19.05.2013 06:36 Merkliste 0

Typisch österreichisch

WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Auch Rapids Auftritte in der Europa League werden zu einer Unvollendeten.

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Wenn das so weitergeht, dann wird Österreich noch berühmt für seine Unvollendeten im Sport. Gegen Deutschland verliert man mittlerweile im Fußball denkbar knapp, erntet viel Lob, steht dennoch punktelos da. Jetzt hat Rapid in der Europa League im ukrainischen Charkiw zwar eine recht anständige Leistung gezeigt, dennoch steht man nach zwei Gruppenspielen mit leeren Händen da. Die Bemühungen wurden nicht belohnt, letztlich biss man nicht auf Granit, sondern auf Metalist. Trainer Peter Schöttel beklagte anschließend fehlendes Glück, er zeigte sich eigentlich davon überrascht, wie gut man gegen den Favoriten mitgehalten hat. Der Mannschaft, so betonte Schöttel, könne er eigentlich keinen Vorwurf machen.

Rapids Niederlage bei Metalist Charkiw war eine typisch österreichische – weil vermeidbar. Die Reaktion des Trainers und der Mannschaft auch. Sich immer nur über mangelnde Fortune zu beklagen, das ist zu einer unerträglichen Leier geworden. Denn der Traum vom Aufstieg ist nach dem zweiten Selbstfaller schon so gut wie ausgeträumt. Da hilft auch kein Schönreden mehr. Unterm Strich fehlt es an Kaltschnäuzigkeit, Cleverness – und an Klasse.

Die Überraschungen, die gelingen immer nur anderen Klubs. Wie etwa Videoton gegen Sporting Lissabon. Die Ungarn haben die Portugiesen mit 3:0 in die Schranken gewiesen. Den Österreichern gelingen sehr selten sensationelle Ergebnisse. Zuletzt hat sich da nur Salzburg hervorgetan. Mit zwei legendären Auftritten gegen Düdelingen.

 

wolfgang.wiederstein@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.10.2012)

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