das ist wunschdenken. die haben das - mit durchaus authentischem knieschlottern - dann doch durchgezogen. und konsequenz wird vom wähler im allgemeinen gutiert. die koalition ist intakt geblieben, und die positiven auswirkungen der maßnahme werden bis zu den nächsten wahlen spürbar sein.

das mit dem abdrehen der volksbefragung ist natürlich eine hässliche geschichte. wären rot-grün extrem mutig gewesen, dann hätten sie die befragung zugelassen, aber dazugesagt, dass sie das parkpickerl trotzdem - und mit voller überzeugung - einführen. volksbefragungen sind aus gutem grund nicht bindend. und punkt. die variante hätte mir am besten gefallen.

was die gschicht mit der citymaut-befragung betrifft, ist das herumgeeiere natürlich peinlich. wahrscheinlich war die rechtlich gesehen genauso unzulässig. aber wer soll die abhaltung einer volksbefragung beeinspruchen?

Gast: Landauer S
26.09.2012 21:06
13 0

Charmoffensive?

Die zwei kömnen maximal bei einem ländlichen Perchtenlauf fürs wiener Parkpickerl werben!

Re: Charmoffensive?

Die beauchen leider nicht werben.....sie drücken uns das aufs Aug ohne zu werben.

Nur eine Option:


Mit dem Vermerk "Annahme verweigert!" an die Absender zurückschicken. Deren Geschwätz nervt eh schon bis zum Erbrechen.

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