23.05.2013 03:29 Merkliste 0

Wieder einmal typisch Bayern

WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Bayern München agiert souverän – ein bisserl geraunzt wird dennoch.

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In der deutschen Bundesliga verbreitet der FC Bayern München weiterhin Angst und Schrecken, der Rekordmeister walzt alles nieder, was ihm in den Weg kommt. Auch die tapferen Werderaner waren letztlich nicht in der Lage, sich erfolgreich gegen das stärkste Bayern-Team seit Jahren zu stemmen. Ein Doppelschlag genügte, um den Klassenunterschied in diesem Nord-Süd-Derby zu untermauern. Die Münchner stecken Ausfälle weg wie nichts, nur wenige vermissen einen Arjen Robben, kein Mensch schreit nach einem Mario Gomez. Wer einen Torjäger wie Mario Mandžukić, der eigentlich immer trifft, als Ass im Ärmel hat, der braucht sich keine Sorgen zu machen. Und wenn alle Stricke reißen, dann hat man auch noch den spanischen 40-Millionen-Mann Martinez in der Hinterhand. Gegen Werder war seine Mithilfe gar nicht notwendig. Auch wenn der Sieg erst nach einer langen Geduldsprobe zustande gekommen ist.

Die Bayern haben bewiesen, dass das verlorene „Finale dahoam“ verarbeitet und überwunden ist. Einen derart makellosen Saisonstart schafften die Münchner zuletzt in der Saison 2005/06 – damals holte der Klub die Meisterschaft und den Pokal. Trotzdem sagt Sportdirektor Matthias Sammer: „Dieser Start bedeutet mir gar nichts.“ Aber die Bayern wären nicht die Bayern, wenn nicht manchmal sogar nach einem Sieg ein bisserl geraunzt wird.

 

wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.10.2012)

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1 Kommentare

Gefährlich ist´s, sich allzu früh auszuruhen...

In der Vergangenheit hat der FC Bayern schon öfters einen wirklich tollen Start in die neue Saison hingelegt; und fiel später doch auf Platz 2 oder 3 zurück. Der Motorradfahrer in der Steilwand muß auch ein bestimmtes Mindesttempo einhalten, um nicht herunter zu fallen. Und wenn die innere Einstellung, der unbedingte Siegeswille (schließlich ist man ja zwei Jahre ohne jeglichen Titel geblieben!) nachläßt, dann ist das der erste Schritt in jene Richtung, wo man keine großen Ziele erreichen kann.

Völlig falsch wäre also ein beruhigtes Ausleben der sattsam bekannten "Mir-san-mir"-Mentalität. Ein Vorteil gegneüber der Konkurrenz besteht immer darin, daß der "2. Anzug" genauso bestens paßt wie der erste: Man sehe sich doch nur an, WER dort auf der Ersatzbank sitzt! Und die rekonvaleszenten Stars Gomez und Alaba sind da noch gar nicht dazu gerechnet!

Wirklich "besiegen" können sich die Münchner vermutlich in dieser Saison nur selbst: Indem sie dem unterbewußten Schlendrian Raum geben, sich zu entwickeln. Wenn sie klug sind, verhindern sie eine solche Entwicklung bereits im Ansatz. Dann klappt´s auch mit den erhofften Titeln...

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