21.05.2013 22:53 Merkliste 0

Durchsichtige Parteipolitik

CHRISTOPH SCHWARZ (Die Presse)

Der Uni-Minister agiert nur als Handlanger der schwarzen AG-Studenten. Das ist schade.

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Die Logik ist eine einfache: Wenn eine Wahlrechtsreform den Herrschenden zu gefährlich zu werden droht, dann findet sie meist schlicht nicht statt. Der Verdacht liegt nahe, dass auch die geforderte Direktwahl der obersten ÖH-Studentenvertreter ebendieser Logik zum Opfer gefallen ist. Das Besondere an diesem Fall: Es ist nicht die Mehrheit der gewählten Studierendenvertreter, die sich gegen eine Rückkehr zur (bis 2005 gültigen) Direktwahl der Bundes-ÖH aussprechen. Eine breite Mehrheit ist für die dringend nötige Redemokratisierung.

Es ist vielmehr Uni-Minister Karlheinz Töchterle, der blockiert. Die Rolle, die er damit spielt, ist eine zweifelhafte. Dass er seine Blockade damit begründet, dass ihm nicht alle Fraktionen gemeinsam einen Vorschlag unterbreitet haben, mutet skurril an. Seit wann, bitte, gilt in einer Demokratie das Einstimmigkeitsprinzip?

Wer vermutet, dass Töchterle nur „seine“ ÖVP-Studierendenfraktion, die als einzige gegen die Reform ist, stärken will, liegt richtig. Die bildungs- politisch unauffällige Aktionsgemeinschaft müsste bei der Direktwahl (allen Berechnungen zum Trotz) wohl um Stimmen fürchten.

Und apropos Berechnungen: Dass der Minister von seinen Beamten überhaupt erheben ließ, wie sich die Mandatsverteilung zwischen den Fraktionen durch die neue Direktwahl verändern würde, ist salopp gesagt eine Frechheit. Die Überlegung, wer verlieren und wer gewinnen würde, in seine Entscheidung überhaupt einfließen zu lassen zeigt, dass es ihm nicht um ein gutes Wahlsystem geht – sondern nur um parteipolitisches Kalkül.

 

christoph.schwarz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.10.2012)

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18 Kommentare
Gast: Tronius
01.10.2012 12:58
0 0

Guter...

Artikel.

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Studierendenvertreter = PC-genderfaschosparache

Studentenvertreter geht offensichtlich nicht mehr

Re: Studierendenvertreter = PC-genderfaschosparache

ui, ist dasböse & fascho wenn man erwähnt, dass es auch frauen gibt die studieren. oh, und mehr noch die mehrheit der STUDIERENDEN sind weiblich! ogottogottogott!

politische nachhilfe für christoph schwarz

Unglücklicherweise wird die Arbeiterkammer genau nach dem selben Wahlmodus wie jener der ÖH bestellt.

Kurzum das Verhältniswahlrecht sowie das Wahlmännersystem sind beides demokratisch legitime Wahlmodi.

Re: politische nachhilfe für christoph schwarz

warum ist es so einproblem diie öh-bundesvertretung direkt durch die studierenden zu wählen? das hat f+ünfzig jahre sehr gut funktioniert, dann hat es die fpövp-koalition abgeschafft. warum? weil die ihr nahestehenden ggruppierungen verloren haben und sie ein wahlrecht zusammenschustern wollten, dass ihnen eine schwarz-blaue mehrheit an den unis möglich macht.

Antworten Antworten Gast: Lumpatius
30.09.2012 23:48
4 1

Re: Re: politische nachhilfe für christoph schwarz

Irrtum, die AG hat NACH der letzten Wahlrechtsreform verlohren.

Antworten Antworten Antworten Gast: dsgadsg
02.10.2012 08:03
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Re: Re: Re: politische nachhilfe für christoph schwarz

Vielleicht, weil sie die Wahlrechtsreform unterstützt hat. Verwechseln Sie nicht Ursache mit Wirkung.

