20.05.2013 19:05 Merkliste 0

Die Korrekten sind die Dummen

ANDREAS WETZ (Die Presse)

Beim Thema Hund drückt das Rathaus oft auch beide Augen zu. Ausbaden dürfen den Volkszorn dann die, die sich an die Regeln halten.

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Wiens Bürgermeister bringt nichts so schnell aus der Ruhe. Selbst einen Fehltritt in die dampfende Hinterlassenschaft eines Hundes bezeichnete er vor Jahren einmal als „läppisches Problem“. Wie es Michael Häupl mit frei laufenden Tieren ohne Beißkorb hält (siehe Artikel oben), ist nicht dokumentiert.

Allerdings: Der ihm untergeordnete Magistrat pflegt in Sachen Hund eine Politik des Laisser-faire. Selbst wenn die (ebenfalls) verantwortliche Polizei nun handeln will: Hundehalter, die gegen Regeln verstoßen, haben's gut. Die anderen, die mit den Leinen und Sackerln für die Gackerln (so der Name einer Kampagne des Magistrats), sind die Dummen.

Anders ist es kaum zu erklären, dass von etwa 50.000 registrierten Tieren (Hundeabgabe) nur 32.000 (Quelle: Gesundheitsministerium) den verpflichtenden Erkennungschip tragen. Aber trotz der sonst forschen Gebührenpolitik (Verstöße rechtfertigen Strafen bis zu 3700Euro) scheint sich niemand im Rathaus dafür zu interessieren. Wie bei der Leinenpflicht. Wie beim Hundekot.

 

E-Mails an: andreas.wetz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.10.2012)

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4 Kommentare

Nicht neu

Es ist eine recht alte Strategie. Mache strenge Regeln, um zu zeigen, dass du Probleme ernst nimmst. Vollziehe diese Regeln dann aber nicht, damit du dir nicht den Unmut der so gemaßregelten zuziehst.
Dann sind alle glücklich. Nur der Rechtsstaat leidet langfristig darunter, aber der dürfte hierzulande sowieso keinen interessieren.

Antworten Gast: fssdf
05.10.2012 18:53
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Re: Nicht neu

EU-Realverfassung

Antworten Gast: _klartext
05.10.2012 14:10
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Re: Nicht neu

Sie sprechen die bittere Wahrheit recht gelassen aus.
Diese Vorgehensweisen sind mithin der Grund, warum Ö. vor die Hunde geht....

Antworten Gast: pächter der wahrheit
05.10.2012 14:09
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Re: Nicht neu

Sehr schön formuliert.

Weil viele von uns Österreicher mit Regeln (welche unser Zusammenleben erleichtern sollen) uns so gar nicht abfinden können. Beginnt bei den PolitikerInnen und Wirtschaftsbosse und endet unten bei den Hundehalter und Rauchern welche Ihre Hinterlassenschaft einfach öffentlich entsorgen.

Vielen von uns mangelt es einfach an Verantwortungsgefühl und Gemeinsinn. Möglicherweise ist prototypische "Österreicher" ein ignorantes, primitives und kleingeistiges Wesen. (Ausnahme ist UHBP ;-)).

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