In der deutschen Bundesliga verbreitet der FC Bayern München weiterhin Angst und Schrecken, der Rekordmeister walzt alles nieder, was ihm in den Weg kommt. Auch die tapferen Werderaner waren letztlich nicht in der Lage, sich erfolgreich gegen das stärkste Bayern-Team seit Jahren zu stemmen. Ein Doppelschlag genügte, um den Klassenunterschied in diesem Nord-Süd-Derby zu untermauern. Die Münchner stecken Ausfälle weg wie nichts, nur wenige vermissen einen Arjen Robben, kein Mensch schreit nach einem Mario Gomez. Wer einen Torjäger wie Mario Mandžukić, der eigentlich immer trifft, als Ass im Ärmel hat, der braucht sich keine Sorgen zu machen. Und wenn alle Stricke reißen, dann hat man auch noch den spanischen 40-Millionen-Mann Martinez in der Hinterhand. Gegen Werder war seine Mithilfe gar nicht notwendig. Auch wenn der Sieg erst nach einer langen Geduldsprobe zustande gekommen ist.
Die Bayern haben bewiesen, dass das verlorene „Finale dahoam“ verarbeitet und überwunden ist. Einen derart makellosen Saisonstart schafften die Münchner zuletzt in der Saison 2005/06 – damals holte der Klub die Meisterschaft und den Pokal. Trotzdem sagt Sportdirektor Matthias Sammer: „Dieser Start bedeutet mir gar nichts.“ Aber die Bayern wären nicht die Bayern, wenn nicht manchmal sogar nach einem Sieg ein bisserl geraunzt wird.
wolfgang.wiederstein@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.10.2012)















