20.05.2013 17:51 Merkliste 0

Kostspielige 22-Gleisigkeiten

JAKOB ZIRM (Die Presse)

Würden die Krankenkassen zusammengelegt, wären Milliarden für die Beitragszahler verfügbar.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Künftig sollen Kleinunternehmer – ähnlich wie Angestellte – bei längerer Krankheit Anspruch auf Krankengeld von ihrer Kasse haben. Das steht in einer Gesetzesnovelle, die der Gesundheitsminister soeben in Begutachtung geschickt hat. Und auch wenn viele Ein-Personen-Unternehmen nach den 42 Tagen, die vergehen müssen, bevor der Anspruch beginnt, schon Fälle für das Konkursgericht sein dürften, haben die oft jungen Selbstständigen nun zumindest die Absicherung, nicht gleich zu Sozialfällen zu werden.

Wem das immer noch zu wenig Absicherung ist, der muss privat vorsorgen, auch wenn das für Jungunternehmer aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel nicht immer einfach ist. Denn vor allem die Zahlungen an die Sozialversicherung und das Finanzamt machen am Anfang des Selbstständigenlebens einen oft kaum bewältigbaren Kostenblock aus.

Umso schlimmer ist es daher, dass ein Gutteil dieses Geldes nicht in Leistungen, sondern in die Verwaltung fließt. Rund 4,5 Mrd. Euro könnten laut Experten durch die Fusion der 22 heimischen Kassen eingespart werden. Mit diesem Geld könnten auch Kleinunternehmer ab dem ersten Tag der Krankheit abgesichert werden. Sei es durch die Kassa selbst, sei es privat, wenn eine kräftige Beitragssenkung den Beitragszahlern wieder mehr Luft dafür gibt.

 

jakob.zirm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

16 Kommentare
Gast: Ich denke also bin ich
02.10.2012 18:28
2 0

Sozialversicherung

Was sollte das Zusammenlegen von Sozialversicherungsträgern bringen. Die Mitarbeiter in den unteren Ebenen werden sie weiterhin brauchen, und sollte es nur mehr sogenannte Filialen und eine Hauptstelle geben, würden statt wie bisher Generaldirektoren eben Filialdirektoren tätig sein.
Eines sollten sie bei den Einsparungen überdenken, die Verwaltungskosten in der Sozialversicherung betragen unter 3 %, die Verwaltungskosten in den privaten Versicherungen etwa zwischen 30 bis 40 %.
Soviel zu den Einsparungen.

ist es nicht in vielen bereichen so, dass ein gutteil

des (steuer)geldes in die verwaltung fließt.

natürlich ginge es wesentlich billiger und einfacher!

was aber macht man mit den ganzen sesselfurzern der parteien?

Gast: 43er
02.10.2012 10:28
1 1

Nö, denn dann könnte

man die Bauern nicht merh so elegant zusätzlich subventionieren ...

Gast: fulca
02.10.2012 07:41
1 2

Der Verschwender

Stammt diese Berechnung vom Herrn Marin oder vom Herrn Stronach?

6 0

Das hat ein gewisser Jörg Haider

schon vor vielen Jahren gesagt, dass 22 Sozialversicherungsanstalten zuviel sind.
Und die FPÖ unter Strache hatt es immer noch auf dem Programm.
Ansonsten find ich das Krankengeld für Kleinunternehmer ok, denn gerade Jungunternehmer kann eine Krankheit rasch das Genick brechen. Es werden zwar von privaten Versicherungen solche Taggeldversicherungen angeboten, allerdings nicht sehr offensiv. Dürfte wohl kein gutes Geschäft sein. Hier etwas Gescheites zu organisieren wäre übrigens eine Aufgabe für die - sonst ziemlich unnötige - Wirtschaftskammer.

Nicht nur 22 Gleisigkeiten!

Da gibt es 9 Sinnlosigkeiten namens Landtage die für A&F sind - wetten?

Re: Nicht nur 22 Gleisigkeiten!

A&F: heutige Jugendliche denken dabei allerhöchstens an Abercrombie & Fitch ^^

1 0

Re: Nicht nur 22 Gleisigkeiten!

Absolut d´accord

Bal


4,5 mrd?

die summe erstaunt mich schon... das würde bedeuten, dass die sozialversicherungen rund 100000 angestellte zu viel haben?

Re: 4,5 mrd?

Nicht unbedingt. Es könnten ja neben Personalkosten auch noch andere Kosten durch eine Zusammenlegung wegfallen. Etwa die Kosten für Büroräumlichkeiten.
Und ob sie mit den richtigen Durchschnittskosten pro Mitarbeiter gerechnet haben bin ich mir auch nicht sicher (die Kosten für den Arbeitgeber sind ja was anderes als das Gehalt des Arbeitnehmers).

Re: Re: 4,5 mrd?


Statistisches Handbuch der österreichischen Sozialversicherung 2011:
Der gesamte Verwaltungs- und Verrechnungsaufwand in der Sozial-versicherung betrug 2010 1.040,4 Millionen Euro bzw. 2,1 % des Budgets.

wo kommt die zahl 4,5, milliarden her?

welcher "experte" behauptet das und wo? frank stronach?

sie soll man so viel einsparen allein durch zusammenlegung der sv's?

übrigens: in deutschland gibts HUNDERTE krankenkassen - dort gibts allerdings keinen seriösen journalisten der behauptet, man könnte durch ihre zusammenlegung "milliarden" einsparen.

4 0

Re: wo kommt die zahl 4,5, milliarden her?

Mit dem Unterschied, dass man sich in Deutschland seine KK aussuchen kann und es da sehr wohl Preis- und Leistungsunterschiede gibt!

Re: wo kommt die zahl 4,5, milliarden her?

wer lesen kann ist klar im Vorteil! ...und nicht Birnen mit Äpfeln verwechseln...

Antworten Gast: Martin_S
01.10.2012 21:39
4 0

Re: wo kommt die zahl 4,5, milliarden her?

Der grosse Unterschied ist, dass man sich in D seine SV SELBST aussuchen kann, in Ö bekommt man sie zugeordnet...

Mehr Kommentare:

Top-News