Wiens Bürgermeister bringt nichts so schnell aus der Ruhe. Selbst einen Fehltritt in die dampfende Hinterlassenschaft eines Hundes bezeichnete er vor Jahren einmal als „läppisches Problem“. Wie es Michael Häupl mit frei laufenden Tieren ohne Beißkorb hält (siehe Artikel oben), ist nicht dokumentiert.
Allerdings: Der ihm untergeordnete Magistrat pflegt in Sachen Hund eine Politik des Laisser-faire. Selbst wenn die (ebenfalls) verantwortliche Polizei nun handeln will: Hundehalter, die gegen Regeln verstoßen, haben's gut. Die anderen, die mit den Leinen und Sackerln für die Gackerln (so der Name einer Kampagne des Magistrats), sind die Dummen.
Anders ist es kaum zu erklären, dass von etwa 50.000 registrierten Tieren (Hundeabgabe) nur 32.000 (Quelle: Gesundheitsministerium) den verpflichtenden Erkennungschip tragen. Aber trotz der sonst forschen Gebührenpolitik (Verstöße rechtfertigen Strafen bis zu 3700Euro) scheint sich niemand im Rathaus dafür zu interessieren. Wie bei der Leinenpflicht. Wie beim Hundekot.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.10.2012)