Re: Re: Re: politische nachhilfe für christoph schwarz

wo ist das problem, wenn die bundesvertetung direkt von den stduierenden gewählt wird? das ist kein großer aufwand, im gegenteil, das würde vieles vereinfachen, den studierenden ermöglichen direkt die bundes-öh zu wählen...also, warum geht das nicht? weil die övp-ag sich vor demokratischen wahlen fürchtet, und lieber das indirekte delegierungs-modell bevorzugt, mit dem sie sich mehr chancen ausrechnen an die macht zu kommen. die betreiben schindluder mit der demokratie!

Re: Re: Re: Re: politische nachhilfe für christoph schwarz

Den Wahlmodus gibt es, damit auch kleine Universitäten wie z.B. Mozarteum, Kunstuni Linz, Musikuni Wien endlich gehört werden und weil die entsandten Mandatare eine engere Beziehung zu "ihren" jeweiligen Studenten haben als irgendeine Bundeswahlliste

Re: Re: Re: Re: Re: politische nachhilfe für christoph schwarz

aha, also dass sich zwergunis besser vertreten fühlen ist wichtiger als demokratie. interessantes demokratieverständnis...

Re: Re: Re: Re: Re: Re: politische nachhilfe für christoph schwarz

Beide Wahlmodi sind demokratisch legitim. Die Arbeiterkammerwahl erfolgt ja genau nach dem selben Modus wie jener der ÖH.
Wollen Sie kleinere Unis wie die oben genannten einfach übergehen?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: politische nachhilfe für christoph schwarz

die ÖH ist nicht dazu da um einzelne unis zu vertreten, sondern um die hochschülerInnen zu repräsentieren! und denen wird eine demokratische bundesvertretung seit jahren aus reinem parteitaktischen kalkül vorenthalten, und das ist ein skandal!

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Re: politische nachhilfe für christoph schwarz

lesen macht schlau. es wird nicht der wahlmodus beanstandet im kommentar, sondern vielmehr die art und weise wie die entscheidung für eine bestimmte art getroffen wurde.
die änderung des wahlrechts bei bei öh-wahlen ist ein langer wunsch vieler vertreterInnen, halt nur nicht von den menschen der ag...
die änderung würde scheinkandidaturen eindämmen, eine große stärke der aktionsgemeinschaft.

Antworten Gast: andi008
30.09.2012 21:48
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Re: politische nachhilfe für christoph schwarz

das öh-wahlrecht wurde nur geändert, damit die ÖVP-studenten der aktionsgemeinschaft besser dastehen

das wahlrecht wurde per initiativantrag!!!!! geändert, so etwas ist in der republik noch nie vorgekommen und hat auch bei arbeiterkammer und wirtschaftskammer große empörung ausgelöst

töchterle war anfangs stark für eine rückkehr zum alten wahlmodus und hat jetzt unter fadenscheinigsten gründen sich gedreht

zwischen der ak und er öh bestehen schon ein paar unterschiede, schon alleine die anzahl der institutionen (unis, fhs, pädaks) und das diese wiederum unterschiedlich wählen ist nicht mit der ak vergleichbar

Re: Re: politische nachhilfe für christoph schwarz

selten so einen blödsinn gelesen. Die FHs gehören zur ÖH, siehe FEST. Die Pädagogischen Hochschulen gehören natürlich nicht zur ÖH, sie wurden schlichtweg umbenannt.

Der Wahlmodus der Arbeitkammer ist ident mit jenem der ÖH.

Antworten Antworten Antworten Gast: oha
03.10.2012 15:03
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Re: Re: Re: politische nachhilfe für christoph schwarz

die phs gehören seit 2005 zur öh...

meine hochachtung für diesen kommentar

dachte schon es wird der übliche "kritisier ich einen schwarzen muß ich auch einen ropten attackieren, wurscht ob es jetzt einen grund gibt dafür oder nicht"-kommentar (funktioniert auch umgekehrt bzw. mit anderen parteien). dadurch wird das eigentliche anliegen eines kommentars, aber zunichtegemacht. dankenswerterweise hat hr. schwarz diese sonst übliche presse-manier hier abgelegt und klar gesagt was sache ist, ohne ausflüchte, ohne drumherumzureden. respekt.

frechheit

eine frechheit ist ihr ton, herr schwarz! würde helfen, wenn töchtlere bei "unternehmen österreich 2025 " unterschriebe, was?

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